Klaus Ender

Ein Kieselstein fällt in den See, er zieht dort große Kreise, er denkt noch: so könnt ’s weitergeh’n, da sinkt er still und leise…


Ein Frosch der hüpft von Stein zu Stein, er denkt, Mensch bin ich weise, am Letzten steht ein Storchenbein, da endet seine Reise…


Der Ast einer Platane zeigt das, was ich schon ahne, ist erst der Lack herunter, dann lebt sich’s trotzdem munter.


Fest angelegt zu haben, beruhigt die Seele…


Wir alle sind – Gräser im Wind.


Wer auf’s »Felsenfeste« baut – oftmals auf die Trümmer schaut.


Die Zerrissenheit im Weltgetriebe, bezieht sich nicht nur auf die Liebe.


Fällt das Leben dir auch schwer – so gibt es doch viel Schönes her…


Herz an Herz – vermindert Schmerz.


Wenn Gedanken ranken – kommt Vernunft schnell ins wanken.


Ein Doppelpack mit Harmonie – spart beiden Energie.


Pflaster-Steine heilen keine Blasen – sie schaffen welche.


Die Weichen für das Leben sollte man sich nicht von anderen stellen lassen…


Gerüchte sind wie Kletten ….


Der Durchblick macht ’s!


Wer die Schattenseiten kennt – läßt sich nicht täuschen…


Nichts Fremdes ist in der Natur…


Wenn uns der Frost durchdringt, sterben alle Gefühle.


Der Nebel ist die schönste Form der Verschleierung.


Stille ist der Schlüssel zur Poesie.


Das Diesseits schließt das Jenseits ein.


Träume sind wie Sterne – sie sind nicht faßbar.


Die Enttäuschung ist die Schwester der Hoffnung.


Wer den Dingen auf den Grund gehen will, muß manchmal das Unterste nach oben kehren.


Besser Kienapfel als Zankapfel.


Auch eine Rose kann zum Mauerblümchen werden.


Wer den Halt verliert, ist meist verloren.


Des Lebens Beginn Das Leben formt sich – und es rinnt, im Lebenslauf die Zeit, der Weltenlauf, der stets gewinnt, hört nicht zu leben auf…


Irrtum eingeschlossen Ein Elster-Mann, der glaubt ganz fest, er hätt’ das größte Ei im Nest, Die andern Vögel rings umher, die wissen etwas mehr. Sie hörten öfter einen Ton, ein Kuckuck rief – ihr ahnt es schon.


Das schneckliche Unwissen. Sie wohnt auf einem Berg aus Wein, sie ahnt es aber nicht, drum frißt sie Blätter, groß und klein, sie ist wohl nicht ganz dicht.


Das Gedicht Das Dichten ist oft wundervoll, wenn Herz und Geist ganz frei, dann schafft man leicht sein ganzes Soll und erntet Lob dabei. Ist der Verdruß jedoch zu Gast, dann streikt nicht nur der Geist, es wird der schönste Sinn zur Last, so, daß er Blödsinn heißt. Drum wart ich ab, bis mir so ist, daß Geist und Witz mich treiben, hinzu kommt dann noch Lust und List, – ich kann mich wieder leiden. – Ruft dann mein Weib, ich liebe dich, du bist mein kleiner Goethe, dann schmilzt mein ganzes Ich, – ich hör’ vom Pan die Flöte.


Der Pinguin Emanzipiert, ob Mann ob Weib, brillieren sie im Frack, darunter sitzt ein Federkleid, das glänzt wie weißer Lack. So geht man – und so taucht man ein in eisig-kalte Flut, das Torkeln und das komisch-Sein, weicht nun dem größten Mut. Sie gleiten kühn mit Eleganz, sind schneller als ein Pfeil, sind eingeölt von Kopf bis Schwanz, das Meer – ihr Seelenheil. Ob Eises Wind, ob schwarze Nacht, ob meterhoher Schnee, es wird des Fischers Werk vollbracht, per Frack – in tiefer See. Hier zeigt sich uns, mit aller Macht, ein Helden-Exposee, hier hat Natur ein Werk vollbracht, das ich als Wunder seh’.


Das Eis Das Eis, das gibt’s in jeder Form, ganz dick, ganz spitz, ganz rau und eine Sorte schmeckt enorm, ob Kirsche – ob Kakao. Doch das, was Kufen blitzen läßt, bedeckt den ganzen See und selbst der letzte Pfützenrest, der reicht für ein Juchhe. Am Dach, da hängt es dutzendfach in glitzernder Gestalt es wächst bei Frost die ganze Nacht, besonders, wenn’s ganz kalt. So schnell wie es gekommen ist, so schmilzt es auch dahin, bevor’s jedoch zerronnen ist, war es ein Lustgewinn.


Das Faß Ein großes Faß aus hartem Holz, es hat sein Werk vollbracht, es hat den letzten Tropfen stolz, zum Überlauf gebracht. So steht es nun, im nassen Sand, der Boden weicht schnell auf, und was das Faß einst herrlich fand, das nimmt jetzt seinen Lauf. Der erste Tropfen war der Start, zum großen Wasserschwall, und was zur großen Hoffnung ward, das wird zum großen Fall. Das Faß verliert die Fassung, dann kippt es gänzlich um, so zeigt sich’s wie im Leben, wer übertreibt ist dumm.


Das Gänsefüßchen Das Füßchen, das ich meine, das hängt an keiner Gans, es läuft auch nicht alleine und taugt auch nicht zum Tanz. Es sind zwei kleine Haken, die führen etwas an und wenn wir’s richtig packen, dann ist auch etwas dran. Sie sind besonders wichtig, zitieren wir ein Wort – und setzen wir es richtig, war’s nicht der falsche Ort. So finden sie Beachtung, wie kaum ein andrer Strich. Bei richtiger Betrachtung: Ersetzbar sind sie nicht.


Der Brunnen Brunnen – ist ein Zauberwort, besungen und bedichtet, stets hochgelobt, an jedem Ort, wird tausendfach berichtet. Wenn alle Brünnlein fließen, so heißt’s seit alter Zeit, muß man den Trunk genießen, sonst tut’s ein’m später leid. Der Schönheit und der Jugendzeit Wird manches angedichtet, erfrischend bringt er Heiterkeit, sofern er wo gesichtet. Es gibt auch tiefe Brunnen, da springt man alt hinein, und ist der Sprung gelungen, dann wird man Jungfrau sein. Die Zeugen sind gestorben, man weiß es nicht genau, falls ihr genug geworben, vielleicht springt eure Frau? Und ist der Sprung gelungen, dann seit ihr sehr fein raus, das Weib zählt zu den Jungen – und sieht nicht nur jung aus. Sie hat nun alle Chancen, die Männerwelt steht Kopf, man macht ihr nun Avancen ihr Mann – ein alter Zopf.


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