Jens Peter Jacobsen

Aber das Leben rechnet nicht mit Träumen; nicht ein einziges Hindernis läßt sich aus der Wirklichkeit hinausträumen.


Begeisterung trug sie wie auf Adlerflügeln, und tausendfacher Mut schwellte ihnen das Herz.


Das Beste soll mir gerade gut genug und nicht mehr sein.


Das Leben ein Gedicht! Nein! Nicht wenn man nur umherging und an seinem Leben herumdichtete, anstatt es zu leben.


Der Glaube an einen lenkenden, strafenden Gott ist die letzte, große Illusion der Menschheit, und was, wenn auch diese verloren ist? Dann ist sie klüger geworden – aber reicher, glücklicher?


Der, der glaubt, hat keine Eile.


Die Liebe des Mannes dressiert.


Die Liebe war für ihn eine stille, glühende Kohle, die ihrem weichen Aschenbette eine gleichmäßige Wärme entsendet und in gedämpftem Zwielicht das Entferntere verschleiert und das nahe doppelt nah und doppelt heimisch macht.


Die Menschen können sehr verschieden sein, aber ihre Träume sind es nicht.


Du solltest meine Königin und ich dein Sklave sein, aber mein Sklavenfuß müßte auf deinem stolzen Königsnacken stehen.


Es gibt keinen Gott, und der Mensch ist sein Prophet.


Es gibt Menschen, die ihren Kummer auf sich nehmen und ihn tragen, starke Naturen, die gerade an der Schwere der Bürde ihre Stärke erproben; während die Schwächeren sich willenlos dem Schmerz hingeben, wie man sich einer Krankheit hingibt.


Es ist das große Traurige, daß eine Seele stets allein ist.


Es liegt uns Frauen nun einmal nicht Ausnahmen zu sein.


Gibt es wohl in allen Gefühlsverhältnissen des Lebens ein zarteres, edleres und innigeres als die leidenschaftliche und doch so schüchterne Liebe eines Knaben zu einem andern?


Glücklich der, welcher in seinem Schmerz über den Tod eines geliebten Menschen nur über die Leere, die Vereinsamung, den Verlust zu weinen hat; denn schwerer und bitterer sind die Tränen, welche sühnen sollen, was entschwundene Tage von Mangel an Liebe zu dem Toten gesehen haben, an dem man nichts von dem, was verbrochen worden, wieder gutmachen kann.


Jetzt hast du Liebe genug in deinem Herzen, aber jetzt ist es zu spät; geh mit deinem vollen Herzen an das kalte Grab!


Kinder beruhigen sich niemals bei etwas Unbestimmtem oder Schwebendem, sondern aus instinktmäßigem Selbsterhaltungstrieb fordern sie stets ein reines Ja oder ein reines Nein, ein Für oder Wider, damit sie wissen, welchen Weg sie mit ihrer Liebe und welchen sie mit ihrem Haß einzuschlagen haben.


Laßt uns endlich doch nur ein einziges Tor haben, ein einziges Nadelöhr für alle Kamele des Erdreichs.


Mach dich zu meiner Sklavin, leg' selbst die Sklavenkette um deinen Hals, aber nicht im Spiel; ich will an der Kette ziehen, in all deinen Gliedern soll Gehorsam, Sklavengeist soll in deinem Blick liegen.


Nichts ist einförmiger als Phantasterei, denn in den scheinbar unendlichen, ewig wechselnden Traumlandschaften gibt es in Wirklichkeit doch nur kurze Landstraßen, auf denen alle gehen und über die sie niemals hinauskommen.


Sie ahnen nicht, wie zart und rein das Leben eines jungen Mädchens ist bis zur Zeit der ersten Liebe.


Solange noch Zweifel, verzweifelt niemand.


Und die Jahre schwanden, und die Welt war nicht mehr die Wunderwelt, die sie gewesen.


Von dem Gesunden in dir sollst du leben; das Gesunde ist es, aus dem das Große wird.


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