Lattmann Dieter

Die Sprache in der Politik ist wie die Mogelpackung in der Werbung: Wenn man die Behauptung auspackt, zeigt sich, wie klein der Inhalt ist.


Im politischen Großherbst, in der Regel alle vier Jahre, bricht die Brunft der Bundestagswahl aus. Alte und junge Hirsche röhren landauf und landab. Die Wähler haben manchen Anlaß, sich wie die dazugehörigen Kühe vorzukommen… Wenn alles vorüber ist und die politische Urnatur ihren Orgasmus hatte, liegen überall Worttrümmer herum. (Trümmer: das sind in der Regel die Folgen von Stürmen, Überschwemmungen, Kriegen, Flugzeugabstürzen, Brandkatastrophen, Explosionen und Erdbeben. Trümmer sind Zeichen von Zerstörungen – unübersehbare Zeichen. Worttrümmer meint: hier wurde Porzellan zerschlagen, hier sind Elefanten durch den Porzellanladen gestampft oder – um im Bild zu bleiben – brünftige Hirsche ohne Rücksicht auf Verluste durchs Unterholz gebrochen, und die Geweihe der Gegner liegen verstreut umher. Dumm gelaufen!, sagen die Parteifunktionäre, wenn immer weniger Bürger durch solche Trümmerlandschaften zur Wahlurne stolpern wollen oder den Weg gar nicht erst finden. Wenn A alles klein schlägt, was B aufgebaut hat, und B alles niedermacht, was A lieb und teuer ist, wendet sich der Wahlbürger der Spaßgesellschaft mit Grausen ab und sagt sich: Das macht mir keinen Spaß mehr.)


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