Jens Lehmann

Alles ist sehr viel professioneller organisiert. Den Spielern wird bei dem ganzen Programm ein Minimum an Stress nebenher aufgebürdet. In Deutschland ist das umgekehrt, da hat man ein Maximum an Stress.


Das ist das Schöne im Fußball – es passieren Dinge, mit denen du nie rechnest.


Der Führungsspieler, oh ja. Das ist auch so eine Sache. Das kommt wahrscheinlich aus unserer traurigen Geschichte heraus. Du brauchst keine Führungsspieler. Du brauchst Spieler, die gut sind, auf die du dich verlassen kannst.


Deutschland wird im Ausland nicht mehr als so stark wie früher betrachtet – und mit uns setzen sich diese sogenannten Experten auseinander, die nicht in der Lage sind, den deutschen Fußball in eine neue Richtung zu führen.


Die technischen Fähigkeiten der Spieler sind superhoch. Die Trainer arbeiten individuell mit den einzelnen Mannschaftsteilen, das schnelle Spiel wird immer wieder in Übungen forciert.


Es ist ein Kampf gegen die Wahrnehmung, daß ich als zweiter Torwart betrachtet werde. In Deutschland ist man zu sehr versucht, die Bundesliga als das Maß aller Dinge anzusehen. Auf internationaler Ebene ist das aber leider nicht mehr der Fall.


Führungsspieler ist ein deutscher Begriff, der völliger Quatsch ist. Wenn in Deutschland einer einen Satz geradeaus reden kann und drei gute Spiele macht, ist er schon der Führungsspieler.


Ich bin fest davon überzeugt, dass ich bei der WM 2006 im Tor stehen werde.


Ich freue mich, dass die Entscheidung zu meinen Gunsten ausgefallen ist. Ich werde mich jetzt noch mehr reinhängen als ohnehin schon, um den Anforderungen bei der WM gerecht zu werden und alles dransetzen, das Vertrauen des Trainerteams zu rechtfertigen. Da ich selbst bei insgesamt vier WM- und EM-Turnieren auf der Bank gesessen habe, weiß ich, wie es in dem aussieht, der nicht spielt.


Ich habe Pech, dass ich die Nummer zwei in der Nationalelf bin. Dabei bringe ich zurzeit bessere Leistungen als die Nummer eins. Das macht mich wütend, sehr wütend.


Ich kann schon sagen, dass mich das Glück noch mal ein bisschen geküsst hat.


Ich mag, daß Jürgen Klinsmann die positiven Dinge heraussstellt. Das ist eine Philosophie, mit der ich mich anfreunden kann.


Ich möchte über den "FC Bayern München" nichts mehr sagen. Ich weiß nur eins: Die ganzen Kommentatoren, vor allem in den Boulevard-Zeitungen, waren alles Bayern-Spieler. Auf deren Meinung gebe ich nichts. Letztlich ist die Wahrnehmung der Trainer entscheidend.


In der Bundesliga wird nach Niederlagen schnell und gerne der Charakter der Mannschaft in Frage gestellt. Auch das gibt es auf der Insel nicht. Hier klatschen die Zuschauer auch noch nach dem 0 : 3, weil man davon ausgeht, dass jeder sein Bestes gegeben hat.


In England sagt niemand, der Lehmann ist Nationalspieler, der hat schon so viele Spiele gerettet. Hier bin ich einer von vielen. Nationaltorhüter aus hundert Ländern wollen hier spielen. Wenn ich nicht funktioniere, dann bin ich weg.


Junge Spieler müssen oft Extraschichten einlegen. Der Fußball wird insgesamt mehr in der Tiefe analysiert und auch trainiert. Und Arsène Wenger hat ein Auge für gute Spieler, die genau in sein System passen.


Jürgen Klinsmann hat ein sehr ausgeprägtes optimistisches Denken. Das gibt er gegenüber der Mannschaft und der Öffentlichkeit vor. Wie es in ihm drinnen aussieht, will und kann ich gar nicht beurteilen. Wichtig ist, was er sagt.


Jürgen Klinsmann hat mir in dieser Saison die Möglichkeit geboten, einen Konkurrenzkampf zu führen. Das war eine Chance, die ich in der Nationalmannschaft zuvor nie hatte.


Jürgen Klinsmann wird am Ende daran gemessen werden, ob er ein Händchen dafür hat, die besten Spieler bei der WM zusammenspielen zu lassen.


Leute sagen mir immer: "Du verkaufst dich schlecht." Ich antworte dann: " Ihr habt nicht ganz Recht, ich verkaufe mich gar nicht." Das habe ich nie gemacht, das werde ich nie machen.


Meine Leistung ist konstanter. Ich habe im zurückliegenden Jahr zwei Spiele verloren und zwei Fehler gemacht. Da kann ich jetzt nicht wirklich sagen, daß einer besser ist als ich.


Sie kamen singend und tanzend aus dem Bus gestiegen. Und sie sind tretend und schlagend vom Platz gegangen.


Wenn du aus der Gemütlichkeit der Bundesliga kommst und dann zu einem großen Klub gehst, dann bist du nicht der Lehmann in Deutschland, der ein paar schlechte Spiele machen kann, aber den Namen noch hat.


Wenn du im Fünf-Meter-Raum oder im Sechzehner angegangen wirst, dann wird in Deutschland und auch in Europa gepfiffen. Hier hält mich einer auf der Linie fest, ich schubse ihn und der Schiedsrichter pfeift einen Elfmeter. Das war für mich überraschend.


Wenn in Deutschland das Spiel schnell gemacht wird, denkst du immer, irgendjemand wird den Fehler machen. Hier nicht, hier geht das bis zum Ende durch.


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