Elisabeth Schöffl Pöll

"Biegen oder Brechen" ist nicht nur das Motto eines Kabarettprogrammes, sondern auch das Motto für die Kindererziehung mancher Eltern.


"Die Jugend ist schlecht", tönt es von den Sockeln der Erwachsenengenerationen jeweils aufs neue. Welche Generation steigt endlich herunter, um der Jugend Aug in Aug gegenüberzustehen?


"Ewig die gleichen Gesichter in der Familie", stöhnte der Mann und ging in seinen Verein, um dort die ewig gleichen Gesichter zu treffen.


"Heißgeliebter", flötet sie nach dem Saunagang treffend ihrem Partner zu.


"Ich kann nicht anders", klagte er und stellte sich damit einen Freibrief aus, so bleiben zu dürfen, wie er war.


"Scheiße", sagt der eine, "Mein Gott", der andere.


"Scheißwaage", murmelte der Dicke und gab ihr einen Stoß.


"Seid ihr alle da?" fragte der Lehrer. "Ja, Kasperl", antworteten die Schüler im Chor.


"Weiß Gott, wo ich heute stünde, wenn ich an ihn glaubte", sagte der Manager.


"Wir singen vom Blatt", verkünden die Kirchenchorsänger stolz. "So klingt es auch", dachten die Kirchenbesucher.


A.E.I.O.U.: Friedrich III. hat mit manchen modernen Dichtern eines gemeinsam: Er schrieb ein paar Buchstaben, und die Nachwelt rätselt darüber.


Advent ist für die Frau des Säufers, wenn ihr Mann endlich im Morgengrauen von der Schnapsbude heimtorkelt.


Alle Fragen der Menschheit lassen sich in einer einzigen Frage zusammenfassen: "Wer liebt mich?"


Alle Getriebenheit der Welt kommt nicht vom Heiligen Geist.


Alle haben eine Berufung, wenigen wird diese zum Beruf.


Allerorts krankt es, weil es den Menschen leichter fällt, Nächstenliebe zu üben als Selbstliebe.


Alles für den anderen tun kann heißen, den andern ganz für sich besitzen zu wollen.


Allzu tolerant ist liederlich.


Allzuoft gebrauchen Jugendliche die Schule als Schutzschild vor dem Leben.


Allzuviele Eheleute begnügen sich damit, was ihre Partner zu geben bereit sind.


Allzuviele Ehepaare suchen nicht die Nähe, sondern das Weite.


Allzuviele Geister schwirren umher, den Kindern die Seelen zu rauben.


Allzuviele Väter benehmen sich derart, daß ihre Söhne in die Arme ihrer Mütter flüchten müssen.


Als der Achtzehnjährige den 13.000 Mord im Fernsehen verfolgt hatte, ging er hin und versuchte selber sein Glück.


Als Gott den Menschen erschuf, bedachte er nicht die Scheidungen, sonst hätte er die Kinder teilbar gemacht.


Dies ist keine vollständige liste der zitate von Elisabeth-Schöffl-Pöll. Zitate anderer autoren sind ebenfalls verfügbar.