Eugen Roth

Als Fahrer flucht ein sonst Feiner / Kein Fuhrknecht könnt es gemeiner! / Er fordert im Grolle, / Daß wer ihm was solle! / Doch tat dies zum Glück bisher keiner.


Auch Medizin kann uns nicht frommen, voreingenommen eingenommen.


Auf Thronen selbst sind längst die Gatten – wie bei der Queen – nur noch ein Schatten.


Bei Nikotin und Alkohol // Fühlt sich der Mensch besonders wohl. // Und doch, es macht ihn nichts so hin, // Wie Alkohol und Nikotin.


Comme voyager est simple de nos jours! On t'envoie comme un colis et il ne te faut pas autre chose que de t'abandonner au lieu de faire les expériences toi-même.


Das Rechte nach Bedarf zu schenken, macht immer nötig, scharf zu denken.


Das wichtigste Schreibmaterial ist der Kaffee.


Dem Kinde, wie's auch heult und stöhnt, / Wird wohl die Flasche abgewöhnt. / Jedoch das ewige Kind im Mann / Gewöhnt sie sich dann wieder an.


Der Arzt heißt herzlich dich willkommen, was dir auch fehlt – Geld ausgenommen.


Der Bart allein es nicht beweist, / Daß man ganz bar von Bürgergeist.


Der Gatte frißt in Minuten / Hinein oft die Sachen, die guten, / Um die sich in Stunden / Die Hausfrau geschunden / Das Herz möchte ihr manchmal bluten!


Der Humorist, meist selbst nicht heiter, / Gibt Frohsinn nur an and're weiter. / Die Wissenschaft, die kaum je irrt, / Nennt so was einen Zwischenwirt.


Der Kranke traut nur widerwillig dem Arzt, der's schmerzlos macht und billig. Laßt nie den alten Grundsatz rosten: Es muß a) wehtun, b) was kosten.


Der Landwirt hat längst begriffen, daß man auch von zweibeinigen Rindviechern leben kann.


Der Urlaub ist erholsam meist nicht nur für den, der in ihn reist. Auch den, der dableibt, freut die Schonung, die er genießt in stiller Wohnung. So zählen zu den schönsten Sachen oft Reisen, welche andre machen.


Die besten Reisen, das steht fest, sind die oft, die man unterläßt!


Die einen jubeln: Wirtschaftswunder! / Die andern schrein: schon glimmt der Zunder! / Doch jeder hofft, mit heilem Hintern / auch diesmal noch zu überwintern.


Die Liebeskunst ist außer Kraft getreten; sie ward zur Leibeswissenschaft.


Die Welt wird so rasch klüger, daß es für einen alten Menschen schwer ist, überhaupt mitzukommen.


Doch oft geschah's, daß voller Scham / Ein Mann nach Haus' vom Würfeln kam: / "Von morgen ab gehörst du leider / Dem Teut, dem Lederhosenschneider!" / Worauf sie sprach, getreu und bieder: / "Vielleicht gewinnst du mich bald wieder!"


Ein kluger Mann wird stets vermeiden, / Das Wort dem Schwätzer abzuschneiden. / Denn jetzt erst blutet's endlos fort, / Just aus dem abgeschnitt'nen Wort.


Ein Kurgast schreibt aus Bad Nauheim, / Wie arg er sich langweile, schlau heim. / In Wahrheit mißt / Er bang schon die Frist, / Wo er wieder muß zu der Frau heim.


Ein Leiden ist schon halb geheilt, hat man es andern mitgeteilt.


Ein Mann denkt am einsamen Tischlein: "Dort drüben, welch reizendes Fischlein!" Zu feig, daß er's angelt, die Ausred' nicht mangelt: "Es könnt vielleicht nicht mehr ganz frisch sein!"


Ein Mann, in der Kleinstadt verdumpft, / Fühlt selbst, wie die Seele ihm schrumpft. / Dem Geschick zu entlaufen, / Verfällt er aufs Saufen – / Was hilfts? Jetzt ist er versumpft.


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