Erkenntnis

“Alle Wirklichkeit ist subjektive Erscheinung – dies muss die grosse grundlegende Erkenntnis auch der Biologie bilden. Ganz umsonst wird man die gesamte Welt durchstöbern nach Ursachen, die unabhängig vom Subjekt sind, immer wird man auf Gegenstände stossen, die ihren Aufbau dem Subjekt verdanken.” – Jakob Johann von Uexküll, Theoretische Biologie. 2. gänzl. neu bearb. Aufl. Berlin: J. Springer. S.9


“Dass ich erkenne, was die Welt // Im Innersten zusammenhält.” – Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Vers 382 f. / Faust


“Die Demut ist die Tugend, durch die der Mensch in der richtigen Erkenntnis seines Wesens sich selbst gering erscheint.” – Bernhard von Clairvaux, Die Stufen der Demut und des Stolzes


“Die philosophischen Erkenntnisse haben mehrenteils das Schicksal der Meinungen, und sind wie die Meteoren, deren Glanz nichts von ihrer Dauer verspricht.” – Immanuel Kant, Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürlichen Theologie und der Moral, erste Betrachtung, § 4, A 79


“Die Welt ist das Mittel zum Denken. Es handelt sich nicht um Erkennen, das ist eine phantastische Tautologie.” – Carl Einstein, Bebuquin oder Die Dilettanten des Wunders, Kap. 3


“Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben.’” – Franz Kafka, Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg


“Es scheint, dass die Natur, welche die Organe unseres Körpers so weise zu unserem Glück eingerichtet hat, uns auch den Hochmut gegeben hat, um uns den Schmerz der Erkenntnis unserer Unvollkommenheit zu ersparen.” – François de La Rochefoucauld, Reflexionen


“Ich erkenne – darf ich deshalb mit Recht sagen: Also kann ich?” – Francesco de Sanctis, Über die Wissenschaft und das Leben


“Ist Erkennen wirklich Können? Ist die Wissenschaft das Leben, ist sie das ganze Leben? Kann sie dem Verderben und der Auflösung Einhalt gebieten?” – Francesco de Sanctis, Über die Wissenschaft und das Leben


“Jede Wahrheit kommt dem zu früh, der jede zu spät erkennt.” – Carl Gustav Jochmann, Erfahrungsfrüchte I,97. Darin: Die unzeitige Wahrheit


“Jeder Schritt vorwärts, den der Geist auf seinem Wege zur Erkenntnis tut, bringt irgendeine Entdeckung, die nicht nur neu, sondern, im Augenblick wenigstens, auch die wertvollste ist.” – John Locke, Sendschreiben an den Leser


“Prophetie oder Offenbarung ist die von Gott den Menschen offenbarte sichere Erkenntnis einer Sache.” – Baruch de Spinoza, Tractatus theologico-politicus


“Wenn man, wie so oft geschieht, der Metaphysik vorwirft, im Laufe so vieler Jahrhunderte, so geringe Fortschritte gemacht zu haben; so sollte man auch berücksichtigen, daß keine andere Wissenschaft, gleich ihr, unter fortwährendem Druck erwachsen, keine von außen so gehemmt und gehindert worden ist, wie sie allezeit durch Religion jedes Landes, als welche, überall im Besitz des Monopols metaphysischer Erkenntnisse, sie neben sich ansieht wie ein wildes Kraut, wie einen unberechtigten Arbeiter, wie eine Zigeunerhorde, und sie in aller Regel nur unter der Bedingung toleriert, daß sie sich bequeme ihr zu dienen und nachzufolgen.” – Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Zum ersten Buch, zweite Hälfte, Kapitel 17


“Zu den Dingen, welche einen Denker in Verzweiflung bringen können, gehört die Erkenntnis, dass das Unlogische für den Menschen nötig ist, und dass aus dem Unlogischen vieles Gutes entsteht.” – Friedrich Nietzsche, “Menschliches, Allzumenschliches” – “Von den ersten und letzten Dingen”, 31.


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