Dr Leon R Tsvasman

Ordnung kann Krankes heilen, Gegensatz hält gesund…


Es gibt zwei Arten von Erkenntnis: Genuine Erfahrung und Dienstleistung. Zur ersten gehört Gesinnung, denn versteht nur wer erkannt hat. Zur zweiten gehört Autorität, denn der Kunde konsumiert das, woran er glaubt. Die erste erzeugt Wissen, die zweite verwaltet Verbindlichkeiten. Beide sind wichtig, ich habe mich jedoch für die erste entschieden.


Eine Leistung, die sich in Ellenbogenstärken messen läßt, hat keinen Bestand.


Eine Leistungsgesellschaft, die sich in Ellenbogenstärken messen läßt, hat keine Zukunft.


Wenn beliebige Informationen jedem zugänglich sind, bestimmt nur Aufmerksamkeit die Wirkung. Aphorismen werden zu Traktaten, wenn sie in Aufmerksamkeitsfelder gerückt werden.


In einem Informationsfeld wird jede Verbindlichkeit mittels Ignorieren vernichtet und dank Aufmerksamkeit erschaffen: So kann man Denk- und Handlungsmuster ausrotten, ohne Menschen anzugreifen. Jede Existenz verliert an Inhalt, wenn sie sich definieren läßt. Eine Welt der Schatten entsteht. Und nur bleibt, wer in jeder Hinsicht authentisch zu sein vermag.


Trennungen machen labil, Beziehungsanfänge disziplinieren: Da, wo kurzfristige Wirkung zählt, wird jede Beständigkeit bestraft.


Ein Kritiker per Beruf ist eine Profannation, jener per Berufung – eine Sensation; denn Mißstände wie Synergien erkennt nur ein genuiner Geist, dessen Glaubwürdigkeit gelebt und nicht konstruiert wird.


Hat eine Zivilisation, in der Intelligenz als verdächtig gilt oder gleich in der Schlauigkeit ausartet und wo die Härte zur Essenz aller Tugenden profiliert wird, Zukunft? Möglicherweise, aber solch eine Zukunft kann nicht lebenswert sein…


Lediglich genuine Erkenntnis ist des Verstehens wert.


Das Wertvollste in einem Menschen ist sein Potential: denn die Ehren einer Wirkung aus dem Selbstzweck sind bloße Schatten der wilden Zufallsorgie. Wer aus Potential handelt, wirkt nachhaltig. Wer Potential pflegt, wirkt mehrfach. Und wer Potential verachtet – erlischt.


Eine Politik, die im Namen der Minderwertigkeit agiert, endet in der massenhaften Zwangsverblödung.


Eine politisch sanktionierte Zwangsverblödung beginnt mit der Ignoranz gegenüber dem Humanpotential und endet mit der Vernichtung des Humankapitals.


Wer Intelligenz als Prinzip durch Verleugnung, Ignoranz oder Gewalt sabotiert, verrät sein eigenes Potential und bekennt sich zur ewigen Minderwertigkeit.


Eine Person ohne Potential handelt destruktiv, eine Instanz ohne Überblick – kriminell, und jede Zerstörung des Humankapitals ist eine Brandstiftung mit einem ständig wachsenden Schaden.


Eine moderne Gesellschaft, die es wagt, ihre existentiellen Energien aus dem Animalischen zu schöpfen, überquert die Schwelle von einer rational-positivistischen zu einer magisch-esoterischen Ordnung.


Motivation durch Sex ist ein Zeichen für die vollkommene energetische Knappheit: Man greift auf die letzte mächtige Quelle, die zur Verfügung steht, und wenn dann kein Durchbruch erreicht wird – droht die Katastrophe.


In einer dichten Informationsumwelt gibt es Wissen, das nicht mehr durch Syllogismen erklärt werden muß und weder von der Logik der Kommunikation noch von der Beweiskraft des Mittelbaren schöpft: Sein Wesen ist Ganzheit, die sich als solche manifestiert und sich deshalb stets beobachten läßt.


Gerechtigkeit lebt vom Differenzieren, nicht vom Vergleichen.


Den gewaltigen Unterschied zwischen Differenzieren und Diskriminieren macht die Intelligenz der Praxis. Eine derbe Anwendung macht aus allem Abfall.


Das Ganze definiert sich über seine Existenz, das Einzelne – über sein Potential, das Momentane – über seine Wirkung und das Flüchtige – über die Ganzheit.


Die Überwindung des Einzelseins Allein der tragische Umstand, einzeln unter anderen Einzelnen (wie auch immer die letzteren begriffen werden – als Wesen oder Dinge, Begriffe oder Zahlen, Felder oder Teilchen, Momente oder Räume, Gedanken oder Konstrukte) zu sein, macht eine Welt zur Wirklichkeit: Unsere Welt ist insofern eine – meine, deine, unsere gemeinsame – Wirklichkeit, als wir selbst vor allem einzeln und damit begrenzt sind. Dieser Konstellation entspricht ein Lebensraum, der sich als eine Welt der Wirkung manifestiert. Das Sein ist somit die Immanenz jenes Koordinatensystems, das in einer genuinen Selbstempfindung als Substanz des Eigenseins gegeben ist.


[Das Fatum der Wirklichkeit] Die reale Ganzheit auf einer Seite und die Wirklichkeit – als Instrument zur Überwindung des Einzelseins – auf der anderen, bestimmen das Wesen des Seins: Die reale Ganzheit wird mittelbar über die Konstruktion der Wirklichkeit erkannt. Der dauernde Versuch, das Einzelsein zu überwinden, resultiert in jener Wirkungswelt, die von der Gemeinschaft mit ihrer Kommunikation aufrechterhalten wird, als einzige Möglichkeit, jene Ganzheit zu erlangen, die erst mittelbar – über Begriffe und Handlungen – mitgeteilt und deshalb differenziert, begriffen und erkannt werden kann.


Das Wesen des Erkennens Die Überwindung des Einzelseins durch die Konstruktion der Wirklichkeit ist der genuine Antrieb jenes Wesens, wessen unterschiedliche Facetten wir mit Begriffen wie Leben, Evolution, Gesellschaft und Kultur bezeichnen: Die Täuschung der Sprache, die Sinn durch Teilung erzeugt, vertuscht die Substanz dieses Wesens, daß das reale Ganze – und deshalb nicht mit-teilbar – ist. Das Insekt überwindet seinen einzelnen Körper durch transzendente Bewußtlosigkeit, das Tier – durch fehlende Sinnzuweisung, der Mensch – durch Sinnkonstruktion. Somit ist der Mensch am weitesten von der Realität entfernt, hat jedoch die beste Chance, sie zu erfassen.


Wer seine Zeit nicht beherrscht, hat keine Gegenwart.


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