Männer über die Liebe

“Alles, was wir mit Wärme und Enthusiasmus ergreifen, ist eine Art der Liebe.” – Wilhelm von Humboldt, Ideen über Staatsverfassung


“Am Abend wirst du in der Liebe geprüft. Lerne zu lieben, wie Gott geliebt sein möchte, und lass deine Eigenheit.” – Johannes vom Kreuz, Merksätze von Licht und Liebe


“Amors Pfeil hat Widerspitzen, // wen er traf, der lass ihn sitzen // und erduld ein wenig Schmerz!” – Gottfried August Bürger, Amors Pfeil


“Bei Männern, welche Liebe fühlen, fehlt auch ein gutes Herze nicht.” – Emanuel Schikaneder, Die Zauberflöte / Pamina und Papageno


“Das erste ist, dass der Mensch zu wissen beginnt, dass das Gute und Wahre etwas Höheres ist. Ganz äußerliche Menschen wissen nicht einmal, was gut und was wahr ist. Denn sie meinen, alles, was Gegenstand der Selbstliebe und Weltliebe ist, sei gut, und meinen, alles, was jene Liebe begünstigt, sei wahr.” – Emanuel Swedenborg, Himmlische Geheimnisse, Nr. 20


“Das Gesetz der Liebe ist viel enger, strenger und höher als alle Rechte und Gesetze der Menschen, und eine gegen die Liebe gehende Handlungsweise mit ihrer weltlichen und gesetzlichen Erlaubtheit entschuldigen wollen, heißt darum geradesoviel, als sich in irdischen Geschäften außerhalb des Bereiches des Christentums stellen, dessen Grundgesetz die Liebe ist.” – Adolph Kolping, RhVB, S. 498


“Das ist das Ungeheure in der Liebe, meine Teure, daß der Wille unendlich ist und die Ausführung beschränkt; daß das Verlangen grenzenlos ist, und die Tat ein Sklav’ der Beschränkung” – William Shakespeare, Troilus und Cressida – Troilus and Cressida, 3. Akt, 2. Szene / Troilus


“Das ist das Eigentümliche an der Liebe, dass sie sich niemals gleich bleiben kann; sie muss unaufhörlich wachsen, wenn sie nicht abnehmen soll.” – André Gide, Die Falschmünzer III, 5


“Das ist das Seligste an der seligen Zeit der ersten Liebe, dass diese Liebe so ganz und gar nicht klügelt, dass ihr das Wunderbarste einfach erscheint und das Einfachste als ein Wunder.” – Karl Emil Franzos, Die Juden von Barnow


“Das Tier taugt zu allem, was es soll, vollkommen – der Mensch zu nichts recht, als was er lernt, liebt und übt.” – Johann Heinrich Pestalozzi, Der natürliche Schulmeister


“Das unterscheidet die Liebe vom Geld: dass sie nur Zinsen bringt, wenn man sie ausgibt.” – Markus M. Ronner, Treffende Pointen zu Geld und Geist


“Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich.” – Guy de Maupassant, Fort comme la mort


“Der Edle handelt von sich aus. Er achtet die anderen, obwohl er darum noch nicht notwendig von den anderen geachtet wird. Er liebt die anderen, obwohl er darum noch nicht notwendig von den anderen geliebt wird. Andere zu achten und zu lieben steht bei uns selbst. Von andern geliebt und geachtet zu werden, steht bei den andern. Der Edle sorgt unter allen Umständen für das, was bei ihm steht, nicht für das, was bei den andern steht. Wer auf sich selbst beruht, trifft immer das Rechte.” – Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We, S. 204


“Der einzige Unterschied zwischen einer Laune und der ewigen Liebe besteht darin, dass die Laune etwas länger dauert.” – Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray, Kapitel 2 / Lord Henry


“Der Mensch soll der Güte und Liebe willen dem Tode keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken.” – Thomas Mann, Der Zauberberg, Kapitel Schnee


“Die eigentliche heitere Sonne der Poesie ist die irdische Liebe, die Geschlechtsliebe in ihrer tiefsten Bedeutung.” – Henrich Steffens, Die gegenwärtige Zeit


“Die Forderung, geliebt zu werden, ist die Größte der Anmaßungen.” – Friedrich Nietzsche, “Menschliches, Allzumenschliches”, I, Aph. 523


