Georg Spatt

Alle sind immer unheimliche Workaholics. Ich weiß, das klingt unchic, aber ich habe nicht den Ehrgeiz zu sagen: Ich bin ein Checker und dauernd im Einsatz. Ich habe auch meine Zweifel, wie das gehen soll.


Die besten Reformen sind die, die man erst im Nachhinein merkt.


Die Jungen, die sich bei uns bewerben, sind viel besser ausgebildet – als ich es zum Beispiel war. Ich musste viel mit Begeisterung wettmachen und ein paar Jahre lang tarnen und täuschen, damit niemand draufkommt, dass ich nix kann. Inzwischen hab ich's ganz gut gelernt!


Die Moderatoren werden ja nicht schlechter, weil sie älter werden! Wir haben uns aber zuletzt sehr um den Nachwuchs gekümmert. Jetzt gibt es wieder viele junge Talente, die Radio sexy finden. Das Radio bekommt gerade Rückenwind.


Die Radiobranche in Österreich zeichnet sich ein bißchen dadurch aus, daß gerade bei größeren Bewerbern, die etwas lautstark angetreten sind, viele Phrasen gedroschen werden. Dem Hörer wird ein X für ein U verkauft. Das tut mir leid, weil Ö3 allein durch die Tatsache, daß Privatradio in den Markt gekommen ist, besser geworden ist. Sowohl das Produkt als auch die Arbeitsbedingungen bei uns.


Es stimmt, dass Ö3 die privaten Mitbewerber relativ wenig spürt. Die starke Spezialisierung der Privaten würde ich mir als Hörer wünschen, aber der Kaufmann in mir sagt: Das war halt ein bisschen eine Illusion, dass das in einem so kleinen Markt funktioniert.


Fragt man Hörer, dann trennen die zwischen gut und schlecht, g'fallt mir und g'fallt mir nicht – aber nie nach Information und Unterhaltung!


Ich als Radiomacher schaue mir vorurteilsfrei an: Was machen die großen Regisseure? Was macht die Kirche? Was machen die Stones, wenn sie auf Tour gehen?


Ich bin extrem vorsichtig, über meine Pläne zu reden. Ich habe jedenfalls in der Zukunft vor, daß man, wenn die Zukunft schon wieder Vergangenheit sein wird, sagt: Da hat Ö3 wieder den Standard gesetzt. Da hatte Ö3 den berühmten Schritt voraus. Da hat Ö3 intelligent aufgezeigt, wie kommerzielles Radio für ein großes Publikum gemacht werden kann.


Ich gehöre nicht zu den Programmmachern, die stolz darauf sind, dass ihnen ihr Programm wurscht ist. Ich mag Ö3! Aber: Nein, es entspricht nicht immer meinerm Geschmack. Und ich verstehe manchmal, dass jemand sagt: Bah, ihr nervt's.


Ich komme aus dem christlich-sozial-liberalen Bereich. Geprägt von einer Grünbewegung, die nichts mit der grünen Partei zu tun hat. Genauso, wie ich christlich geprägt bin und nichts mit der ÖVP zu tun habe. Und soziale Anliegen vertrete ich, ohne mit der SPÖ zu tun zu haben.


Öffentliche Darstellung ist immer auch Inszenierung. Die Theatermacher tun nichts anderes. Auch die katholische Kirche macht das auf höchstem Niveau – sie gibt in ihren Inszenierungen Antworten auf die Fragen des Lebens.


Reichweiten sind strategische Ziele, aber sie beeinflussen uns nicht bei der journalistischen Arbeit.


Wir haben weltweit eine Renaissance der Rockmusik. Und die Rockmusik hat im Gegensatz zu anderen Musikstilen eine länger zurückverfolgbare Geschichte. Auch junge Hörer gehen jetzt locker mit Musik um, die aus den Achtziger- oder Siebzigerjahren stammt. Das hilft uns, offener zu programmieren.


Wir sind von der Haarwurzel bis zur Sohle öffentlich-rechtlich.


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