Mario Adorf

Aber es ist sowieso Gift, wenn man selber auf eine Idee kommt. Wenn es nicht auf dem Mist eines Fernsehredakteurs gewachsen ist, ist es gar nicht interessant.


Bei der Arbeit sprach Fassbinder fast gar nicht. Ich wollte mit ihm immer über die Rollen diskutieren. Das wollte er nicht hören. Er sagte nur: "Erzähl mir das gar nicht, mach es einfach. Überrasch mich!".


Brigitte Bardot ist ein klassischer Fall von Star, von Symbolfigur mit einem unheimlichen Sack von negativen Eigenschaften. Das Bewußtsein, eine Diva, eine Königin zu sein, ist so stark, daß sich alles um sie drehen muß. Sie brauchte die Leute laufend zu ihren Füßen. Sie braucht Bewunderer und ist eine höchst launische Person.


Der "Neue deutsche Film" lehnte die Altstars ab, je größer die Stars, desto weniger wurden sie gewollt. Da ich kein großer Star war, war ich nicht so direkt in der Schußlinie wie ein Curd Jürgens, O. W. Fischer, Heinz Rühmann. Der Zugang zu der Garnitur der jüngeren deutschen Regisseure war für mich leichter als für andere.


Die Arbeit mit Fassbinder – "Lola" – war ganz seltsam. Er hatte große Ängste. Grundsätzlich schwankte er immer hin und her zwischen großen Ansprüchen und persönlichen Euphorien, in denen er sich selbst für den Größten hielt. Dann zweifelte er wieder, hatte Angst vor Leuten und Namen. Er hatte Berührungsängste und konnte mit manchen Leuten gar nicht reden.


Die Cardinale ist anders. Sie war für mich physisch nicht so attraktiv. Sie ist immer ein einfaches Mädchen gewesen. In den Jahren ist sie natürlich erwachsener geworden, selbständiger. Ich kannte sie noch sehr jung. Sie ist eine gute Bekannte, keine Freundin. Eigentlich habe ich den Umgang mit Filmpartnern, männlich oder weiblich, nach dem Film nicht fortgesetzt.


Die Frauen richten sich jeweils nach der Rolle, die ich spiele. Als ich den Stanley Kowalski in "Endstation Sehnsucht" spielte, war ich für viele der totale Sex-Protz. Da hatte ich bei Frauen auch den größten Erfolg.


Eigentlich war ich fasziniert von Medizin. Ich hätte gern Medizin studiert. Das war nach dem Krieg völlig ausgeschlossen und unrealistisch. Keine Studienplätze, kein Geld.


Ein Junggeselle ist ein Mann, der lieber Socken stopft als Mäuler.


Ein Junggeselle ist ein Mann, der sich lieber besteuern als steuern läßt.


Eine Frau, die gerne bumst, macht als Ehefrau nur Probleme. (In der Serie 'Der Schattenmann').


Es amüsiert mich, wenn ich merke, daß die Leute zweifeln, ob ich überhaupt meinen Namen schreiben kann.


Es gibt Untersuchungen darüber, daß Schauspieler in der Lage sind, ihren Herzschlag dem Publikum mitzuteilen. Viele Leute haben darüber überhaupt kein Wissen, wie man das macht und daß man es machen kann. Daß man Aufmerksamkeit erregen kann, daß man suggestiv sein kann. Das hat mich immer fasziniert, schon in der Schule.


Es ist immer dasselbe: zuerst hat man eine Frau im Herzen, dann auf den Knien, dann im Arm und zuletzt auf dem Hals.


Es wird oft behauptet, der italienische Mann sei ein romantischer Liebhaber. Absoluter Unsinn. Er ist ein reiner Realist, der seinen Charme einsetzt, um ein Ziel zu erreichen. Romantik ist eine deutsche Erfindung.


Für den Unterschied zwischen Theater und Film gibt es eine ganz kurze Formel: Beim Theater herrschen die Musen, beim Film die Busen.


Für mich ist Geld nur insoweit wichtig, daß es mir mein Leben erleichtert. Aber Geld als Fetisch oder Handelsgegenstand, als etwas, was man vermehren muß, mit dem man etwas erreichen kann – das nicht.


Herzog ist ein Mann, der nicht mal normal realistische Szenen herstellen kann, sondern sie nur nacherfindet.


Herzog kann nur mit Freaks, Zwergen und Klaus Kinski filmen – dieser Satz war nicht so negativ gemeint, wie es Kinski später aufgefaßt hat. Kinski gehört zu den Leuten, die über das vernünftige Maß hinausschießen, mit dem ein Schauspieler an eine Sache rangeht. Man kann das als positive Eigenschaft sehen, wenn man will. Ein Mann, der zu großem Einsatz, zu großem Risiko fähig ist – ähnlich wie Werner Herzog – die unmöglichen, die verrückten Dinge tut. Das kann ja durchaus positiv sein.


Ich besitze keine Dinge, die ich nicht selber benützen kann.


Ich bin im Privatleben überhaupt nicht gewalttätig. In meiner Jugend habe ich aus Notwehr boxen gelernt. Wenn ich nicht prügeln konnte, wurden mir Milch, Eier, Butter abgenommen, die ich mit viel Mühe und Kilometermärschen, mit Aufspringen auf fahrende Züge erobert hatte.


Ich bin weder ein reicher Mann noch einer, der spekuliert. Ich betrachte Geld auch nicht als absolute Sicherheit. Daran zweifle ich.


Ich gucke in den Spiegel und sage: So siehst du aus. Mit dem Körper, den du hast, mußt du zu Rande kommen. Ich habe auch nie Rollen angestrebt, die mir körperlich nicht zustehen.


Ich habe als Bühnenbildner, Bühnenmaler, Maskenbildner gearbeitet, bevor ich den Schritt auf die Bühne wagte. Dann habe ich gemerkt, daß es das war, was ich wollte. Mein ganzes Studium – Germanistik, Philosophie – war nur ein Vorwand, um letzten Endes zum Theater zu kommen.


Ich habe den Fehler begangen, Freundschaften nicht gepflegt zu haben.


Ein erfolgreicher Mann ist ein Mann, der mehr verdient, als seine Frau ausgeben kann. Eine erfolgreiche Frau ist eine, die so einen Mann findet.


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