Heinrich Leo

Alles, was wir wahrnehmen, ist Form, ist durch sie dargestellter realer Geist. Aber die meisten Menschen verstehen nicht, was sie wahrnehmen.


Der bloße Volksglaube an die Ehrlichkeit in Deutschland, an kecken Mut in Frankreich zwingt auch den unehrlichen Deutschen, ehrlicher, den feigeren Franzosen, kecker zu sein.


Der Glaube ist der Magnet, nach dem der Lebenskurs des Menschen unwillkürlich, unbesinnlich gesteuert wird.


Im übrigen müssen wir gestehen, daß wir allmählich auch an eine göttliche Mission des Kaisers Napoleon glauben. Wer große Fischhaltereien kennt, wird wissen, daß die Karpfen leicht Krankheiten preisgegeben sind, wenn sie gar zu faul im Schlamm liegen. Da pflegt man dann nach Bedürfnis Hechte in den Karpfenteich zu setzen, um die Karpfen munter zu halten. Und da nun einmal Europa zu dem stillen Wasser eines Zivilisations-Karpfenteiches ausgebildet worden ist und unser Herrgott noch nicht Zeit zu haben scheint zum jüngsten Tag, hat er einstweilen einen Haupthecht in den Teich hineingesetzt.


Jedes Jubiläum ist eine Vorfeier des Begräbnisses.


Von der Stärke und Entschiedenheit des Glaubens hängt die sittliche Kraft des Menschen ab, nicht bloß des Christen, sondern auch des Heiden.


Was keine Form hat, ist nicht real.


Wie aber die einzelnen Menschen nur in ihrem Glauben und in dessen Stärke die Wurzel ihrer Energie zu suchen haben, so auch die Völker.


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