“Die höchste Erkenntnis tut ab die Erkenntnis, höchste Liebe vergißt die Liebe. Höchste Tugend ist nicht Tugend.” – Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We, S. 271


“Die Jugend welkt, die Liebe macht verdrossen, // Langweilig werden Freund und Parasiten, // Geld bleibt ein Kleinod, das wir gern gewönnen, // Auch wenn wir gar nicht mehr missbrauchen können.” – George Gordon Byron, Don Juan


“Die Liebe aber ist kein ängstlicher Vogel, der beim ersten Wedeln einer Hand das Weite sucht.” – Rafik Schami, Reise zwischen Nacht und Morgen, Kapitel 1


“Die Liebe allein bestimmt den Wert unseres Tuns.” – Franz von Sales, Deutsche Ausgabe der Werke des hl. Franz von Sales, Band 6,368


“Die Liebe im Menschen spricht das rechte Wort aus. Das rechte Wort entzündet im Menschen die Liebe.” – Ferdinand Ebner, Schriften, Bd. 2


“Die Liebe lebt von ihrer Distanz zum Objekt, obwohl es als Streben in aller Liebe liegt, diese Distanz zu überwinden.” – Ferdinand Ebner, Schriften, Bd.2


“Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden, // Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht.” – Eduard Mörike, Peregrina V


“Die Liebe wertet ihr Objekt, der Hass entwertet es. Liebe ist Ausströmung inneren Wertens, Hass Ausströmung innerer Wertlosigkeit. Die Liebe beseelt, der Hass entseelt.” – Ferdinand Ebner, Schriften, Bd. 2


“Die meisten Menschen leben für die Liebe und die Bewunderung, doch wir sollten durch die Liebe und die Bewunderung leben.” – Oscar Wilde, De Profundis’


“Die mütterliche Liebe hat die Natur die Erhaltung aller Lebewesen anvertraut, und in den Freuden und selbst in den Leiden, die mit diesem köstlichen Gefühl verbunden sind, belohnt sie die Mutter.” – Nicolas-Sébastien de Chamfort, Maximen und Gedanken


“Die Treue ist der längere oder kürzere, mitunter fast wehmütige Nachhall der Liebe.” – Heimito von Doderer, Repertorium. Ein Begreifbuch von höheren und niederen Lebens-Sachen


“Es gibt ein Recht, das alle Rechte bricht, // Recht zu leben und zu lieben.” – Max Eduard Liehburg, Hüter der Mitte / Mechthild


“Es gibt wenige Frauen, welche fähig sind, den Mann um des Genius willen zu lieben. Es ist die Person und der Erfolg, was sie begehren.” – Anselm Feuerbach, Ein Vermächtnis


“Es gibt wohl viele, die Liebe für ihre Toten empfinden, aber wenige sind, die es verstehen, ihre Toten auf die rechte Weise zu lieben.” – Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We, S. 124


“Geld gehört zum Ehestande, // Häßlichkeit ist keine Schande, // Liebe ist beinah absurd.” – Wilhelm Busch, Zu guter Letzt, Verwunschen


“Gestern gehorchten wir noch Königen und verneigten unsere Häupter vor Imperatoren. Heute jedoch verneigen wir uns nur noch vor der Wahrheit und gehorchen nur der Liebe.” – Khalil Gibran, The Vision – Chapter: Children of Gods, Scions of Apes; dieses Zitat wird John Milton fälschlich zugeschrieben


“Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?” – Charles Dickens, David Copperfield, Schluss


“Ich habe dich so lieb! // Ich würde dir ohne Bedenken // Eine Kachel aus meinem Ofen // Schenken!” – Joachim Ringelnatz, aus Ich habe dich so lieb


“Jeder Mensch ist eine Melodie. Lieben heißt: sie innehaben. Ich bin für dich, du bist für mich ein Lied.” – Franz Werfel, Ehespruch


“Leidenschaftliche Liebe und Ehe ist zweierlei.” – Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, § 162, S. 312


“Liebe aber, die ist dienstbar und untertan dem, das sie lieb hat.” – Martin Luther, „Von der Freiheit eines Christenmenschen“


“Mehr als jede andere Tugend betont der Buddhismus Uneigennützigkeit, die in Liebe und heilender Hinwendung Ausdruck findet.” – Tenzin Gyatso, Worte der Hinwendung, realp.de


