Andrzej Majewski

Im Leben wie auf der Schaukel: einmal oben, einmal unten, aber immer verschaukelt.


Hat der Mensch die Wahl, wählt er meist das Gute. Das Böse wählt er nur, wenn ihn dünkt, er hätte keine Wahl.


Der beste Freund des Mannes ist die Frau, doch der treueste sein Hund.


Wenn du schreist, werden viele dich hören; wenn du leise sprichst, werden viele dich verstehen.


“Wachset und mehret euch und macht euch die Erde untertan” – ich glaube, die Menschheit hat dieses Gebot überinterpretiert.


Politik ist eine große Kunst. Man muß die Menschen überzeugen, dafür zu bezahlen, daß man sie bestiehlt.


Der Magen erhält den Menschen am Leben. Sein Gehirn macht ihn unsterblich.


Arme Schlucker leben immer über ihren Stand.


Der Fisch verdirbt vom Kopf her, der Mensch von seiner Tasche her.


Nur große Menschen können zugleich den Kopf in den Wolken haben und mit beiden Beinen fest auf der Erde stehen.


Eine gefallene Frau ist das nächste Stadium einer gestolperten Frau.


In der Langweiligkeit des Lebens schleppen sich die Minuten, aber die Jahre gehen spurlos verloren.


Es gibt keine halben Wahrheiten, es gibt nur halbe Lügen.


Die Wissenschaftler sind das Salz dieser Welt, die Künstler seine Süße.


Sollte die Frau aus dem Mann erschaffen worden sein, dann sieht man schon mit bloßem Auge gewisse Mängel.


Wenn Reden Silber und Schweigen Gold ist, dann ist Zuhören Platin.


In Menschen wohnen Gott und Satan, er selbst spielt nur die Rolle des Pförtners.


Ein Quentchen Glück ist wichtiger, als ein Kilo Verdienst.


Angeblich spricht ein Betrunkener das, was er denkt – das stimmt nicht: er spricht, statt zu denken.


Nichts spornt den Menschen so zum Handeln an, wie ein strenges Verbot.


Reiche Leute denken nicht an Geld – sie träumen von ihm.


Im Leben gehts nicht immer logisch zu – nach dem größten Dummkopf findet sich ein noch größerer.


Eine Kurtisane und ein Politiker tun fast dasselbe, nur tut sie es im Boudoir, und er am Rednerpult.


Zu Feministinnen werden die Frauen, die sich für geringer als Männer halten und sich damit nicht abfinden können.


Poet wird ein Mensch, der nicht weiß, was er sagen will, doch weiß, wie.


Gutes Essen tötet mehr Menschen als der Hunger.


Der Kapitalismus ist darauf aufgebaut, daß der Mensch aus Gewinnsucht bereits ist, jedes Gute anzurichten.


Sowohl der Ehemann, als auch der Geliebte bringen die Frau zum Wahnsinn – jeder auf seine Weise.


Die meisten Männer würden auf eine einsame Insel eine Frau mitnehmen und für alle Fälle – eine Axt.


Der Status der Frau hat sich im Laufe der Jahrhunderte geändert. Zuerst bekam sie vom Schöpfer die Stimme, dann gab ihr der Mann das Stimmrecht.


Bewundernswert, wie genau die Materialisten das Evangelische Gebot: “Niemand soll zwei Herren dienen” befolgen.


Die Geschichte ist voll von großen Menschen, an die niemand mehr denkt, weil sie entweder in der Wiege starben, oder ein hohes Alter erreicht haben.


Je weniger Prinzipien ein Mensch hat, desto leichter läßt er sie fallen.


Vom Wert eines Menschen zeugt die Liste seiner Freunde, von seiner Popularität – die Liste seiner Feinde.


Der Arme schätzt jede Mark, der Reiche – jeden Pfennig.


Die früheren Totalitarismen waren auf Gewalt aufgebaut, die des zwanzigsten Jahrhunderts auf Ideen. Die totalitären Systeme des einundzwanzigsten Jahrhunderts werden auf Geld aufgebaut sein.


Jemand, der viel quatscht, hat meist nicht viel zu sagen.


Das an wenigsten häusliche Tier ist der Mann.


Wenn du dich nicht verschlucken willst – trink nicht. Aber dann verdurstest du.


Willst du nach dem Tod leben – werde Künstler, willst du zu Lebenszeiten leben – werde Bankier.


Die bedeutsamste Entdeckung des Menschen war die, daß er eine Stimme hat.


Fette spielen im menschlichen Leben eine große Rolle. Die wichtigsten sind Öl und Vaselin.


Der Fehler des Gedankenlosen ist nicht der, daß er nicht denkt, sondern der, daß er denkt, er denke.


Fernsehkanal – welch zutreffende Bezeichnung.


Die Frau ist wie ein Fluß – je seichter, desto mehr Männer läßt sie ertrinken.


Der Haß ist wie eine Hydra: je mehr du sie köpfst, desto stärker wird sie.


Ein schlechter Plan materialisiert sich selten, ein perfekter nie.


