Gerald Dunkl

Gedankliches Ich sitze hier in den Wäldern im Schatten des Berges dessen Namen ich nicht kenne der Baumstumpf unter mir drängt mir mit seiner harten Feuchtigkeit Gedanken des Lebens in den Kopf wenn ich in die Ferne sehe zu einem von Gehölz verdeckten Horizont um seine Grenzen zu verlassen wohin werde ich gelangen wenn ich von einem Horizont zum nächsten schwebe die Unbegrenztheit der Unendlichkeit verlassend in welchen Alleen werde ich sein die alle noch immer nicht das Alles sind der Baumstumpf dringt in mich vor ich wachse aus zu einem neuen Baum in einer neuen Welt von der ich nicht weiß ob es sie gibt


Viele Berge der Sehnsucht werden höher, je näher du ihren Gipfeln kommst, die du nie erreichen wirst; könntest du sie erklimmen, fändest du nur gähnenden Abgrund um dich.


Wo habt ihr die Freude gesehen, wenn nicht dort, wo auch die Trauer wohnt.


In großen Bergen von Gewölle entdeckte sie die Sauberkeit des Schmutzes und sanft fallend ließ sie sich in ihm entschlummern.


Sie rettete sich im Menschenmeer von Insel zu Insel.


Die Luft in der Welt ist spröde und stickig geworden, die Menschen haben in ihr den Verbündeten ihres Untergangs gefunden.


Im Blick auf den sternenverhangenen Himmel überschritt sie den Horizont der Nacht von einem Gefühl der Ungewißheit erfaßt, ob wir nicht gleichzeitig auch in anderen Welten leben und nur nichts davon wissen, so wie ein Schlafender nichts von seinem grundsätzlich vorhandenen Bewußtsein weiß.


Wir hören den Klang der Glocken und sehen das Licht der Freude wir schmecken die Bitterkeit der Verzweiflung und spüren die Nähe der Liebe wir riechen den Duft des Seins und wissen dennoch nicht ob unser Leben nicht viel mehr Dimensionen hat als uns bewußt ist


Tod heißt das Leben, sprach der General und ließ lebend die Toten vor sich aufmarschieren.


In meinem Schreibstift liegt die Freiheit, die ich nicht sehen, die ich nicht leben kann.


Laßt wachsen die Bäume der Phantasie in die Irrationalitäten des Himmels, wo sie sich ausbreiten über die Ufer der Welt.


Keimen die Triebe des Geistes laufen über die Quellen der Wasser reichen einander die Hände zu einem großen Ganzen das selbst nur Teil eines anderen Ganzen


Lasset leuchten die Augen über die Unräumlichkeiten der Freiheit wo ihr sie seht ist sie euch schon entwichen denn ihr stoßt an die unsichtbaren Grenzen die ihr in euch selber tragt


Das Leben erscheint manchmal wie ein Gefängnis wohin du dich wendest stößt du auf Mauern und Gitterstäbe


Die Menschheit eine verrückte Art die glaubt sich gegen ihresgleichen verteidigen zu müssen indem sie sich vernichtet


Kinderlos zog er durch die Welt er war kein begeisterter Leber als das Kind des Nachbarn zur Welt kam sagte er: “wieder ein neuer Sterber”


Männer spielen sich gerne als die Stärkeren auf, und wenn sie bemerken, daß sie nicht die Stärkeren sind, versuchen sie zu beweisen, daß sie doch die Stärkeren sind, sodaß sie glauben, tatsächlich die Stärkeren zu sein


Befehle zu erhalten war fast das Schlimmste für ihn noch schlimmer für ihn war keine Befehle zu erhalten


Sie haben sich Revolutionäre genannt sich dem Staat verweigert und sich seiner Mittel bedient sie haben Gewalt gepredigt Kriege geführt und Andersmeinende liquidiert sie wollten die Herrschaft beseitigen indem sie diejenigen die sie beherrschten beseitigten


“Ich werde dich nun töten, weil du jemanden umgebracht hast” sagte der Henker zum Mörder “Warum hätte ich niemanden umbringen sollen” fragte der Mörder “du tötest mich ja auch”


