Harald Knabl

Das glaube ich nicht. Ich glaube, es ist großteils Respekt. Wenngleich, Angst kann auch nicht schaden. Aber ich spiele nicht damit.


Das ist eine Frage der Identität. Ein Niederösterreicher im Ausland sagt, daß er aus Österreich komme. Ein Tiroler sagt: aus Tirol. Die Bundeslandwerdung von Niederösterreich und die Bildung des dazugehörigen Bewußtseins dauern noch an. Das ist übrigens ein zentraler Punkt meiner eigenen Arbeitsdefinition.


Er hat eine Zeitlang geglaubt, daß ich scheitern würde. Dem war nicht so. Und als ich dann Verlagsleiter wurde, Prokurist, Geschäftsführer, hat er mir ein Mail geschrieben: "Gratuliere, jetzt ist das Match zu Ende." Meines Erachtens war das schon lange Zeit zu Ende. Aber das meine ich liebevoll. Wir haben ein korrektes Verhältnis zueinander.


Es gibt immer wieder Gespräche und Kontakte. Aber man weiß ja, daß ich ein sehr konservativer, treuer Mensch bin. Nur: Ich mache mir darüber keine Gedanken. Ich bin Geschäftsführer eines der reizvollsten Medienhäuser Österreichs. Das ist doch schön.


Ganz ehrlich: Nachdem ich mich von ganz unten nach oben gekämpft, eine echte Tellerwäscherkarriere gemacht, bei meinen ersten Jobs um 1000 Schilling im Monat gejobbt hatte, hörte ich auf, mir jemanden zum Vorbild zu nehmen. Ich arbeite mit einem zielorientierten Weltbild: Ich stecke mir ein Ziel und will es erreichen. Ich orientiere mich nicht an Vorbildern.


Grundsätzlich ist zu sagen: Wir haben von unseren Eigentümern den Auftrag, eigenständig zu bleiben. Das erfordert zwangsweise, wirtschaftlich zu arbeiten: In Zeiten wie diesen eine sehr reizvolle Aufgabe, aber in puncto Zeitmanagement sehr aufwändig. Wir wollen natürlich unsere Marktführerschaft ausbauen. Derzeit haben wir eine Reichweite von knapp 55 Prozent. Da ist noch was drinnen.


Ich habe zum Niederösterreichischen Pressehaus und zu seinen Produkten eine sehr hohe Affinität. Viele sagen, ich sei die NÖN. Das weiß ich, das ist auch nicht so unrichtig. Ich habe auch immer große Fantasien gehabt, gesehen, was man da noch machen kann, was lange Zeit nicht gemacht wurde. Und ich muß Ihnen sagen, ich bin da noch lange nicht fertig. Ich fühle mich hier sehr wohl, dieses Haus hat mir viele Chancen gegeben. Das ist wahrscheinlich auch eine sentimentale Liebe.


Ich war immer ein Gegner von Insellösungen à la die "Seite der Frau", die "Seite der Jugend". Die NÖN muß als Ganzes ansprechend sein. Meine Intention war, den Niederösterreicher von der Wiege bis zum Tod zu begleiten. "Geboren wurde der Julian Soundso." Das kaufen dann Onkel und Tanten. Dann kommt er in die Volksschule. Und das steht wieder bei uns. Onkel, Tanten kaufen es wieder. Und erstmals sieht Julian ein Bild von sich in der Zeitung. Dann die Erstkommunion, Gymnasium, Sportvereine: Der Julian findet sich immer wieder im Blatt. Dann haben wir es geschafft, daß die NÖN zur Selbstverständlichkeit wird. Der Julian ist nicht jede Woche drinnen, aber irgendeiner seiner Freunde auf jeden Fall. Also schaut er nach.


In den nächsten fünf Jahren möchte ich 60 Prozent erreichen. Das ist durchaus realistisch.


In letzter Zeit vor allem habe ich viele Offerte und Auslandsangebote von deutschen Medien bekommen. Ich war draußen, hab mir das angeschaut und erklären lassen. Aber ich bin letztendlich den Eigentümern hier sehr verbunden, ich mag das Klima im Haus, mag die Mitarbeiter, die ich ja großteils schon zwanzig Jahre lang kenne. Die habe ja alle ich großgezogen und geschult, in die neue Welt der NÖN eingeführt. So lange das Umfeld so ist, gibt es für mich keinen Anlaß, mich mit etwas anderem zu beschäftigen.


Sehr kritisch, obwohl wir selbst mit "Unser Gratisblatt" eine haben. Ich glaube an die Reichweite der Gratiszeitungen nur bedingt.


Sie ist für unsere Branche ein sehr gefährliches Kaliber. Vieles, was ihre Vorgänger mit der Brechstange versucht haben und womit sie spätestens beim VÖZ gescheitert sind, wird die Monika mit Charme und Beharrlichkeit angehen. Und ich fürchte, sie wird wesentlich erfolgreicher sein.


Unsere Intention ist nicht, daß wir Sprachrohr der katholischen Kirche sind. Wir sind eine Ges.m.b.H., die Teile des Gewinns an ihre Eigentümer ausschüttet.


Wenn journalistische Fehler passieren, dann geht's um den Ruf der Zeitung. Glaubwürdigkeit darf man nicht erschüttern. Es kann schon sein, daß ich kurzfristig aufgehe: Ich erwarte mir halt geistige Solidarität. Und den gleichen Einsatz, den ich bringe. Das ist manchmal auch schwierig, wenn's mit den engsten Freunden ist. Aber die wissen ja, daß ich ein explosiver Mensch sein kann. Aber ich will nicht runterschlucken, ich will ehrlich sein. Das ist auch ein Zeichen dafür, daß ich meine Mitarbeiter für voll nehme.


Wir profitieren vom steigenden Landesbewußtsein, weil wir dieses Land und seine Menschen abbilden. Es ist mittlerweile in großen Teilen des Landes schon so, daß die NÖN zum Haushalt gehört. Genauso wie ein Mikrowellenherd oder eine Geschirrspülmaschine. Und das wiederum ist letztlich eine Frage des Inhalts.


Zu Monika hatte ich ein ausgesprochen gutes Verhältnis während ihrer Zeit als Landesintendantin. Sie war eine kongeniale Partnerin im Bereich "Tun wir uns selber etwas Gutes, aber auch dem Land". Heben wir das Landesbewußtsein. Die Monika war da auch sehr gut unterwegs und mir tut's leid, daß ich sie verloren habe.


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