Geist

“Aber es ist schwierig, dass einer, der durch Gaben des Geistes ausgezeichnet ist, sich nicht überheben soll.” – Martin Luther, Tischreden


“Darum können Zeitungen so sehr schaden, weil sie den Geist so unsäglich dezentrieren, recht eigentlich zerstreuen.” – Christian Morgenstern, Stufen


“Dem Geist ist jederzeit die souveräne Verachtung der Regierenden sicher. Entfällt sie, wird entweder nicht regiert oder nicht gedacht.” – Gerhard Zwerenz, Ärgernisse


“Dem Geiste, der nach langem Mühen die Welt los geworden ist, dem weltlosen Geiste, bleibt nach dem Verluste der Welt und des Weltlichen nichts übrig, als – der Geist und das Geistige.” – Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum


“Denn der Geist hat Wandelbarkeit, aber nicht Vergänglichkeit.” – Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, I. Einleitung, 1. Unsere Aufgabe, gutenberg.spiegel.de


“Der müde Leib findet ein Schlafkissen überall, doch wenn der Geist müde ist, wo soll er ruhen?” – Georg Büchner, Leonce und Lena, 2. Akt, 3. Szene / Lena


“Des Menschen Geist wohnt in den Ohren: Wenn er etwas Gutes höret, so erfüllet er den Leib mit Wohlgefallen; höret er aber das Gegenteil, so brauset er auf.” – Xerxes I., überliefert von Herodot, Historien


“Die Feinschmeckerei ist eines der stärksten gesellschaftlichen Bande; sie breitet täglich jenen geselligen Geist aus, der die verschiedenen Stände vereinigt, sie mit einander verschmilzt, die Unterhaltung belebt und die Ecken der gebräuchlichen Ungleichheit abschleift.” – Jean Anthelme Brillat-Savarin, Physiologie des Geschmacks


“Die Freude zu leben wird aus der Natur geboren und muss im Geiste gerettet werden.” – Ferdinand Ebner, Schriften, Bd. 1


“Die Natur, die weniger stiefmütterlich ist, als ihre Verleumder sie schildern, legt oft in ihre Kargheit selbst den Sporn, der neue Anstrengung hervorruft und die Geistesanlagen entwickelt.” – Georg Forster, Über die Beziehung der Staatskunst auf das Glück der Menschheit


“Die Sanftmut macht uns empfänglich für den göttlichen Geist.” – Erasmus von Rotterdam, Handbüchlein eines christlichen Streiters


“Die Thätigkeit des Blumenkohl-ähnlichen Gehirns pflegt man Geist zu nennen.” – Wilhelm Busch, Brief an Maria Anderson. 25. Juli 75


“Du leidest an einer unheilvollen Seelenkrankheit. Die Modernen nennen sie Schwermut, die Alten hießen sie geistige Trägheit.” – Francesco Petrarca, Gespräche über die Weltverachtung / Augustinus


“Eine gewisse Stumpfheit des Geistes scheint aber eine notwendige Eigenschaft, wenn nicht jedes aktiven Menschen, so doch jedes ernsthaften Geldsammlers zu sein’.” – Fjodor Dostojewski, Der Idiot


“Es gibt eine Schwermut, die gehört der Größe des Geistes zu.” – Nicolas-Sébastien de Chamfort, Maximes et Pensées, Caractères et Anecdotes


“Es ist ein Gesetz des menschlichen Geistes, dass man einen Irrtum nur dadurch überwinden kann, dass man ihn an sich selbst erfährt, erlebt und wenigstens als vorläufige Annahme sich zu eigen macht.” – Ernest Dichter, Überzeugen, nicht verführen


“Geschichte ist nur das, was in der Entwicklung des Geistes eine wesentliche Epoche ausmacht.” – Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte


“Grad und Art der Geschlechtlichkeit eines Menschen reicht bis in den letzten Gipfel seines Geistes hinauf.” – Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse


“Ich scheue die Disziplin, den mathematischen Geist, den beschränkten Geist, das Herz der Händler, das so vertrocknet ist wie das Holz ihres Ladentisches.” – Gustave Flaubert, Erinnerungen, Aufzeichnungen und geheime Gedanken


“Kommt der Geist eines Menschen vor zeitlichen Sorgen nicht zur Ruhe, so kann er Gott nicht näher kommen.” – Antonius von Padua, Predigten


“Leichtgläubigkeit kommt aus dem Herzen und schadet dem Geist nicht.” – Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen


“Nur der Geist des Menschen vermag sich in den höchsten Augenblicken der Weihe der unmittelbaren, geistigen Anschauung des Göttlichen zu nähern.” – Gotthilf Heinrich von Schubert, Ansichten von der Nachtseite


“Nur erst, wenn dir die Form ganz klar ist, wird dir der Geist klar werden.” – Robert Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln


“Reisen veredelt wunderbar den Geist und räumt mit all unseren Vorurteilen auf.” – Oscar Wilde, Die bedeutende Rakete / ein kleiner Zünder


“Schenke mit Geist ohne List. // Sei eingedenk, // Daß dein Geschenk // Du selber bist.” – Joachim Ringelnatz, aus Schenken


“Solange der Geist nicht absolut frei ist von Angst, bringt jede Form des Handelns noch mehr Übel, noch mehr Elend und Verwirrung.” – Jiddu Krishnamurti, Jenseits der Gewalt


“Unser erkennender Geist spannt sich, indem er etwas erkennt, in’s Unendliche aus.” – Thomas von Aquin, Summa contra Gentiles (Summe gegen die Heiden) I, cap. 43, n. 10


“Wenn der Geist sich einmal seiner selbst bewusst geworden, bildet er von sich aus seine Welt weiter.” – Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen


“Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einem lebendigen Wesen«, und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche.” – Paulus, 1 Kor. 15,45-46


“Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.” – Simon Petrus in der Apostelgeschichte 2,38 Luther


Dies ist keine vollständige liste der zitate von Geist. Zitate anderer autoren sind ebenfalls verfügbar.