Franz von Liszt

Aime le peuple, évite la foule.


Das Genie ist die Macht, Gott der menschlichen Seele zu offenbaren.


Das Lied ist poetisch wie musikalisch ein der germanischen Muse ausschließlich angehöriges Erzeugnis, sowie die Worte Sehnsucht und Gemüt, welche seinen Bereich bezeichnen und sein Lebensmark bilden, nur der deutschen Sprache angehören und unübersetzbar bleiben. Nicht als ob andere Nationen nicht auch lyrische Gesänge besäßen. Der Charakter derselben hat aber nichts vom Lied.


Der Dirigent soll Steuermann sein, nicht Ruderknecht.


Die Musik ist als die universelle Sprache der Menschheit zu bezeichnen, durch welche das menschliche Gefühl sich einst allen Herzen in gleich verständlicher Weise mitteilen kann, während sie außerdem den verschiedenen Nationen die mannigfaltigsten Dialekte darbietet, je nachdem deren Ausdrucksweise dem Geist der einen oder anderen besser entspricht.


Die Musik ist Hauch von Mund zu Mund, strömendes Blut in den Adern des Lebens!


Die Musik wechselt wie die Architektur ihre Stile, und eine Form verdrängt die andere in dem Grade, wie die Gesellschaft ihr Ideal, ihren geistigen Gehalt ändert.


Die wirkliche Aufgabe eines Kapellmeisters besteht darin, sich augenscheinlich überflüssig zu machen und mit seiner Funktion möglichst zu verschwinden. Wir Kapellmeister sind Steuermänner und keine Ruderknechte.


Eine gute Zigarre aus Übersee verschließt den Gemeinheiten dieser Welt die Tür.


Gefühl selbst lebt und leuchtet in der Musik ohne bildliche Hülle, ohne Vermittlung der Tat, des Gedankens.


Jeder einzelne im Publikum ist ein Esel, aber alle zusammen sind sie die Stimme Gottes.


Nicht dem Wollen des Künstlers, sondern dem, was ihm auszusprechen gelungen ist, trägt die Nachwelt Rechnung.


Wenn auch anzunehmen ist, alles sei bereits gesagt, so darf man doch keineswegs folgern, daß auch alles gehört und verstanden wurde.


Wenn ich nochmal eine Frau entführen sollte, würde ich den Gatten mitnehmen.


Wenn man dem echten Genius der Musik treu bleibt, so hat auch die neueste Tonkunst mit allen ihren raffinierten instrumentalen Vorzügen keinen anderen Sinn als die Flöte Tubalkins, des ersten Bläsers, als der Dudelsack des ersten Sinesen, als der Jodel des Älplers, als der Psalm des Mönchs, das Deckelschlagen und Bambusschwingen der Neger, als Cäcilias Orgelchen, Paganinis Geige, Mozarts Oper und Hugo Wolfs Lied: Nämlich die Aufgabe, in einer andere Sprache als der wörtlichen oder der malenden oder der architektonischen, in der Sprache der Töne von Seele zu Seele zu reden.


Wie es in der Natur keine Lücken gibt, wie in der menschlichen Seele nicht bloß Kontraste sich bewegen, ebensowenig liegen steile Abgründe zwischen den Gipfeln der Kunst.


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