Johann Hans Krankl

1984/85 hat man mich einen Trottel genannt, weil ich als Rapid-Kapitän gesagt habe, ich will Meister, Cupsieger und Europacupsieger werden. Und was war? Wir sind Meister, Cupsieger, Europacup-Finalist geworden.


Alles geben und sich voll reinhauen. Das zählt für mich.


Als ich Teamchef war, hat Hickersberger nie ein schlechtes Wort über mich gesagt. Also mache ich über seine Arbeit auch keine negative Aussage.


Als Trainer interessieren mich meine Spieler. Wir brauchen Schmäh, Ernsthaftigkeit, Freude. All das habe ich.


Als Trainer kommt man manchmal auch unschuldig zum Handkuß. Aber so ist der Job. Es gibt keine Vereinstreue, keinen Ehrenkodex mehr.


Als Trainer muss man Fachmann sein – und das bin ich, das kann mir niemand absprechen. Aber was noch wichtiger ist, dass ich ein Trainer bin, der Mensch ist. Ein anständiger, nicht falsch und mit gutem Charakter.


Altmodische Werte sind oft sehr modern und vor allem meistens die, auf die es im Leben wirklich ankommt: Ehrlichkeit, Freundschaft, Treue und Patriotismus. Ja, ich bin stolz darauf, Österreicher zu sein. Ich glaube, ich bin einfach so erzogen.


An einem Matchtag ziehe ich mich gut an, weil das ein Festtag ist. Wie in Spanien oder Italien, wo Frauen sogar im Nerz kommen. Wenn ich die Trainer im Trainingsanzug und mit Laufschuhen seh', geht mir das G'impfte auf.


Auch wenn es blöd klingt: Ich habe mein Team gefunden. Es hat Charaker.


Augenblickserfolge bringen für die Zukunft nichts.


Aus Religion und Politik halte ich mich lieber heraus.


Ausverkaufte Stadien zeigen, dass Spieler mit Charakter am Werk sind. Teamspieler müssen Charakter haben und mit Stolz spielen.


Bei Gegnern wie Holland und Tschechien brauchen wir jetzt jedenfalls nicht mehr zu spekulieren, ob wir uns für die EM qualifizieren. Wir können jetzt nur noch lernen.


Bei keinem einzigen Länderspiel in meiner Teamchef-Ära war das Auftreten so schwach wie in den letzten drei Partien gegen Kanada, Kroatien und Ungarn. Unter mir wurde, selbst wenn wir gegen Tschechien verloren haben, immer gebissen, gekratzt und gekämpft.


Bei Spielern wie Ivanschitz, Pogatetz oder Dollinger merke ich Willen und Stolz. Die haben Glitzern in den Augen. Dieses Stolz sein, für Österreich zu spielen, das muss ein Junger im Blut haben. Das erkenn' ich sofort bei einem Spieler. Solche kann ich für's Team brauchen.


Bin ich intelligent, suche ich mir Berater. Bin ich nicht intelligent, entscheide ich – auch wenn ich mich nicht so gut auskenne – selbst.


Bisher wurde nur für den Augenblickserfolg gelebt. Der ist ausgeblieben. Wir sind weder bei der WM, noch haben wir ein Team mit Perspektive.


Bitter ist, daß die Funktionäre an Charakter verlieren. Aber man kann nicht immer dem Präsidenten die Schuld geben, weil der von diesen Ahnungslosen oft beeinflußt wird.


Cordoba hat mein ganzes Leben geprägt. Ich bin stolz darauf.


Cordoba? Gefällt mir immer noch. Aber Wallfahrt habe ich keine vor.


Da er bei Rapid nicht mehr zum Einsatz kommt, kann er auch in der Nationalmannschaft nicht spielen. Schade, dass dieses Kapitel so beendet werden muss. Das hat sich der Andi nicht verdient.


Da spielen zwei Buben im ÖFB-Sturm, um die uns in ein paar Jahren ganz Europa beneiden wird.


Da war keine Spur von Überlegenheit, sie hätten nicht einmal einen Punkt verdient.


Das 3 : 2 gegen die Deutschen war eine echte Sternstunde. Ein wunderbares Erlebnis, fußballerisch gesehen. Eine Riesensensation. Wir haben Geschichte geschrieben, damals, und ich war maßgeblich daran beteiligt.


Das Glück kommt irgendwann zurück. Na hoffentlich erlebe ich das noch.


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