“Nehmt die Liebe weg, und es bleiben keine Leidenschaften; setzt sie hinzu, und diese werden alle wieder geboren.” – Jacques Bénigne Bossuet, Von der Erkenntnis Gottes und seiner selbst


“Nur was schön, ist lieb; was nicht schön, mangelt der Liebe.” – Friedrich Jacobs, Griechische Blumenlese, II, Theognis


“Nur wer den Liebesfunken in sich zur hellen Flamme anfacht, der erwärmt, der erleuchtet.” – Moritz von Egidy, Ernste Gedanken


“O, eine sterbende Liebe ist schöner, als eine werdende.” – Georg Büchner, Leonce und Lena, 1. Akt, 3. Szene / Leonce


“Oft lässt man die Liebe, um den Ehrgeiz zu leben, selten aber den Ehrgeiz um der Liebe willen.” – François de La Rochefoucauld, Reflexionen


“O weh um jenes Herz, in dem kein Feuer brennt,/ Das nicht die hehre Glut der Liebessonne kennt;/ Wer einen ganzen Tag ohn Liebe hingebracht,/ Tut recht, wenn jenen Tag er ’nen verlornen nennt.” – Omar Khayyam, “Aus dem Persischen übersetzt von Friedrich Rosen”


“Platonische Liebe kommt mir vor wie ein ewiges Zielen und Niemals-Losdrücken.” – Wilhelm Busch, Aphorismen und Reime, Seine Liebe war ewig


“Rede dir ein, du liebst, wo du flüchtig begehrst. Glaub es dann selbst… Aufrichtig liebt, wem’s gelang, sich selbst in Feuer zu sprechen.” – Ovid, Liebeskunst


“Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.” – Oscar Wilde, Ein idealer Gatte, 3. Akt / Lord Goring


“… und darum ist der Güter Gefährlichstes, die Sprache dem Menschen gegeben, damit er schaffend, zerstörend, und untergehened, und wiederkehrend zur ewiglebenden, zur Meisterin und Mutter, damit er zeuge, was er sei / geerbt zu haben, gelernt von ihr, ihr Göttlichstes, die allerhaltende Liebe.” – Friedrich Hölderlin, betitelt mit “Im Walde” nach der Großen Stuttgarter Ausgabe, Bd.2.1, S.325; Betitelung, Zuordnung und Genese jedoch sehr umstritten


“Und die Liebe per Distanz, // Kurz gesagt, mißfällt mir ganz.” – Wilhelm Busch, Abenteuer eines Junggesellen, Abschreckendes Beispiel


“Und wenn im Leben nichts Heiliges bliebe, // Ich will nicht verzagen, ich glaube an Liebe.” – Theodor Körner, Worte der Liebe.


“Verehrung ist Liebe zu jemandem, den wir bewundern.” – Baruch de Spinoza, Ethik, Buch III, “Über den Ursprung und die Natur der Affekte”, Definition der Affekte 10


“Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.” – Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse


“Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil. Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin, auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann. Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie, auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann wie der Nordwind den Garten verwüstet.” – Khalil Gibran, Der Prophet, Von der Liebe


“Wenn eine Liebe erkaltet, dann verbrennt ein Mensch.” – André Brie, “Die Wahrheit lügt in der Mitte. Am Anfang war das letzte Wort”


“Wenn man verliebt ist, betrügt man anfangs sich selbst. Und man endet damit, andere zu betrügen.” – Oscar Wilde, Eine Frau ohne Bedeutung, 3. Akt / Lord Illingworth


“Wer für seine Liebe Dank erwartet, liebt nicht.” – Heinrich Wolfgang Seidel, Aus dem Tagebuch der Gedanken und Träume


“Wer noch die Kraft hat zu lieben oder wer die Schönheit hat, dem obliegt es nicht, zu erläutern, was Liebe und Schönheit ist.” – Jean Giraudoux, Der Trojanische Krieg findet nicht statt


“Wer seine Liebe andern Dingen zuwendet und nicht die Menschen liebt, der kann nicht gütig genannt werden. Wer seine Liebe andern Geschöpfen nicht zuwendet und nur die Menschen liebt, der kann innerlich noch als gütig bezeichnet werden.” – Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We, S. 382


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