Franziska Van Almsick

Die wenigsten sind ehrlich. Der Friseur findet meine vom Chlor strohigen Haare ganz toll; einer sagt, ich sei die geborene Schauspielerin. Der Nächste, ich sei ein Model oder eine phantastische Sängerin. Man sieht in mir nur den Star, der in der Zeitung steht und der viel Kohle hat. (Über: Freundschaften).


Es gibt so viele Leute, die besser aussehen oder intelligenter sind als ich. Aber ausgerechnet mich hat´s getroffen. Deswegen glaube ich, daß ich irgendetwas Besonderes haben muß, das ich selbst nicht erklären kann. (Über: Selbstcharakterisierung).


Für viele Sportler ist das das einzige, das zählt. Bei mir ist das anders. Wenn ich mit einer prima Zeit Vierte werde, ist mir egal, ob ich in Atlanta am Ende eine Medaille um den Hals habe oder nicht. (Über: Olympia-Gold).


Ich fühle mich vor großen Rennen absolut nicht fit. Im Gegenteil: Ich bin dann ganz schwach. Dieses schlechte Gefühl ist ein gutes Zeichen. Dann stimmt die Spannung. Natürlich zieht man vor dem Start eine Show ab und versucht die Gegner damit zu verunsichern. Manche kann man mit solchen Tricks besiegen. (Über: Wettkampf-Nervosität).


Ich habe wahnsinnige Angst vor mir selbst. Meine größte Schwäche ist, daß ich oft zu ehrgeizig bin. Ich fürchte, daß ich selbst unmögliche Dinge von mir verlange. (Über: Angst vor dem Versagen).


Ich könnte mir jetzt, mit 24, nicht vorstellen, 30 Jahre mit einem Mann verheiratet zu sein. Wenn ich mir da meinen Vater anschaue und mit dem 30 Jahre – na, vielen Dank.


Ich möchte ganz normal leben. Aber ich kann alles haben, was ich will. Wenn ich Boris Becker treffen möchte – kein Problem! Einkaufen in New York? Flieg´ ich halt hin! Das Leben verliert dadurch an Reiz. Mir fällt das alles viel zu leicht. (Über: Geld).


Manchmal bin ich schon sauer, wenn ich nach einem Sieg Glückwünsche vom Bürgermeister bekomme: Wir sind stolz; Werbung für Berlin; bla bla . . . Um die schlechten Bedingungen, unter denen ich trainieren muß, kümmert sich keiner. (Über: Ärgernisse).


Nach Olympia mach´ ich erst mal Pause. Vier Jahre in der Weltklasse zu schwimmen, ist nicht besonders witzig. Ich brauche neue Motivation. Ich bin müde. Wenn ich merke, daß ich ein Ziel verfehle und am Limit bin, wär´s gut möglich, daß ich alles hinschmeiße und sage: Das war´s. (Über: Karriere-Ende).


Von Mitschülern höre ich immer wieder, wie schwer es ist, eine Wohnung oder eine Lehrstelle zu finden. Sie haben kaum Perspektiven. Meine Generation ist ernst geworden. Sie hat ihre Illusionen verloren. (Über: Ihre Generation).


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