Stell Dir vor auf der Eisenbahnstrecke Wien-Paris liegt an den Schienen eng aneinandergepreßt ein Mensch neben dem anderen den Kopf auf der Schiene und am anderen Schienenstrang liegt ebenfalls eng aneinandergepreßt ein Mensch neben dem anderen den Kopf auf der Schiene und stell Dir vor Du sitzt im Zug und fährst von Wien nach Paris und unter Dir über den Schienen die Köpfe der Leute Du fährst fünfzehn Stunden und jede Sekunde überrollt der Zug ein paar Köpfe von Wien bis Paris tausendvierhundert Kilometer fünfzehn Stunden lang So viele Menschen wurden in den KZs des Dritten Reiches getötet


Gefängnisstrafe Sie wurden zerstört daher haben sie zerstört dafür wurden sie noch mehr zerstört


“Das Volk muß verteidigt werden”, sprach der Kriegsminister und meinte damit, daß das Volk diejenigen verteidigen muß, die an der Verteidigung des Volkes interessiert sind, weil das Volk ihre Interessen verteidigt


Nach jedem Krieg fragen die Menschen wozu er gut war Warum stellen sie diese Frage nicht schon vorher


Die Freiheit hängt am Galgen den der Mensch hat ihr errichtet und doch ist sie nicht tot sie wird den Strick zerreißen den er ihr hat gedreht


Die Realität ist eine List die nie das ist was man gern hätt´


Eigentum macht niemals satt, weil es das ist, was stets der andre hat


Wer alleine ißt Wer alleine ist ißt zu zweit ist zu zweit denn der denn der den er ißt der er ist ißt in ihm ist in ihm


Hühner die mit Eiern sparen werden im Alter alleine dastehen


Eifersucht – Die Sucht nach mir such ich in dir


“Warum stehen die Sterne so schief?” fragte das Kind den alten Mann. “Die Sterne stehen nicht schief”, antwortete der alte Mann dem Kind, “aber die Erde ist wie ein schiefer Zylinder und daher sehen die Sterne so schief aus”.


Der Mann sagte “ja” das Kind sagte “nein” der Mann nahm das Gewehr und das Kind war nicht mehr


Da ich der Meinung bin daß ich mit meiner Meinung nicht einer Meinung bin bin ich mit keiner Meinung einer Meinung meinte der meinende Meinungslose


Ich blicke in die Ferne und sehe stets mein Auge; was trennt meinen Blick von den Grenzen der Endlichkeit – ein Spiegel


Gehe hin, und du wirst sehen, es ist nichts da Gehe nochmals hin, und du wirst sehen, es ist nichts da Gehe ein drittes Mal hin, und du wirst sehen, es ist noch immer nichts da Gehe ein viertes Mal hin, und du wirst sehen, du bist nie da gewesen


Stammtischphilosophen Der Regen prasselnd auf das Dach die Sprache verschlungen in den Windungen der Stimmbänder der Schaum des Bieres umnebelnd den Geist ertränkt die Flut der Ideen im Dunkel der Nacht


Lebenslauf Früchte im Koma der Leib beginnt zu leben den Sog des Atems durchberstend ballende Kraft der Bewegung das Erwachen des Geistes Verschwendung der Hingabe Vervielfachung Hoffnung und Enttäuschung wiedergewonnene Gelöstheit fragende Rückschau Abrundung zur Ganzheit fallendes Laub


Dank an ein Kind Danke für deine Liebe die du uns schenkst obwohl wir dir die Beachtung nicht gönnen die du verdienst obwohl wir dich deine Gefühle und Wünsche nicht ernst nehmen obwohl wir Forderungen an dich stellen die wir nicht bereit wären dir gegenüber zu erfüllen danke daß du uns ehrst obwohl wir dir die Ehre die dir gebührt verweigern danke daß du uns vertraust obwohl wir dein Vertrauen so oft mißbrauchen


Danke daß du bei uns Wärme und Schutz suchst obwohl du von uns immer wieder abgewiesen wirst danke daß du dich uns anvertraust obwohl wir dich wie einen zweitrangigen Menschen behandeln danke daß wir an dir sehen können daß bedingungslose Hingabe möglich ist danke daß du uns zeigst wie alles verzeihende Liebe aussieht


