Franz von Baader

Alles Leben steht unter dem Paradox, dass wenn es beim Alten bleiben soll, es nicht beim Alten bleiben darf.


Alles Tun ist zeugend – oder tötend.


Alles, was ist, hält der Mensch für getan, gewirkt. Er begreift aber nur sein eigen Tun.


Dem Geist die Wahrheit, das Wollen – dem Leibe das Vermögen, die Lust.


Denn nur die freie Neigung ist Liebe, nur wer sich selber hat, kann sich selber geben.


Die Demut ist Aliment des Glaubens.


Die Liebe allein hat Respekt für Freiheit, weil sie nur in dieser lebt, und wo die Liebe weicht, tritt die Despotie ein.


Die Liebe selber ist ein Kind der in Liebe sich Verbindenden.


Die Seele schaut durch den Geist, dieser fühlt durch sie.


Die Versuchung geschieht zum Guten und zum Bösen.


Eigentlich denkt der Mensch das, was und wie er fühlt.


Es ist der Charakter des Bösen, daß es immer mit Energie anfängt und mit Schwäche aufhört.


Gebe ich in meiner Gabe dir nicht mich selber (mein Herz), so liebe ich dich nicht, und nimmst du in ihr nicht mich selber, so liebst du mich nicht.


Gefühl ist Basis der Intelligenz, Anfang und Ende. Alles Wissen geht vom Gefühl aus und in Gefühl wieder zurück.


Ich nenne das Weib darum die Bewahrerin der Liebe, weil bekanntlich beim Manne nicht die Liebe, sondern die Lust die Initiative hat, welcher Lust die Liebe nur folgt, wogegen beim Weibe die Lust der Liebe folgte.


Jede neue und ohne unser Zutun oder Verdienst uns entstandene Liebe ist wie ein neugeborenes Kind, zart, aber gebrechlich und der sorgfältigen Pflege bedürftig.


Liebe ist Ordnung und verlangt Ordnung. Man verlangt nicht, ohne verlangt zu werden.


Lieben ist Gernetun, Leiden und Entbehren für den Geliebten, und wer nichts mehr für ihn zu tun, zu entbehren und zu leiden hätte oder wüßte, der hörte auf zu lieben.


Man kann den nicht hassen, für den man betet, und man liebt nicht den, für den man nicht betet.


Nicht der Dienst macht unfrei und erniedrigt, sondern nur jener Dienst, welcher Achtung und Liebe tilgt.


Überall nämlich sehen wir das Leben aus der Tiefe emporsteigen, ein Niedrigeres, dem Ansehen nach Schlechteres, weil selbst Unscheinbares dem Höheren, Edlern aus ihm Hervorkommenden vorgehen.


Was Erinnerung bedeutet: Da alles, was im Zeitleben äußerlich verschwindet, ins Innere tritt, so muß es innerlich wieder findbar oder durch Aufschluß den Inneren wieder vergegenwärtigbar sein.


Was man liebt, läßt man nicht ungetan.


Wem nicht verziehen ward, der kann auch nicht verzeihen.


Wenn du innerlich nicht hörst, kannst du äußerlich nicht sprechen; wenn du innerlich nicht siehst, kannst du äußerlich nicht sichtbar machen.


Dies ist keine vollständige liste der zitate von Franz-von-Baader. Zitate anderer autoren sind ebenfalls verfügbar.