Paradoxerweise manifestiert sich der Generationskonflikt in völliger Übereinstimmung: die Kinder wollen nicht reden, die Eltern nicht zuhören.


Die Natur weiß, was sie tut. Im Alter wird man infantil, damit man mit den Enkelkindern kommunizieren kann.


Die meisten Moralisten sagen anderen, wie sie leben sollen – und zeigen ihnen, wie man nicht leben sollte.


Der Mensch wird von immer mehr Informationen attackiert, die für ihn immer weniger Bedeutung haben.


Die Menschen sind so vielfältig, damit sie überdauern können und sich soweit ähnlich, um dies zu verhindern.


Der Mensch ruht nicht eher, bis er nicht alle seine Feinde vernichtet hat, und wenn es soweit ist, ruht er nicht eher, bis er sich neue geschaffen hat.


Der Mensch wurde mit dem Verstand ausgestattet, um jeden Unsinn rationalisieren zu können.


Für manche ist eine höhergestellte Person ein höheres Wesen.


Die materielle Welt ist das Abbild der Gedankenwelt im Zerrspiegel unserer Technologien.


Wie beim normalen Menschen der Kuchen Speichelfluß verursacht, so verursacht das Mikrophon beim Politiker den Redefluß.


Je weniger Gesetze im Staat ergehen, um so länger bleiben sie bestehen.


Der Mann ist ein polygames Wesen: er begehrt gleichzeitig Eva und Victoria.


Der Speichellecker leckt erst auf, um dann zu bespeien.


Vielleicht meinen wir deshalb, der Himmel sei oben, und die Hölle unten, weil man sich auf dem Weg zum Himmel über seine Schwächen erheben muß, auf dem Weg zur Hölle genügt es, sich fallen zu lassen.


Gesetzgebung ist wie das Hinhalten einer Angel. Das Problem ist, daß man an ihren Ende immer ein Häkchen findet.


Die Denkmäler der Revolution sind die Barrikaden.


Je näher der Berg, desto kleiner scheint er zu sein.


Verfluche nie eine Krankheit, sondern bete um Gesundheit.


Einrichtungen, die einem Mann verbieten zu denken – sind Armee und Ehe.


Im Irrenhaus ist Wahnsinn normal.


Stell dich nie hinter ein Pferd und vor eine Frau.


Die schlimmste Form der Vernachlässigung eines Kindes ist seine Verwöhnung.


Das Leben des Gläubigen ist wie das Möbiusband.


Die Zivilisation leidet an Progerie.


Wir alle sind schuldig, die Zeit ist der Henker.


Hätte Gott erlaubt, Kain zu töten, dann gäbe es keine bösen Menschen mehr auf der Welt. Lauter gute würden sich gegenseitig umbringen.


Nicht Kolumbus hat als erster Amerika entdeckt, aber er hat es als erster patentiert.


Ein Gedankenloser sollte faul sein.


Es gibt Dinge, die man für Geld nicht kaufen kann, aber bisher hat niemand entdeckt, was das sei.


Enola Gay hätte eher Lucy Fer heißen sollen.


Die Wissenschaft erweitert den Kreis unseres Unwissens immer mehr.


Man sagt anderen Gutes nach, wenn man sie nicht beneidet, und daher kommt sicher der Brauch, Tote zu loben.


Der Weise zweifelt, der Dumme weiß mit Sicherheit. Und darin liegt ihre Stärke.


Mit der Frau ist es wie mit einer Wimper: Sie fällt dir irgendwann ins Auge. Sie bereitet dir bald Schmerzen, und wenn du versuchst, sie loszuwerden, schwimmst du in einem Tränenmeer.


Der Ruhm ist wie ein Magnet. Von einer Seite stößt er die Freunde ab, von der anderen zieht er die Feinde an.


Der Mensch hat das Auto erfunden, um bequem sitzend im Stau zu stehen.


Ruhm erlangten früher Menschen großen Formats, heut die des kleinen Bildschirms.


Sich selbst Vergnügen zu bereiten, indem man Dankbarkeit kauft, nennt man Wohltätigkeit.


Der liebe Gott spielt mit den Menschen Verstecken. Er zählt ab – die Menschen verstecken sich.


Hält man die andere Wange hin, kann man sein Gesicht verlieren. Reagiert man aggressiv, kann man den Kopf verlieren.


Die Frau ist die schönste Zierde des Mannes und die teuerste.


Zwerge schlagen immer unter der Gürtellinie.


Der Zweck, der die Mittel heiligen muß, ist dieser Mittel würdig.


Das erste Symptom für die Erlangung einer guten finanziellen Lage ist Habgier.


Die Natur ist großzügig aber nicht verschwenderisch.


Wer oft den Flaschenboden sieht, merkt bald, daß er selbst am Boden ist.


Je mehr Menschen, desto unmenschlicher die Zivilisation.


Am schnellsten verbrennst du dich an einer frigiden Frau.


An der Schwelle zum 21. Jahrhundert sind die Maschinen den Menschen immer ähnlicher und die Menschen den Maschinen.


Ein Mädchen bezahlt für seine Volljährigkeit den höchsten Preis – mit seinem Alter.


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