August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Anfang, Mittel und End’ allein Laß Gott in all deinen Sachen sein! Denn was mit Gott wird angefangen, Ist niemals übel ausgegangen.


Der einzelne ist doch nur etwas, indem er sich am großen Ganzen mitwirkend beteiligt, für des Vaterlandes Einheit und Freiheit sein Bestes tut.


Einsam lerne zu sein, denn du weißt nicht, wie früh dich heißet Gewissen und Pflicht handeln und wandeln allein.


Der größte Lump im ganzen Land das ist und bleibt der Denunziant.


Morgenlied Die Sterne sind erblichen mit ihrem güldnen Schein; bald ist die Nacht entwichen, der Morgen dringt herein. Noch waltet tiefes Schweigen im Tal und überall; auf frisch betauten Zweigen singt nur die Nachtigall. Sie singet Lob und Ehre dem hohen Herrn der Welt, der überm Land der Meere die Hand des Segens hält. Es hat die Nacht vertrieben; ihr Kindlein fürchtet nichts! Stets kommt zu seinem Leben der Vater allen Lichts.


Deutsche Freiheit lebet nur im Liede. Deutsches Recht – es ist ein Märchen nur! Deutschland’s Wohlfahrt ist ein Friede voll von Willkür und Zensur! Drum zieh’n wir aus dem Vaterlande, kehren nie und nimmer mehr zurück. Suchen Freiheit uns im fremden Lande: ‘Freiheit’ ist nur Leben – ist nur Glück!


Nach diesen trüben Tagen, wie ist so hell das Feld! Zerrissene Wolken tragen die Trauer aus der Welt. O Herz, das sei dein eichen: Herz, werde froh und kühn!


O schöne, herrliche Weihnachtszeit, was bringst du Lust und Fröhlichkeit! Wenn der heilige Christ in jedem Haus teilt seine lieben Gaben aus. Und ist das Häuschen noch so klein, so kommt der heilige Christ hinein, und alle sind ihm lieb wie die Seinen, die Armen und die Reichen, die Großen und die Kleinen. Der heilige Christ an alle denkt, ein jedes wird von ihm beschenkt. Drum lasset uns freu’n und dankbar sein! Es denkt auch unser, mein und dein.


Vom Honigkuchenmann Keine Puppe will ich haben – Puppen gehn mich gar nichts an. Was erfreu’n mich kann und laben Ist ein Honigkuchenmann. So ein Mann mit Leib und Kleid durch und durch an Süßigkeit. Stattlicher als eine Puppe Sieht ein Honigkerl sich an, Eine ganze Puppengruppe Mich nicht so erfreuen kann. Aber seh ich recht dich an, Dauerst du mich, lieber Mann. Denn du bist zum Tod erkoren – Bin ich dir auch noch so gut, Ob du hast ein Bein verloren. Ob das andre weh dir tut: Armer Honigkuchenmann, Hilft dir nicht, du mußt doch ran.


Frohe Lieder will ich singen und vergessen allen Schmerz, und ich will mich fröhlich schwingen mit der Lerche himmelwärts.


Wie könnt’ ich dich vergessen! Dein bin ich allezeit. Mit dir bin ich verbunden, mit dir in Freud und Leid.


Der Wunder größtes ist die Liebe.


Die größte Kunst im Lieben ist, daß man schweigen kann.


Die Sterne sind erblichen Mit ihrem Goldnen Schein; Bald ist die Nacht entwichen, Der Morgen tritt herein. Noch waltet tiefes Schweigen Im Tal und überall; Auf frisch getauten Zweigen Singt nur die Nachtigall. Sie singet Lob und Ehre Dem hohen Herrn der Welt. Der überm Land und Meere Die Hand des Segens hält. Er hat de Nächt’ vertrieben, Ihr Kindlein fürchtet nichts; Stets kommt zu seinen Lieben Der Vater allen Lichts.


Ich liebe dich und sag es nicht, und liebst du mich? Ich frag es nicht. Ich fragt’ es gern und wag es nicht, ich lieb und schweig und klag es nicht.


Hab Dank, du lieber Wind Ich bin in den Garten gegangen und mag nicht mehr hinaus. Die goldigen Äpfel prangen mit ihren roten Wangen und laden ein zum Schmaus. Wie ist es anzufangen? Sie hängen mir zu hoch und zu fern. Ich sehe sie hangen und prangen und kann sie nicht erlangen und hätte doch einen gern! Da kommt der Wind aus dem Westen und schüttelt den Baum geschwind und weht herab von den Ästen den allerschönsten und besten – hab Dank, du lieber Wind!


Abend wird es wieder Abend wird es wieder, über Wald und Feld legt sich Frieden nieder, und es ruht die Welt. Nur der Bach ergießet sich am Felsen dort, und er braust und fließet, immer, immer fort. Und kein Abend bringet Frieden ihm und Ruh, keine Glocke klinget ihm ein Nachtlied zu. So in deinem Streben bist, mein Herz auch du, Gott nur kann dir geben wahre Abendruh.


Wie Gott will, halt’ ich still.


Wein, Weib und Würfel ist ein dreifach W.


Kein Harren gilt noch Hoffen! Frisch vorwärts! Unverzagt! Mir steht die Welt noch offen: Wohlan, es sei gewagt! Und wird’s auch nie errungen, Wonach mein Geist gestrebt, So hab ich doch gesungen, Geliebt und gelebt.


Die Bäume blühen überall, die Blumen blühen wieder, und wieder singt die Nachtigall nun ihre alten Lieder. O glücklich, wer doch singt und lacht, daß auch der Frühling sein gedacht.


Wanderlust Morgen müssen wir verreisen, und es muß geschieden sein. Traurig ziehn wir unserer Straßen, lebe wohl, Herzliebchen mein! Kommen wir zu jenem Berge, schauen wir zurück ins Tal, schauen uns um nach allen Seiten, sehen die Stadt zum letzten Mal. Wenn der Winter ist vorüber, und der Frühling zieht ins Feld, will ich werden wie ein Vöglein, fliegen durch die ganze Welt. Dahin fliegen will ich wieder, wo’s mir lieb und heimisch war. Schätzlein, muß ich jetzt auch wandern, kehr’ ich heim doch übers Jahr. Übers Jahr zur Zeit der Pfingsten pflanz’ ich Maien dir ans Haus, bringe dir aus weiter Ferne einen frischen Blumenstrauß.


Wenn das Glück ihn verläßt, gilt der Gescheite als dumm.


O glücklich, wer ein Herz gefunden O glücklich, wer ein Herz gefunden, das nur in Liebe denkt und sinnt, und mit der Liebe treu verbunden sein schön’res Leben erst beginnt! Wo liebend sich zwei Herzen einen, nur eins zu sein in Freud und Leid, da muß des Himmels Sonne scheinen und heiter lächeln jede Zeit. Die Liebe, nur die Lieb’ ist Leben! Kannst du dein Herz der Liebe weihn, So hat dir Gott genug gegeben, Heil dir! die ganze Welt ist dein!


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