Dr Christoph Schönborn

Es geht uns in Österreich vergleichsweise unwahrscheinlich gut, wir haben eine lange Friedenszeit hinter uns, leben in einer Zeit selten gekannten Wohlstandes. Wir haben eine gute Rechtsordnung und leben in großer Sicherheit. Nichts davon ist selbstverständlich. Ohne gemeinsame Grundwerte, ohne Sinn für das Gemeinwohl werden diese positiven Aspekte unseres Lebens keinen Bestand haben. Hier liegt eine der großen Aufgaben der Kirche: Diese Grundwerte zu vermitteln, zu fördern und auch einzufordern. (Auf die Frage: Leben wir in Österreich auf einer ´Insel der Seligen´?).


Ich glaube, es wird nie auf der Erde einen ewigen Frieden geben. Frieden hat viel zu tun mit Gerechtigkeit, mit einer gerechten Ordnung. Kriege entstehen, wo Ungerechtigkeit überhandnimmt. Ich glaube aber, daß die Gerechtigkeit immer wieder siegt und die Sehnsucht nach Frieden in den Herzen der Menschen so stark ist, daß immer wieder Wege zum Frieden gesucht werden. (Auf die Frage: Glauben Sie angesichts der Katastrophen in vielen Regionen dieser Erde noch an den Osterfrieden?).


Wir sollten alles fördern, was Glauben, Hoffnung und Liebe der Menschen wachsen läßt. Wir begegnen mitten in unserer Wohlstandsgesellschaft einer neuen, oft versteckten Armut. Die ´Option für die Armen´ darf kein Schlagwort sein. Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, soll die Aufmerksamkeit und Solidarität der Kirche und der Gesellschaft besonders gelten. Die Jugend zu fördern, ihr Mut zu machen – auch Mut, zur eigenen Berufung ja zu sagen -, das ist eine große Aufgabe. (Auf die Frage nach seinen Osterwünschen).


Wir sollten mehr über den Glauben sprechen, uns nur auf das Wesentliche besinnen. Kirche kann nur im Glauben lebendig sein. (Auf die Frage nach den brennendsten Problemen der heimischen Kirche).


Dies ist keine vollständige liste der zitate von Dr-Christoph-Schönborn. Zitate anderer autoren sind ebenfalls verfügbar.