Dr Hans Küng

Auferweckung meint keine Rückkehr ins raumzeitliche Leben, auch keine Fortsetzung des raumzeitlichen Lebens, sondern die Aufnahme in jene umfassende und erste Wirklichkeit, die wir Gott nennen.


Christ ist nicht einfach der Mensch, der human oder auch sozial oder gar religiös zu leben versucht. Christ ist vielmehr nur der, der seine Menschlichkeit, Gesellschaftlichkeit und Religiosität von Christus her zu leben versucht.


Christlich ist, was mit Christus zu tun hat.


Das Christentum der Christen soll christlich bleiben.


Das zentralistische-totalitäre römische System hat keine Zukuft. Es ist für viele Gläubige zu einer unerträglichen Belastung geworden – ein Relikt aus dem Mittelalter.


Der Christus ist niemand anders als der geschichtliche Jesus von Nazareth: Weder Priester noch politischer Revolutionär, weder asketischer Ordensmann noch frommer Moralist, ist er provokatorisch nach allen Seiten.


Der Geist des Evangeliums ist ein lebendiger Geist. Er ist nicht der Ungeist des Traditionalismus, Autoritarismus und Antimodernismus.


Der Glaube an Gott ist wie das Wagnis des Schwimmens: Man muß sich dem Element anvertrauen und sehen, ob es trägt.


Der Papst ist immer weniger ein "guter Hirte", sondern ein Wachhund, der seine katholische "Herde" mit drohender und knurrender Aggressivität zu bewachen versucht, während mehr und mehr "Schafe" aus diesem Pferch ausbrechen.


Des Menschen Dasein, in welchem Gesellschafts- und Wirtschaftssystem auch immer, ist ein durchkreuztes, ein durch das Kreuz – durch Schmerzen, Sorge, Leid und Tod – bestimmtes Geschehen.


Die Ewigkeit ist nicht bestimmt durch vor und nach. Sie meint vielmehr ein die Dimensionen von Raum und zeit sprengendes neues Leben in Gottes unsichtbarem, unvergänglichem, unbegreiflichem Bereich.


Es wird keinen Frieden zwischen den Völkern geben, wenn es keinen Frieden gibt zwischen den Religionen.


Für den Christen ist die volle Bewältigung des Negativen nur vom Kreuz her sinnvoll. Kreuzesnachfolge bedeutet nicht kultische Anbetung, mystische Versenkung und ethische Nachahmung. Sie meint die vielfältige praktische Entsprechung zum Kreuz Jesu.


Gegen alle pessimistischen Prognosen hat das Interesse am Christsein, am unterscheidend Christlichen, stark zugenommen.


In der modernen Leistungsgesellschaft erfährt der Mensch das, was Paulus den "Fluch des Gesetzes" genannt hat: Das moderne Leben hält ihn unter Leistungszwang, Zugzwang, Erfolgszwang.


Les fautes de l'homme, c'est au fond ce qui le rend sympathique.


Machtverzicht ist keine Schande für einen Christen.


Man's errors make him lovable after all.


Revolution ist Opium für das Volk.


Solange Menschen und Nationen andere überfallen, gibt es keine Verpflichtung des Christen zu völligem Gewaltverzicht.


Was die Kirche braucht, ist eine radikale Erneuerung. Nicht ein Machtpapsttum, sondern einen brüderlichen Petrusdienst.


Wie abgesprochen empfehlen sich Dogmatiker als Gralshüter hoher Dogmen, die auch sie dem heutigen Menschen kaum verständlich zu machen verstehen.


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