Helfen wir einander unseren Kindern zu helfen daß sie sehen lernen mit ihren eigenen Augen daß sie hören lernen mit ihren eigenen Ohren daß sie sprechen lernen mit ihrem eigenen Mund


Bevor du dein Kind schlägst weil es nicht getan hat was du wolltest denk daran daß du es nicht gefragt hast ob es sein wollte


Eltern wollen sich in ihren Kindern verwirklichen, indem sie verhindern, daß sich ihre Kinder verwirklichen


Den eigenen Kindern die Freiheiten zuzugestehen, das tun zu dürfen, was man einst selber tun wollte, aber nicht tun durfte, heißt noch nicht, die Intoleranz, die einem an der eigenen Erziehung widerfahren ist, überwunden zu haben den eigenen Kindern aber die Freiheiten zuzugestehen, das tun zu dürfen, was man einst selber tun mußte, aber nicht tun wollte, ist die eigentliche Kunst einer toleranten Eltern-Kind-Beziehung


Werden wie die Kinder die Welt mit andern Augen sehen, mag uns manchmal helfen, die Menschen zu verstehen


Gesellschaft und Macht Der Staat hat Euch Gesetze geschaffen und sagte, es sei zu eurem Schutze, doch Euch hat er aufs Schafott gebracht; der Staat hat Euch zur Arbeit gezwungen und sagte, es sei zu Eurem Wohle, doch Euch hat er zu Sklaven gemacht; der Staat ließ Euch Gefängnisse bauen und sagte, es sei für Eure Sicherheit, doch Euch hat er darin eingesperrt; der Staat hat Euch in Schulen gesteckt und sagte, für Euer Leben lernt Ihr dort, doch Euch hat er dort zu parieren gelehrt; der Staat hat Euch das Eigentum geheiligt und sagte, es sei zu Eurem Glücke, doch Euch ließ er am Hungertuch nagen; der Staat hat Euch das Töten gelehrt und sagte, es sei zu Eurer Verteidigung, doch Euch ließ er auf dem Schlachtfeld erschlagen


Nicht derjenige ist Sieger über die Tyrannei, der sie zerschlägt, sondern derjenige, der sich von ihr nicht einschüchtern läßt.


Die bürgerliche Demokratie bedient sich der Freiheit als Mittel zur Versklavung


Bürgerliche Demokratie ist die Freiheit, das tun zu dürfen, was die noch Freieren wollen, das getan werden darf


Bürgerliche Demokratie ist Diktatur auf Abruf


Bürgerliche Demokratie ist die Diktatur der Meinungen, die die Herrschenden der Mehrheit eingetrichtert haben


Parlamentarische Demokratie ist die Fortsetzung der Diktatur mit anderen Mitteln


Es ist genauso leicht, in der Demokratie die Diktatur zu kritisieren, wie in der Diktatur die Demokratie; wichtig ist jedoch, das jeweilige System ändern zu können


Ob man einen unerwünschten Zustand kritisieren darf oder nicht ist zweitrangig – Hauptsache, man kann ihn ändern


Die Macht des Volkes ist meistens die eines Korrektivs zur reibungslosen Aufrechterhaltung des Systems der Mächtigen


Kapitalisten aller Länder enteignet Euch!


Kapitalismus ist Egoismus zum System erhoben


Kleine Mörder töten mit der Waffe in der Hand Große Mörder töten mit dem Geld in der Bank


Der Kapitalismus ist ein System, das durch Konkurrenzdruck eine permanente Unterlegenheitsbedrohung erzeugt, die erfinderisch macht, um dann den technischen Fortschritt rücksichtslos voranzutreiben


In der feudalen Gesellschaft ist die Grenze des sozialen Aufstiegs für jede soziale Schicht festgelegt. Im Kapitalismus ist die Grenze des sozialen Aufstiegs die Wahrscheinlichkeit Doch die Wahrscheinlichkeit wird subjektiv nicht als Grenze empfunden


Nicht derjenige verdient in unserer sogenannten Leistungsgesellschaft mehr, der mehr leistet, sondern derjenige, der die Möglichkeit hat, sich der Strukturen der Gesellschaft besser zu bedienen


Freie Marktwirtschaft bedeutet für viele die Freiheit auf Grund mangelnder finanzieller Mittel kaum Freiheiten zu haben


Der Marxismus hat ebenso wie der Kapitalismus die Ökonomie in den Mittelpunkt des Interesses gestellt; wo aber die Ökonomie im Mittelpunkt steht, wird der Mensch an den Rand gedrängt.


