Augustinus Aurelius

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes Stück hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben.


Denn Augen haben und Betrachten ist nicht dasselbe.


Die Seele ernährt sich von dem, worüber sie sich freut.


Im Wesentlichen Einheit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem Liebe.


Soviel in dir Liebe wächst, soviel wächst die Schönheit in dir. Denn die Liebe ist die Schönheit der Seele.


Nur auf dem Weg der Freundschaft kann man einen Menschen richtig erkennen.


Nicht jeder, der uns schont, ist ein Freund, nicht jeder, der uns tadelt, ein Feind.


Was vermag uns zu trösten in den menschlichen Beziehungen voller Fehler und Mühsal außer Treue und gegenseitige Zuneigung unter wirklich guten Freunden?


Gott ist wie ein Arzt: Er hört nicht auf den Wunsch des Kranken, er hört nur auf die Forderungen der Gesundheit.


Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.


Ich messe die Zeit … Aber ich messe nicht die Zukunft, denn diese ist ja noch nicht, ich messe auch nicht die Gegenwart, denn sie hat keine Ausdehnung im Raume [heißt: ‘keine zeitliche Ausdehnung’], ich messe auch nicht die Vergangenheit, denn sie ist nicht mehr. Was also messe ich? Etwa vorübergehende, nicht vorübergegangene Zeiten?


Der Verstand schafft die Wahrheit nicht, sondern er findet sie vor.


Geben in Liebe heißt nie verlieren; und wenn man Liebe nicht schenken könnte, wenn man sie nicht hätte, so hat man sie erst, wenn man sie schenkt.


Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verläßt.


Wir wirken, aber unser Wirken ist ein Mitwirken mit Gottes Wirken, denn seine Gnade kommt uns zuvor.


Für dich, o Herr, hast du das Menschenherz erschaffen. Und es findet keine Ruhe als in dir.


Ihr seid die Zeit. Seid ihr gut, sind auch die Zeiten gut.


Wir müssen unseren Nächsten lieben, entweder weil er gut ist oder damit er gut werde.


Lieber mit der Wahrheit fallen als mit der Lüge siegen.


Der Tod, den die Menschen fürchten, ist die Trennung der Seele vom Körper. Den Tod aber, den die Menschen nicht fürchten, ist die Trennung von Gott.


Irren ist menschlich, aber aus Leidenschaft im Irrtum zu verharren ist teuflisch.


Der Glaube an einen Gott ist Instinkt, er ist dem Menschen so natürlich, wie das Gehen auf zwei Beinen.


Liebe – und tu was du willst.


Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand darüber fragt, so weiß ich es; wenn ich es aber jemandem auf seine Frage erklären möchte, so weiß ich es nicht. Das jedoch kann ich zuversichtlich sagen: Ich weiß, daß es keine vergangene Zeit gäbe, wenn nichts vorüberginge, keine zukünftige, wenn nichts da wäre. Wie sind nun aber jene beiden Zeiten, die Vergangenheit und die Zukunft, da ja doch die Vergangenheit nicht mehr ist, und die Zukunft noch nicht ist?


Damit ein Anfang ist, wurde der Mensch geschaffen.


Nur wer die Wahrheit tut, gelangt zum Lichte.


Wer könnte jedoch daran zweifeln, daß er lebt, sich erinnert, einsieht, will, denkt, weiß oder urteilt? Auch wenn nämlich jemand zweifelt, lebt er; wenn er zweifelt, erinnert er sich, woran er zweifelt; wenn er zweifelt, denkt er, wenn er zweifelt, weiß er, daß er etwas nicht weiß; wenn er zweifelt, urteilt er, daß er seine Zustimmung nicht leichtfertig geben solle. Woran immer jemand sonst zweifeln mag, an all diesem darf er nicht zweifeln. Denn wenn all dies nicht wäre, könnte er überhaupt an nichts zweifeln.


Man gibt Almosen, um der Not abzuhelfen, aber nicht, um die Faulheit auf die Weide zu treiben.


