Anicius Manlius Severinus Boethius

Alles Dichten und Trachten der Menschen, wie es sich in ihren so mannigfaltigen Bestrebungen bestätigt, schlägt zwar äußerlich sehr verschiedene Wege ein, aber schließlich läuft es doch immer auf das eine letzte Ziel hinaus, die Erlangung der Glückseligkeit.


Alles, was ihr bewundert, kann sich in dem bißchen Glut eines Dreitagefiebers auflösen.


Also besitzen Selbstgenügen und Macht ein und dasselbe Wesen.


Bei den Weisen bleibt überhaupt kein Platz für Haß. Denn wer – außer ganz großen Dummköpfen – haßt wohl die Guten? Die Schlechten aber zu hassen, ist sinnlos.


Blickt auf die Weite, die Festigkeit, die Raschheit des Himmels und hört einmal auf, wertloses zu bewundern!


Das also ist der Grundzug des Strebens der Menschen: Sie verlangen nach Reichtümern, Ehrenstellen, nach Herkunft, Ruhm und Lust, weil sie glauben, daß ihnen durch diese Dinge eine sich selbst genügende, alle weiteren Wünsche ausschließende Würde, Macht, Berühmtheit und Freude zuteil werde.


Der Schönheit Glanz – wie reißend schnell, wie kurz dauernd ist er! Flüchtiger als der Frühlingsblüten Welken!


Der Tugendhafte ist weise. Der Weise ist gut. Der Gute ist glücklich.


Die Musik ist von Natur an dergestalt mit uns verbunden, daß wir sie, auch wenn wir wollten, nicht entbehren können.


Die vollends, die sich der Vorzüge des Körpers brüsten, auf einen wie geringen, wie gebrechlichen Besitz stützen sie sich!


Du ersehnst Macht? Den Nachstellungen der Unterworfenen verfallen, wirst du unter Gefahren leben.


Du möchtest ein Genußleben führen? Aber wer verschmähte und verachtete nicht einen Sklaven des wertlosesten und gebrechlichsten Dinges, des Körpers?


Es ist ein wahrer Spruch, daß aus Nichts nichts entsteht. – Nihil ex nihilo exsistere vera sententia est.


For in every ill-turn of fortune the most unhappy sort of unfortunate man is the one who has been happy.


Glückseligkeit ist der durch Besitz alles Guten vollkommene Zustand.


Hast du also das Glück dir zum Herrn auserwählt, so füge dich seinen Launen.


He who is virtuous is wise; and he who is wise is good; and he who is good is happy.


Ich kenne nun sehr wohl die vielgestaltigen Trugkünste jenes seltsamen Wesens, des Glücks, und ich weiß, daß es mit denen, die es zum besten haben will, so lange in schmeichelnder Vertraulichkeit lebt, bis es sie durch sein unvermutetes Verschwinden in unerträglichen Schmerz versetzt.


In every kind of adversity, the bitterest part of a man's affliction is to remember that he once was happy.


In other living creatures ignorance of self is nature; in man it is vice.


My will was to live worthily as long as I lived, and after my life to leave them that should come after, my memory in good works.


Nie wird das Glück das zu dem Deinen machen, was die Natur dir fremd gemacht hat.


Nihil ex nihilo exsistere vera sententia est – Es ist ein wahrer Spruch, daß aus Nichts nichts entsteht.


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