Wo das Geld im Mittelpunkt steht, wird der Mensch an den Rand gedrängt


Der Holocaust unserer Tage spielt sich weitestgehend nicht in KZs ab, sondern in den Slums der Dritten Welt


Frieden im bürgerlichen Sinn ist Krieg mit den Waffen des Geldes


Lohnarbeit ist die Fortsetzung der Sklaverei mit anderen Mitteln


Herrschaft ist dann perfekt, wenn die Beherrschten das wollen, was die Herrscher von ihnen wollen, daß sie wollen.


Die zynischste Form der Unterdrückung ist die, die den Unterdrückten sagt, sie diene zu deren Schutz


Die schweigende Mehrheit ist das Fundament jeder Herrschaft


Der erfolgreichste Herrscher ist nicht der, der Kritik nicht zuläßt, sondern der, welcher die Kritik in bestimmten Bahnen hält


Herrschaftsverhältnisse halten sich dadurch aufrecht, indem sie den Untertanen als notwendige Selbstverständlichkeit beigebracht werden, und indem der persönliche Nutzen des Sich-Arrangierens mit den Herrschaftsverhältnissen größer erscheint, als die Kosten des Dagegen-Opponierens


Wählen von Regierungen ist eine freiwillige Selbstentmündigung, die nicht als Entmündigung empfunden wird, was die Unmündigkeit erst recht unter Beweis stellt


Nichtwählerargument Ich kann es nicht verantworten, jemanden die Verantwortung zu übergeben, für den ich die Verantwortung nicht übernehmen kann


Das Stimmvieh hat sich seine Schlächter ausgesucht


Wahlen schützen vor Tyrannen nicht


Solange das herrschende Recht der Erhaltung des herrschenden Unrechts dient, hat es kein Recht, Recht genannt zu werden


Das Recht des Stärkeren gibt sich gerne als der Schutz des Schwächeren aus


Staatliche Rechte sind der Ausdruck von Machtkämpfen


Wenn die Schwächeren ein staatliches Gesetz stört und sie setzen sich darüber hinweg, werden sie bestraft Wenn die Starken ein staatliches Gesetz stört und sie setzen sich darüber hinweg, wird darüber hinweggesehen Wenn die Stärksten ein staatliches Gesetz stört, lassen sie es ändern


Mächtige gewähren den Machtlosen Rechte, um ihre Macht aufrechterhalten zu können


Gewalt und Freiheit Wer sich gewaltsam verteidigt, provoziert den Gegner, seine stärksten Waffen einzusetzen


Eine Gesellschaft, die es zuläßt, mit Waffengewalt verteidigt zu werden, ist keine verteidigungswürdige


Eine Gemeinschaft, die durch Gewalt zusammengehalten wird, ist keine Gemeinschaft


Die Gewalt der Gewalttätigen fördert die Gewalt der Gewalttätigen


Wenn Gewaltfreiheit Gewalt erzwingt, wird sie zur Gewalt


Wer den Frieden will, kann nicht gleichzeitig den Krieg vorbereiten


Wer für den Frieden – aber nur unter gewissen Bedingungen – eintritt, ist kein Kind des Friedens sondern des Krieges


Viele, die den Frieden fordern, meinen damit die Niederlage des Gegners


In der heutigen Zeit glauben viele Menschen, Kriege dadurch beenden zu können, indem sie den Krieg mit einem noch größeren Krieg bekämpfen wollen. Dies wird früher oder später mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem neuen Weltkrieg führen.


Kriege sind die Folgen politischer Prozesse an denen alle beteiligten Parteien aber auch außenstehende Dritte mitverantwortlich sind


Wer in einem Krieg zwischen Bösen und Guten, zwischen Aggressoren und Verteidigern unterscheidet, hat die Chance auf Frieden schon verloren.


