Ludwig Erhard

Bei längeren Autofahrten sitze ich nicht im Fond, sondern neben dem Chauffeur. Dort kann ich meine Meinungsumfragen ausführen. Ich lasse die Fahrer sich der Reihe nach abwechseln und mir den neuesten Klatsch und die verschiedenen Meinungen des Volkes erzählen.


Das Bemühen um ein stabiles Preisniveau steht an der Spitze der wirtschaftlichen Rangordnung. Auch eine nur leicht inflationäre Entwicklung ist so etwas wie eine entschädigungslose Enteignung zugunsten der Öffentlichen Hand.


Der Markt ist der einzig demokratische Richter, den es überhaupt in der modernen Wirtschaft gibt.


Der Wert der menschlichen Arbeit wächst mit der Weite des Wirtschaftsgebietes. Wir müssen uns mit aller Macht aus der Isolierung lösen.


Die Inflation – eine unverzeihliche Sünde.


Die Welt ist schon zu sehr integriert, ist zu sehr miteinander verflochten, als daß irgendein Land für sich sein eigenes Schicksal gestalten kann.


Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen.


Eine formierte Gesellschaft setzt eine informierte Gesellschaft voraus.


Eine starke Triebkraft der wirtschaftlichen Leistung ist das Streben nach Eigentum. Es ist darum ein bedeutsames politisches Ziel, möglichst vielen Menschen die Eigentumsbildung in eigener freier Verfügung zu ermöglichen.


Es genügt nicht, daß man das Volk einmal im Jahr an die Wahlurne führt und verführt.


Es gibt einen Intellektualismus, der kippt um in Idiotie.


Ich glaube, es ist immer noch besser, die Wirtschaft gesundzubeten, als sie totzureden.


Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, daß man mit kleinen Dingen allzu leicht scheitert, daß aber große Pläne von jener Faszination erfüllt sind, die auch die Menschen rührt und die schon einen Teil des Gelingens ausmacht.


Ich kann mir nicht vorstellen, daß es einen Menschen gibt, der nicht immer neue Bedürfnisse hat.


Ich vertraue der privaten Initiative und glaube, daß sie die stärkste Kraft ist, um aus den jeweiligen Gegebenheiten den höchsten Effekt herauszuholen.


In unserer "klassenlosen Gesellschaft" sind nicht mehr Stand und Klasse das Problem, sondern der Einzelne; es ist der Mensch, der sich dem Ganzen gegenüber unterlegen und unsicher fühlt.


Kompromisse setzen die Beherrschung der Kunst voraus, eine Torte so aufzuschneiden, daß jeder glaubt, er habe das größte Stück bekommen.


Menschen oder eine Gesellschaft, die ohne Wünsche oder Bedürfnisse wären, sind einfach undenkbar.


Mit dem Reichtum fertigzuwerden, ist auch ein Problem.


Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt.


Sollte unter "Qualität des Lebens" vorzüglich die Erkenntnis verstanden werden, daß Gemeinschaftsaufgaben immer höheren Rang gewinnen, dann können alle, die da glauben, die Qualität des Lebens erfunden zu haben, keineswegs Urheberrechte anmelden. Immer wird es die Marktwirtschaft sein, die wegen ihrer hohen Leistungsergiebigkeit am besten geeignet ist, neben der Produktion von Waren auch Mittel zur Befriedigung geistiger und kultureller Bedürnisse bereitzustellen.


Viele glauben, der Politiker müßte mit Taktiken und Praktiken arbeiten und müßte mit allen Schlichen bewandert sein.


Wenn es besser kommt als vorausgesagt, verzeiht man sogar den falschen Propheten.


Wer den Gürtel nicht enger schnallen will, muss sich eben Hosenträger besorgen.


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