Lotte Tobisch Labotyn

6000 wirklich vornehme Leut´ findet man auf der ganzen Welt nicht mehr.


Am Opernball kann man seine versteckten Monarchie-Triebe ausleben. Denn wenn die Regierung in der Loge Hof hält, hat das doch was vom alten kaiserlichen Hofball.


Daß sich die Gesellschaften ändern, ist leider so. Sicher, der Opernball war früher in gewissem Sinne eleganter. Heute verlangt der Besucher ein Erlebnis, früher war er glücklich, wenn er Walzer tanzen konnte.


Der Lugner ist ein Privatmensch, der schauen muß, daß sein Geschäft geht. Der kann nicht lahm sein. Ich gönne Ihnen Ihren Erfolg, Herr Lugner, aber im Grunde ist er mir wurscht. Ich bin nicht daran interessiert, daß nur der Herr Lugner seine Geschäfte dort macht.


Der Opernball ist die ewige Sehnsucht der Menschen nach Märchen.


Der Opernball ist kein Ball paré, wo man sich die Gäste aussuchen kann. Es kann jeder kommen und sich eine Karte kaufen, auch der Herr Lugner. Er ist zumindest ein Opernballgast, der rechtzeitig seine Loge bestellt und bezahlt.


Der Star des Opernballs ist der Opernball selbst.


Die ewige Frage: Ist der Opernball aktuell und zeitgemäß? – Da kann man nur drauf sagen: Sicher nicht! Aber macht das was?


Die letzten Jahre haben mir doch ein wenig die Freude genommen. Man muß rechtzeitig loslassen können und das geht nun sicherlich ohne Träne im Knopfloch.


Herr Baumeister, eigentlich muß ich ja jetzt zu meinem Abschied zugeben: Sie sind ein Genie. Wenn Sie die Promotion, die sie mit Ihren Geschichten da erreichen, zahlen müßten, wären Sie ein armer Mann. Das ist wahrscheinlich auch, was Ihre Konkurrenz irrsinnig ärgert. Sie liefern Klatschspalten-Stoff und das Geschäft machen Sie auch.


Ich bin kein Mensch, der neidig ist. Und was der Herr Lugner mit seinem Geld macht, ist sein Bier. Wenn ich das Geld dazu hätte, würde ich mir lieber fünf Nobelpreisträger zum Opernball einladen, die mich mehr interessieren.


Noch nie hat ein Buch irgend etwas auf der Welt bewirkt. Außer der Bibel vielleicht.


Solange Menschen in einem Märchen mitspielen möchten, hat der Opernball seine Berechtigung.


Vom Walzertanzen wird mir schlecht.


Was du selbst tun kannst, überlaß´ nicht Gott, was du nicht kannst, überlaß´ ihm getrost.


Was einen grau macht sind die Enttäuschungen. Schicksalsschläge hält man aus.


Was hat Österreich schon viel zu verkaufen? Da könnt ma´ gleich die Lippizaner zu Wurst verarbeiten und nach Afrika schicken. Wer braucht ein Luxuspferd, wenn dort die Leut´ verhungern? Schön schauert ma aus ohne Opernball und Lippizaner.


Wenn eine Frau im Rollstuhl auf den Opernball wolle, sei das, als würde "ein Blinder einen Stummfilm ansehen wollen".


Wenn sie sich aufführt, kann es schon sein, daß ich sie rausschmeiß´.


Wir müssen endlich wieder die Weltpolitik hier haben, dann kann der Herr Lugner mit seiner Grace Jones baden gehen.


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