Wer sich in seiner Torheit liebt, wird nicht zur Weisheit vordringen.


Wo der Mensch gefallen ist, dort muß er sich wieder aufrichten, um wieder hochzukommen.


Nicht durch sich selbst ist die Seele erhaben, sondern durch den, dem sie gehorcht.


Die Feindschaft schlägt dem Herzen weit tiefere Wunden, als je ein Mensch dem Feinde Wunden schlagen kann.


Ich habe mehr Mitleid mit dem, der in Lüsten und Schanden sich freut, als mit dem, der Hartes zu erdulden scheint.


Krank sind die, so wie ich es war, denen irgendetwas an Gottes Schöpfung mißfällt.


Enthaltsamkeit befiehlst du, o mein Gott. Gib, was du forderst, dann fordre, was du willst.


Am Anfang steht der Glaube, am Ziel die Schau.


Die Belohnung für Geduld ist Geduld.


Willst du ewige Freude haben, häng Jenem an, der ewig ist.


Kaum ist das Wort auf der Zunge, da ist schon die Wunde im Herzen geheilt.


In einer Werkstatt hat man nicht den Mut, den Handwerker zu tadeln, in dieser Welt aber nimmt sich jeder Naseweis heraus, an Gott Kritik zu üben.


Über allem leuchtet die Liebe, die ewig bleibt.


Glaube, um zu erkennen; erkenne, um zu glauben.


Niemals verliert man die, die man in Jenem liebt, den man nicht verlieren kann.


Ohne Liebe ist der Reiche arm, den Armen macht sie reich.


Was ich also verstehe, das glaube ich auch, aber nicht alles das, was ich glaube, verstehe ich auch. Qod ergo intellego, id etiam credo; at non omne quod credo, etiam intellego.


Menschlich war es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.


Der Tod ist nicht für schlimm zu achten, dem ein gutes Leben vorangegangen.


Ohne Liebe sind wir uns selbst zur Last, Durch die Liebe tragen wir einander.


Strafe ist Gerechtigkeit für die Ungerechten.


Befreie mich, o Herr, von der Vielrednerei, an der ich drinnen, in meiner Seele leide; sie ist erbarmungswürdig.


Das Wort Gottes gleicht einer Fischangel, die dann ergreift, wenn sie ergriffen wird.


Der Mensch ist nicht nach dem zu beurteilen, was er weiß, sondern nach dem, was er liebt.


Der Zuhörer ist nur dann wirklich gewonnen, wenn er liebt, was du versprichst, fürchtet, was du androhst, haßt, was du anklagst, gern tut, was du empfiehlst, bedauert, was du bedauernswert nennst.


Das Geld hat seinen Glanz, größer aber ist der Glanz der Treue.


Wir werden dazu gemahnt, was wir in leichten Dingen tun, und um was wir in schwierigen Dingen beten sollen.


Gott gebietet nichts Unmögliches, sondern, indem er gebietet, ermahnt er dich, zu tun, was du vermagst, und um das zu bitten, was du nicht vermagst, und er steht dir bei, damit du es vermögest.


Erst dann werde ich die Finsternis nicht mehr lieben, wenn ich die Sonne geschaut habe.


Alle Körper weisen Spuren der Einheit auf, erreichen sie aber nicht.


Und es gehen die Menschen zu bestaunen die Gipfel der Berge und die ungeheuren Fluten des Meeres und die weit dahinfließenden Ströme und den Saum des Ozeans und die Kreisbahnen der Gestirne, und haben nicht acht ihrer selbst.


Ich wäre nicht, mein Gott, ich wäre ganz und gar nicht, wärest du nicht in mir.


Ich getraue mir zu sagen, daß Verheiratete, wenn sie Demut bewahren, besser sind, als die stolzen Asketen.


Die Sucht zu herrschen stürzt das Menschengeschlecht in großes Unglück und bringt es an den Rand des Verderbens.


Liebe ist die Schönheit der Seele.


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