Aus der Mongolei

Mit nur einer Hand läßt sich kein Knoten knüpfen.


Ein Mann mag kein Herz haben, aber bestimmt hat er einen Magen.


Durch Klugheit und List ist jeder zu besiegen, der nur rohe Gewalt hat.


Gut ist, wenn die Schwiegereltern fern und die Wasser nah sind.


Besser ein dummer Wanderer als ein Weiser, der zu Hause sitzt.


Auf zwei Augen blind ist, wer sagt, daß er dem Menschen vertraut; auf einem Auge blind, wer sagt, daß er dem Kinde vertraut.


Das Gut, das du weggibst, gehört dir; das Gut, das zurückbleibt, gehört einem anderen, wenn du ins Grab eingehst.


Der Frosch im Brunnen beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnengrund.


Der tiefe Fluß ist ruhig, der wissende Mensch ist bescheiden.


Die Spalten des Berges, den man Ruhm nennt, sind riesig und nicht flach.


Ein Mensch mag noch so klug sein, außer durch Belehrung wird er nie zum Weisen.


Es ist nicht gut, wenn der Mann anders handelt als die Frau.


Es ist schwer, einen so treuen Gefährten wie einen Hund zu finden; hat ein Armer ihn aufgezogen, so wird er keinem Reichen je folgen.


Freundschaft besteht darin, daß man einander nie im Stich läßt.


Für den einsamen Wanderer ist selbst ein Lied ein Gefährte.


In einem guten Wort ist für drei Winter Wärme; ein böses Wort verletzt wie sechs Monate Frost.


In einem zerstörten Lande findet man Unterschlupf, in einem friedlichen läßt man sich nieder.


Je früher du aufstehst, desto mehr siehst du, je später du zu Bett gehst, desto mehr hörst du.


Kinder können nicht verstehen, daß sie noch jung sind.


Man reinigt den Schmutz des Gesichts vor dem Spiegel; die eigenen Fehler erkennt man, indem man sie von anderen erfragt.


Sage nicht, ein Paß sei unüberwindlich; wenn du hinaufsteigst, kannst du ihn überschreiten. Sage nicht, es ist weit, ich kann es nicht erdulden; wer geht, langt auch an.


So sehr er sich auch bemühen mag, er wird nicht reich derjenige, dessen Herz arm ist.


Von seiner Würde abweichen ist wie sein Pferd gegen einen Esel tauschen.


Wenn alle hinken, meint jeder, er gehe richtig.


Wenn auch Mann und Frau auf dem gleichen Kissen schlafen, so haben sie doch verschiedene Träume.


Wenn die Seerose verwelkt, muß da nicht auch die Sonnenblume welken? Wenn die Blüten welken, muß es dann nicht auch mit den Disteln zu Ende gehen?


Wenn ein Weiser es sieht, glaubt er dem Wort.


Wenn jemand den Vater um Rat fragt, dann sagt der Vater: Führe nicht des Vaters Lehre aus; führe den Gedanken in deiner Brust aus. Führe nicht der Mutter Gedanken aus; vollziehe den eigenen Willen.


Wenn man um ein gutes Wort sich kümmert, geht es zu Herzen.


Wer zur schlechten Stunde nicht auf der Hut ist, wird sich zur guten Stunde beunruhigen.


Willst du einen Menschen kennenlernen, so schau auf sein Benehmen, bei einem Kind aber schau dir seine Spiele an.


Der Sieger hat viele Freunde, der Besiegte hat gute Freunde.


Der Kluge kennt viele Auswege.


Dies ist keine vollständige liste der zitate von Aus-der-Mongolei. Zitate anderer autoren sind ebenfalls verfügbar.