Adam Müller

Das Leben kann sich nicht ausdehnen, vervielfältigen, bereichern, ohne sich zu ordnen.


Der Mensch ist mit tausendfältigem Verlangen und unendlichen Begierden ausgestattet und so in eine Welt gesandt worden, die reich genug sein würde, noch viel mehr zu gewähren, als er begehren kann.


Der Mensch ist nicht zu denken außerhalb des Staates.


Der Mensch kann nicht mehr fühlen, als er denkt, nicht mehr denken, als er fühlt.


Die Erinnerung an irgendein schönes Verlangen wird von jedem Baume, jedem Bergeshange leise angeregt, jeder Lichtstrahl, der über die Gegend fällt, scheint ein Orakel mit sich zu führen, und jedes Wolkengewebe ist eine geheimnisvolle Schrift.


Die Seele fühlt in Betrachtung der Landschaft ein sanftes Getragenwerden, eine Bewegung, wie von einem unsichtbaren Geiste, durch die das Verweilen bei den anmutigen Einzelheiten erst seinen Reiz erhält.


Ein Gedicht ist eine ganze, geschlossene, gemachte Welt.


Ein Künstler, der die Welt über seinem Werke vergißt, wird nie durch das Werk zur Welt sprechen, wird das Werk vielleicht tot von sich losreißen, aber nie zu eignem freien und notwendigen Leben schließen können.


In dem echten Kunstwerk liegt die Welt in tausend Allegorien da.


Indem wir die Natur betrachten, wird sie unmittelbar durch unsere Betrachtung zum Kunstwerk.


Jede Glut des Herzens findet ihren Schatten, jeder Durst seine Welle, jede Sehnsucht ihre Ferne, und unzählige, heimliche, fest beschirmte Zufluchtsstätten sind bereitet für die Seele, welche nach Sicherheit und Ruhe strebt.


Jeder Künstler fühlt die Schranken seiner Kunst.


Überall nämlich, wo der Mensch wandelt, ist sein Auge so gestellt, daß er das himmlische und irdische Element mit einem Blicke auffassen muß: Eine Andeutung für die Seele, daß sie allenthalben desgleichen tue.


Was ist der Tanz anders als die Verbindung mehrerer streitenden Bewegungen zu einer ruhigen?


Wenn die Welt der Sinne und die Welt des Geistes absolut getrennt sind, dann ist die Sünde auf ihrem Gipfel.


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