Tötung als politisches Mittel zum Zweck der Schaffung einer menschlicheren Welt ist insofern absurd, als der Getötete vom Zweck – sollte er erreicht sein – nichts hat.


Was hat ein Mensch von einer humaneren Gesellschaft, wenn er zu deren Zweck getötet wurde?


Terrorbekämpfung darf nicht mit Terroristenbekämpfung verwechselt werden


Der Terror der Anti-Terroristen fördert den Terror der Terroristen


Wenn geächtete Terrorgruppen größer wären, wären sie geachtete Armeen


Wer einen Menschen tötet und behauptet, es im Interesse der Machtlosen getan zu haben, wird »Terrorist« genannt; wer aber im Interesse der Mächtigen Millionen tötet, wird »Held« genannt.


Wenn die Machtlosen in ihrer Ohnmacht einen Menschen töten, heißt es “Terror” wenn die Mächtigen zur Stärkung ihrer Macht Millionen Menschen töten lassen, heißt es “Verteidigung”


Je gewaltsamer jemand das Verbrechen und den Terror bekämpfen will, desto größer die Wahrscheinlichkeit, daß er an den Ursachen von deren Entstehung beteiligt ist


Kleine töten mit der Waffe und werden als Mörder verfolgt, Große lassen töten und verhungern und verfolgen diejenigen, die sich ihnen in den Weg stellen.


Freiheit, die nicht auf sozialer Gleichheit beruht, ist ein Widerspruch in sich selbst


Freiheit und Gleichheit sind wie zwei Seiten einer Medaille: wenn eine Seite zerstört wird, ist die Medaille wertlos


Freiheit zur Ideologie erhoben ist Unfreiheit


Freiheit ist die Freiheit, sich auch für die Unfreiheit entscheiden zu können


Wenn die Freiheit die Unfreiheit ist, sich für die Unfreiheit entscheiden zu können, ist die Freiheit keine Freiheit mehr


Je mehr Leute behaupten, die Verwirklichung einer bestimmten Idee sei unrealistisch, desto unrealistischer wird sie tatsächlich


Je mehr Menschen behaupten, eine Gesellschaftsänderung sei unrealistisch, desto unrealistischer wird sie tatsächlich


Etwas Realistisches wird unrealistisch, wenn viele meinen, es sei unrealistisch


Utopie bleibt Utopie wenn alle sagen es sei ›nur‹ Utopie


Wenn Utopien nicht verwirklicht werden, dann deswegen, weil es Menschen gibt, die wollen, daß sie nicht verwirklicht werden


Daß sich die Gesellschaft ändert steht fest unabhängig ob die Menschen daran glauben oder nicht wie sie sich ändert aber hängt davon ab ob die Menschen an deren Veränderung glauben oder nicht


Die Utopisten von heute sind die Realisten von morgen


“Es war schon immer so und es wird auch immer so sein” ist die beliebteste Ausrede für die Bequemlichkeit, an den bestehenden Zuständen nichts ändern zu wollen


Von “Utopie” spricht man für gewöhnlich dann, wenn man etwas nicht ändern will und nicht, wenn man etwas nicht ändern kann


Der Weg, durch Gesellschaftsänderung Krieg, Hunger und Unterdrückung zu überwinden, mag unrealistisch sein, aber er ist langfristig der einzig mögliche


Wer sich geändert hat, hat die Welt geändert, denn er ist ein Teil von ihr


Solange es Menschen gibt, die trotz einer aussichtslosen Situation etwas dagegen tun, ist die Situation nicht aussichtslos


Wer sich um das Paradies bemüht, ist schon beinahe dort


Es kommt nicht darauf an, sagen zu können, man habe alles erreicht, sondern sagen zu können, man habe alles versucht


Realisten gehen an der Realität vorbei, wenn sie nicht erkennen, daß Veränderungen real möglich sind


Die Optimisten sagen, es wird schon alles gut gehen, und tun nichts die Pessimisten sagen, es wird ohnedies alles schlecht ausgehen, und tun auch nichts die Realisten sagen, was zu tun ist, muß getan werden – und zerstören die Welt


