Lothar Matthäus

Aber dann kam ein neuer Verbandspräsident, da gab's plötzlich private Interessen, manches ging nicht mehr ganz mit rechten Dingen zu. Bei sowas mach ich nicht mit.


Als 18-Jähriger bin ich nach Gladbach gegangen. 500 km weg von der Heimat, und ich habe bewusst nicht jeden Tag meine Eltern angerufen. Ich habe mich immer allein durchgesetzt.


Also, Rapid Wien. Wir hatten einen Dreijahresplan, und ich habe viele junge Spieler eingebaut. Aber dann gab es Probleme mit dem neuen Präsidenten, dem ehemaligen österreichischen Finanzminister. Er kam, als ich schon da war, ich war nie sein Trainer. Von Anfang an hat die Chemie nicht gestimmt. Zwei Jahre später hat Rapid dann in der Champions League gespielt – mit sechs Spielern als Leistungsträger, die ich für null Euro geholt hatte.


Bei der Mannschaft brauchen wir erfahrene Führungsspieler, die junge Spieler wie Ivanschitz oder Janko leiten können. Wir wollen uns nicht nur mit Ausländern schmücken.


Brasilien hat die besten Spieler, ist aber für mich nicht die beste Mannschaft. Sie wirken in der Defensive nicht stabil. Ich gehe davon aus, dass im Endspiel Argentinien gegen Italien 2 : 0 gewinnt. Für die Italiener ist es wichtig, dass sie ein gutes Auftaktspiel haben.


Das Bestehen der Vorrunde ist Pflicht. Aber für viele Spieler, vor allem in der Abwehr, kommt die WM etwas früh, sie sind zu jung. Rein sportlich gesehen, hoffentlich täusche ich mich, tippe ich auf ein Ausscheiden im Achtelfinale.


Das war eine sehr emotionale Zeit, wir haben es als erster und bisher einziger serbischer Klub in die Champions League geschafft. Das waren tolle Spiele gegen Real, Porto und Marseille, zu Hause haben wir drei Unentschieden geschafft. Ganz Serbien war stolz, ich glaube, sogar die Fans von Roter Stern.


Den Trainer trifft keine Schuld. Bei Rapid beginnt der Fisch am Kopf zu stinken. Jeder kocht sein Süppchen, es fehlt nicht nur ein Sportchef, es fehlt eine Führung mit Herzblut. Wie Uli Hoeneß bei Bayern – und das sag' ich, obwohl wir uns derzeit nicht mögen.


Denken gehört zum Fußball dazu . . . und da war Dortmund – äh Leverkusen – einfach schneller.


Die Beurlaubung kam so überraschend, dass ich mich erst mal sortieren muss.


Die Entscheidung ist legitim, muss aber vom deutschen Nationaltrainer Jürgen Klinsmann verantwortet werden. Ich kritisiere die Vorgangsweise. Zuerst nimmt man Kahn die Kapitänsbinde weg, dann die Torwartbinde, und zum Schluss sagt man, der Lehmann ist der bessere Fußballer. Das war ja bekannt. Man hätte es bereits vor zwei Jahren sagen können.


Die Finanzkraft von Red Bull ist wichtig. Aber Geld allein wird uns keinen Erfolg bringen. Wir müssen hart arbeiten.


Die nächste Station muss gut überlegt sein, alles muss passen, sportlich und privat. Ich werde ein paar Kontakte pflegen, mich weiterbilden. Demnächst kommt der FC Arsenal hier in die Gegend ins Trainingslager, da gehe ich sicher mal eine Woche hin. Zu Arsène Wenger hatte ich schon immer einen sehr guten Kontakt.


Die Philosophie von Red Bull taugt mir. Der Verein hat Ziele, die mit meinen übereinstimmen. Aber es geht nicht allein um Red Bull. Die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit Franz Beckenbauer und Giovanni Trapattoni, diese Kombination ist einzigartig.


Ein Trapattoni kann mich nicht zur Weißglut bringen! Ich habe als Spieler von ihm profitiert und werde das nun auch als junger Trainer tun. Er kann sich meiner absoluten Loyalität sicher sein.


Er hat das letzte Wort, aber ich werde nicht zu allem Ja und Amen sagen. Fußball funktioniert wie ein Orchester. Bei Red Bull steht Trapattoni als Dirigent am Pult und ich neben ihm. Wenn er einen Fehler macht, schubse ich ihn so, dass es keiner sieht.


Es gab in meinem Leben oft schwere Zeiten, es gibt ja kaum was Schlimmeres als eine Scheidung. Aber ich sehe immer wieder das Positive.


Es gibt doch kein besseres Arbeiten für Spieler, als wenn alles auf den Trainer guckt. Und diese so genannte Nähe zur Bild-Zeitung, die gibt's ja längst nicht mehr. Aber diese Furcht ist nach wie vor da, das habe ich von drei, vier Klub-Verantwortlichen erst kürzlich wieder gehört.


Es gibt keine Antwort auf diese Frage. Die Mannschaft hat Qualität. Vielleicht fehlt nur ein Erfolgserlebnis.


Es ist im Fußball doch normal, dass verschiedene Leute verschiedene Ansichten haben.Giovanni ist Italiener, ich bin Deutscher, er war Defensivspieler, ich war Offensivspieler, und da ist es doch nachvollziehbar, dass er defensiver denkt als ich.


Es ist immer schwierig, in einer laufenden Saison eine Mannschaft zu übernehmen. Außerdem war Rapid – wie gemunkelt wurde – damals ja kurz vor dem Konkurs. In Salzburg ist das Umfeld ideal. Ich bin froh, dass ich jetzt die Chance bekomme, erfolgreich zu arbeiten.


Es ist wichtig, daß man neunzig Minuten mit voller Konzentration an das nächste Spiel denkt.


Es wäre schön, wenn in der Bundesliga mal ein paar Verantwortliche sagen würden: Ja, wir trauen uns, den Matthäus zu holen. Und wir geben dem Zeit, damit er was aufbauen kann.


Es werden uns Dinge, die in den letzten 18 Monaten falsch gemacht worden sind, ganz sicher nicht mehr passieren.


Franz Beckenbauer hat mich empfohlen. Dann habe ich mich mit Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz und Manager Dany Bahar getroffen. Wir waren von Anfang an auf einer Wellenlänge. Unsere Philosophie lautet: Wenig reden, viel arbeiten.


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