Freidank

An der Rede erkenne ich Toren, den Esel an den Ohren.


Angst erfaßt des Diebs Gemüt, wenn er viel Leute flüstern sieht.


Auf Erden nichts geschaffen ist, was hat Bestand für lange Frist.


Auf Minne und auf Gewinne stehn ganz der Welt die Sinne.


Bös Gerücht nimmt immer zu, / gut Gerücht kommt bald zur Ruh.


Das Meer noch niemals größer ward, weil eine Gans das Wasser spart.


Daß niemand Weisheit erben mag noch Kunst, das ist ein harter Schlag!


Das Weib man immer bitten soll – ihr aber steht Versagen wohl.


Dem Armen ist nicht mehr gegeben als gute Hoffnung, übles Leben.


Den Weibern und dem Spiel zuliebe / wurde mancher Mann zum Diebe.


Der Jugend Lob wird's mehren, wenn sie das Alter ehren; doch große Tugend ist's des Alten, der Jugend was zugute halten.


Der neue Besen kehret wohl. (Allgemeiner Sprachgebrauch: Neue Besen kehren gut).


Der Rost frißt Stahl und Eisen, die Sorge frißt den Weisen.


Der Schmeichler ist dem Herren lieb, doch stiehlt er die Ehr ihm wie ein Dieb.


Der wagen hât deheine stat, dâ wol stê daz fünfte rat. – Der Wagen hat keine Stelle, wo das fünfte Rad wohl angebracht wäre.


Des Honigs Süße verdrießet, / so man zuviel genießet.


Des Jungen Lob sich mehret, so er den Alten ehret.


Die bösen Fraun man hüten soll, die guten hüten selbst sich wohl.


Die Hoffnung freuet manchen Mann, der Herzensfreude nie gewann.


Die Horcher sind den Herren lieb, / Und sind doch ihrer Ehre Dieb.


Die Tränen bald getrocknet sind, / die eines reichen Mannes Kind / weinet an des Vaters Grab.


Durch Not muß keusch wohl sein ein Weib, wenn keiner gehret ihren Leib.


Ein falscher Mann denkt immer schlecht von andern, tun sie noch so recht.


Ein Freund ist nützer nahebei als in der Ferne ihrer drei.


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