Die Realisten zerstören die Welt, die Optimisten und die Pessimisten sehen zu


Realisten sind Menschen, die mit beiden Beinen fest auf dem Zündknopf stehen


Unter “realistischem Denken” verstehen die meisten so zu denken daß die Realität möglichst lange verdrängt wird


Die Realisten haben uns die Sklaverei gebracht, sie haben seit Jahrtausenden Kriege gemacht, die Realisten haben uns auf Scheiterhaufen verbrannt, sie haben uns in psychiatrische Anstalten und GULAGs verbannt, die Realisten haben den Haß gegen Minderheiten geweckt, sie haben uns in Gefängnisse und KZs gesteckt, die Realisten schürten die Feindschaft der Rassen, sie haben ganze Völker verschwinden lassen, die Realisten ließen uns am Hungertuch nagen, sie haben Frauen und Kinder geschlagen, die Realisten haben die Sinnlosigkeit der Konsumwelt geschaffen, sie bedrohen uns mit ihren atomaren Waffen, die Realisten haben die Umwelt zerstört, weil sie glaubten, daß auch die Natur auf sie hört, doch weil sich die Realität nicht nach den Realisten will richten, sind die Realisten dabei, die Realität zu vernichten.


Die Revolutionäre von heute sind die Konservativen von morgen


Das Menschliche mit unmenschlichen Mitteln erzwingen zu wollen ist genauso unmenschlich wie das Unmenschliche zu belassen


Positiv definierte Gesellschaft wie sie sein soll mit genau festgelegter Funktionsweise der Strukturen verfällt der Statik der Gewalt und schließlich dem Tod Negative Kritik an der jeweiligen Gesellschaft bedeutet Dynamik Veränderung Leben


Ein grundsätzlicher Gegner der Technik zu sein, wäre genauso absurd, wie ein Gegner von Hämmern und Nägeln zu sein Doch ebenso absurd, wie von Hämmern und Nägeln die Lösung der Probleme der Menschheit zu erwarten, wäre es, dies von der Technik zu tun


Wer Sicherheitszäune um sich errichtet, sitzt wie in einem Gefängnis


Nur wer seine Ketten spürt, will sie verlieren


Indoktrination funktioniert dann am besten, wenn die indoktrinierten Inhalte als Selbstverständlichkeit dargestellt werden


Verbrecher sind der Spiegel der Gesellschaft


Todesstrafe ist die Perfektionierung der Verdrängung der Mitschuld der Gesellschaft an der Entstehung von Verbrechen


Die verlogenste Form von Frauenfeindlichkeit verbirgt sich hinter der Maske der Frauenfreundlichkeit


Frauenfreundlichkeit ist manchmal nur das trojanische Pferd der Frauenfeindlichkeit


Es ist logisch daß in einer Gesellschaft, die verrückt ist, diejenigen, die nicht verrückt sind, als verrückt bezeichnet werden.


Reformen grundsätzlich unerwünschter Zustände haben den Nachteil, diese angenehmer und somit schwerer überwindbar zu machen


Wer stets das Gegenteil von dem tun will, was der andere fordert, ist von diesem genauso abhängig, wie derjenige, der grundsätzlich das tun will, was von ihm verlangt wird


Oppositionisten sind genauso abhängig wie Opportunisten


Die Humanität einer Gesellschaft zeigt sich an ihrem Verhalten gegenüber dem schlimmsten aller Missetäter


Angesichts der Tatsache, daß diejenigen, die ganze Völker ihrer Existenzgrundlage berauben, die den Tod Tausender vorbereiten, die mittlerweile sogar das Überleben der gesamten Menschheit aufs Spiel setzen, ungehindert ihren Tätigkeiten nachgehen können, ist es geradezu lächerlich, zu behaupten, man müsse Gefängnisse bauen, um sich vor gewöhnlichen Dieben und Mördern zu schützen


Fahnen dienen oft dazu, die Taten ihrer Träger zu verdecken


“Im Namen von” handeln heißt die Verantwortung für das eigene Handeln abschieben zu wollen


Haß ist mißratene Liebe


Haß ist aufs falsche Geleise geratene Liebe


In einem einseitigen Konflikt nicht-einseitig zu sein, wäre einseitig


Viele meinen, wenn sie sagen, daß die Ausnahme die Regel bestätigt, daß die Ausnahme die Regel ist.


