Karl Schranz

An mir haben sich immer die Geister geschieden. Ohne Feinde wäre ich direkt unruhig.


Das ist schwer zu beschreiben. Das hat sich im Lauf der Jahre intensiviert. Unser Kontak läuft über Leonid Tyagachev, heute Leiter des Russischen Olympischen Komitees. Er ruft oft bei mir an und sagt: Karl, der Präsident will Sie sehen! Jetzt, sofort! Dann wartet ein Privatjet auf dem Flughafen in Innsbruck auf mich. Zwei Piloten, ein Koch, eine Stewardess, herrlich! Ich treffe den Präsidenten im Kreml, da haben wir schon unsere eigenen Stiegen und Gänge. Oder wir fahren mit Blaulicht raus in Putins Datscha, wechseln unterwegs mehrmals aus Sicherheitsgründen die Autos, dort essen wir zusammen, oder trinken gute Weine: Chateau Lafitte oder einen Petrusse. Putin zeigt mir seine Pferde. Wir politisieren und philosophieren.


Den mächtigsten Mann der Welt zu kennen, das ist für "a klans Eisenbahnerbiabl" aus St. Anton in Tirol schon eine große Sache. Das geb' ich ehrlich zu. Und das ist mir auch wichtiger als Geld. Ich versichere Ihnen: Ich habe von Putin keinen Cent bekommen. Darum irritiert es mich, wenn man mir jetzt vorwirft, einen Verrat begangen zu haben.


Die Siege habe ich gefeiert. Aber geprägt haben mich die Niederlagen.


Ein Klammer ist heruntergezaubert. Aber der Hermann kommt wie eine Dampflok daher.


Ich darf behaupten, sein Freund zu sein. Und das seit mehr als fünf Jahren.


Ich denke, meine Geradlinigkeit. Ich kann dem Präsidenten alles sagen. Er vertraut mir. Wenn er Rückenweh hat, dann legen wir uns nebeneinander auf den Boden und ich zeige ihm eine Übung.


Ich hab' immer gesund gelebt. Ich hab' aufgepasst, was ich ess', hab' das ganze Leben lang viel Sport betrieben und mich immer bewegt. Deshalb tut mir auch immer öfter mein G'stell weh.


Ich habe dem Präsidenten lediglich mein Know-how zur Verfügung gestellt, das ich durch die Ski-WM in St. Anton habe.


In erster Linie rollt der Rubel für Österreich. Die Entscheidung für Sotschi wird für das Land wirtschaftlich gesehen sicher die bessere Lösung sein. Natürlich kommt auch für mich der Punkt, wo ich anfange zu verdienen. Das hat mir Putin auch zugesagt. Ich will nur nicht, dass das ganze in Arbeit ausartet.


Meine Frau ist Zeuge, dass ich bereits im Jahre 2001, als ich in Salzburg mit dem "Goldenen Stier" ausgezeichnet wurde, sowohl dem Salzburger Vizebürgermeister als auch Leo Wallner, dem Vizepräsidenten des Österreichischen Skiverbandes, sowie dem Präsidenten des Salzburger Skiverbandes angeboten habe, mich zu bemühen, dass Olympia 2014 nach Salzburg kommt. Aber dann habe ich von den Herrschaften nie wieder was gehört.


Putin hat mich gefragt, ob ich ihm helfen kann. Meine Antwort war: "Du weißt, Präsident, dass auch Salzburg ansucht. Als Österreicher kann ich niemals gegen Salzburg arbeiten." "Dann gib uns Tipps", bat mich Putin. Das habe ich getan, und dazu stehe ich. Das war aber kein Lobbying.


Wenn da ein paar westliche G'scheitlinge nach so vielen Jahren Kommunismus demokratische Verhältnisse einfordern, kann ich nur sagen: Die haben keine Ahnung! Aber Putin ist der Garant, dass Russland eines Tages demokratisch werden kann. Deshalb würde ich es begrüßen, wenn es eine Möglichkeit gäbe, seine Amtszeit zu verlängern.


Wenn man in Österreich nicht benötigt wird und dann kommt der russische Staatspräsident und bittet einen um Rat: Kennen Sie jemanden, der da Nein sagen würde?


Wladimir spricht, neben Englisch, Französisch und ein paar slawischen Sprachen, perfekt Deutsch. Obwohl er nach außen trocken und kalt wirkt, hat er, neben einer unglaublichen Aura und Kraft, sehr viel Humor und lacht gern.


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