“Ich will ja nur das Beste für Dich” heißt sehr oft, daß ich für Dich das will, was für mich das Beste ist


“Ich will ja nur das Beste für Dich” ist sehr oft die verschlüsselte Form von “ich will, daß Du tust, was ich will”


Man kann Dinge sagen, die richtig sind, aber trotzdem die Wahrheit nicht erfassen


Nicht sich besitzen, sondern sich selbst sein


Wenn man ein Ziel erreicht, geht es als solches verloren


Nur was es nicht gibt, kann nicht mißbraucht werden


Wenig vom Schlechten ist noch immer zuviel


Eine halbe Sache heißt nicht halb so gut wie eine ganze Sache eine halbe Sache kann schlechter sein als gar keine Sache


Evolution ist mehr als die Summe aller Revolutionen.


Die Behauptung Religiosität sei ein psychologisches Phänomen sagt nichts über den Wahrheitsgehalt der einzelnen Religionen aus


Wenn mir an einem anderen eine Eigenschaft nicht gefällt, so liegt dies nicht daran, daß der andere schlecht ist, sondern daran, daß ich nicht imstande bin damit umzugehen.


Kunst ist oftmals nur kodierte und zur Schau gestellte Frustration


Die Kunst an der Kunst ist nicht das Werk, sondern dessen Interpretation


Die Wissenschaft dient dazu, uns auf immer höherem Niveau zu sagen, daß wir nichts wissen.


Je mehr ich weiß desto mehr weiß ich wie wenig ich weiß


Das Interessante am Sternenhimmel sind nicht die Sterne, sondern die Zwischenräume


Leben ist tödlich


Die Europäer sagen: 1492 hat Kolumbus Amerika entdeckt ebensogut könnte es aber heißen: 1492 haben die Indianer Kolumbus entdeckt


Die Menschen werden zwar nicht zufriedener wenn sie Video, PC und Auto besitzen sie werden aber unzufriedener wenn sie dies nicht besitzen


Heute ist es vielfach so, daß nicht der Mensch den Besitz besitzt, sondern der Besitz besitzt den Menschen


Ich denke, daher ist nicht nichts


Ohne mich bin ich nichts


Außer nichts ist nichts nichts


Zwischen null und mehr liegt weniger


Zwänge zwanghaft zu vermeiden, ist auch ein Zwang


Die Norm der Normenlosigkeit wäre nicht Normenlosigkeit, sondern eine Norm


Vollkommen normale Menschen sind normalerweise nicht normal


Die vollkommene Norm ist normalerweise nicht die Norm


Gäbe es kein Problem, hätten wir das Problem, kein Problem zu haben


Eigenartig, daß man sich von jenen, die einem am meisten anziehen, am liebsten ausziehen lassen würde


Wo Vernunft und Menschlichkeit versagen, kann Politik nicht weit sein


Wenn man genau das tut was 99% der Menschen erwarten das man nicht tun wird hat man mit 99%iger Wahrscheinlichkeit das Richtige getan


Die Praxis ist mir schon in der Theorie fremd und erst recht in der Praxis


Wozu in die Zukunft blicken, wenn die Gegenwart ist so nah


Jeder Tag ist ein anderer aber trotzdem ist immer heute


Ein Arzt ist dann schlecht wenn ein Gesunder der zu ihm kommt nachher noch immer nichts hat


Je mehr jemand verdient, desto weniger verdient er es


Märtyrerparole: Unser Blut wird unser Samen sein


Wir wollen nicht wollen, was Ihr wollt, daß wir wollen


Ich befehle Dir das zu tun was ich will daß Du nicht tun sollst


Tu nie, was ich Dir befehle


Sie woin, daß i wü, daß i wü, wos sie woin, daß i wü


Damma wos duan oda damma so äuß dat ma wos duan


Wenn i nix z´Freßn hob, bin i aungfreßn, weu i nix gfreßn hab, und waun i wos gfreßn hab, bin i aungfreßn, weu i wos gfreßn hab


Dies ist keine vollständige liste der zitate von ©-Gerald-Dunkl. Zitate anderer autoren sind ebenfalls verfügbar.