Martin Luther

Gleichwie ein allzu strenges Recht das größte Unrecht, also eitel Gnade die größte Ungnade.


Musik ist ein reines Geschenk und eine Gabe Gottes, sie vertreibt den Teufel, sie macht die Leute fröhlich und man vergißt über sie alle Laster.


Einem zu enge, dreien zu weit, zweien gerecht. (Antwort: Heimlichkeit).


Worauf du nur dein Herz hängst und verlässest, das ist eigentlich dein Gott.


Wo Gott eine Kapelle baut, da baut der Teufel eine Kirche daneben.


Gottes Wort ist ein Blümelein, das heißt: Je länger, je lieber. Wer das einmal recht ergreift, der gewinnt es so lieb, daß er’s immer je mehr und mehr begehrt.


Anstrengungen machen gesund und stark.


Das Recht ist ein zeitlich Ding, das zuletzt aufhören muß, aber das Gewissen ist ein ewig Ding, das nimmermehr stirbt.


Der Glaube bringt den Menschen zu Gott, die Liebe bringt ihn zu den Menschen.


Der Glaube ist der Anfang aller guten Werke.


Die Arznei macht kranke, die Mathematik traurige, die Theologie sündhafte Menschen.


Die Begierde ist nach der Erfüllung der Wünsche ebenso ungestillt, wie sie es vorher war.


Die Liebe allein ist eine Tugend und schafft alle anderen Tugenden.


Ein williges Pferd soll man nicht zuviel reiten.


Eine Lüge ist wie ein Schneeball: je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.


Eines guten Redners Amt oder Zeichen ist, daß er aufhöre, wenn man ihn am liebsten höret.


Es ist keiner so geschwind, der nicht seinen Meister findt’.


Friede gilt mehr denn alles Recht, und Friede ist nicht um des Rechtes willen, sondern Recht um des Friedens willen gemacht. Darum, wenn ja eines weichen muß, so soll das Recht dem Frieden und nicht der Friede dem Rechte weichen.


Glück betört mehr Leute als Unglück.


Guter Jurist, böser Christ.


Hier kann nicht sein ein böser Mut, Wo da singen Gesellen gut.


Iß, was gar ist, trink, was klar ist, red, was wahr ist.


Jugend ist wie Most. Der läßt sich nicht halten. Er muß vergären und überlaufen.


Kein Irrtum ist so groß, der nicht seinen Zuhörer hat.


Nichts wird langsamer vergessen als eine Beleidigung und nichts eher als eine Wohltat.


Sollen die Werke gut sein, so muß zuvor der Mann gut sein, der sie tut, denn wo nichts Gutes inne ist, da kommt nichts Gutes raus.


Unser Nächster ist jeder Mensch, besonders der, der unser Hilfe braucht.


Viele Bücher machen nicht gelehrt, viel lesen auch nicht, sondern gute Dinge und oft lesen, wie wenig es auch ist, das macht gelehrt in der Schrift und fromm dazu.


Voll sein und müßiggehen ist die größte Plage auf Erden.


Was man allein mit Ruten und Schlägen soll zwingen, da wird keine gute Art daraus, und wenn man’s weit bringt, so bleiben sie doch nicht länger fromm, denn die Rute auf dem Nacken liegt.


Weißes erkennt man besser, wenn man Schwarzes dagegen hält.


Wenn ich wüßte, daß morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Bäumchen pflanzen.


Wenn wir täten, was wir sollten, und nicht machten, was wir wollten, so hätten wir auch, was wir haben sollten.


Willst du alt werden, so werde bald alt.


Eine feste Burg ist unser Gott.


Das paßt wie die Faust aufs Auge.


Die Leute wollen nicht fromm werden, spricht Gott; so muß ich den Teufel an sie schicken, der sie plagt mit dem Gesetze.


Wer in den Ehestand geht, der geht in ein Kloster voller Anfechtungen.


Man braucht sieben Lügen, um eine zu bestätigen.


Kümmere dich nicht um ungelegte Eier!


Die Familie ist die Quelle des Segens und Unsegens der Völker.


Je weniger Wort, je besser Gebet. Je mehr Wort, je ärger Gebet.


Mit unserer Macht ist nichts getan.


Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen.


Durch das Anrufen und Bitten wird der Name Gottes geehrt und nützlich gebraucht.


Wer im zwanzigsten Jahr nicht schön, im dreißigsten Jahr nicht stark, im vierzigsten Jahr nicht klug, im fünfzigsten Jahr nicht reich ist, der darf danach nicht hoffen.


Fürbitten heißt: jemanden einen Engel senden.


Es bringt euch alle Seligkeit die Gott der Vater hat bereit’ daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. So merket nun das Zeichen recht: die Krippen, Windelein so schlecht. Da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehen, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt.


Was kommt, im neuen Jahr, kannst nit durchschauen, mußt hoffen und auf Gott vertrauen.


Die Hilfe Gottes ist unser weiter Raum, der uns frei und fröhlich macht.


Man tut besser daran, wenn man dem Nächsten einen Pfennig gibt, als wenn man Petrus eine Kirche baut; denn das ist von Gott geboten, jenes aber nicht.


Wenn nicht geschehen wird, was wir wollen, so wird geschehen, was besser ist.


Wer trinkt ohne Durst, wer ißt ohne Hunger, stirbt umso junger.


Du bist aller Dinge frei bei Gott durch den Glauben, aber bei den Menschen bist du jedermanns Diener durch die Liebe.


Warum furzet und rülpset ihr nicht? Hat es euch nicht geschmecket?


Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör bald auf.


Nur, wer sich entscheidet, existiert.


Christus kann nicht allein wider eine Sünde, sondern wider alle meine Sünde, und nicht allein wider meine Sünde, sondern der ganzen Welt Sünde helfen.


Bei uns ist alle Tage Ostern, nur daß man einmal im Jahr Ostern feiert.


Christus, da er Menschen ziehen wollte, mußte er Mensch werden. Sollen wir Kinder ziehen, so müssen auch wir Kinder mit ihnen werden.


Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: “Tut Buße”, hat er gewollt, daß das ganze Leben der Gläubigen Buße sei.


Musik ist das beste Labsal eines betrübten Menschen.


Wenn du am Abend schlafen gehst, so nimm noch etwas aus der Heiligen Schrift mit dir zu Bett, um es im Herzen zu erwägen und es – gleich wie ein Tier – wiederzukäuen und damit sanft einzuschlafen. Es soll aber nicht viel sein, eher ganz wenig, aber gut durchdacht und verstanden. Und wenn du am Morgen aufstehst, sollst du es als den Ertrag des gestrigen Tages vorfinden.


Es ist kein Mensch so böse, daß nicht etwas an ihm zu loben wäre.


Das ist Gottes Werk und Kunst, daß er böse Sachen gut machen kann, wenn wir es verderbt und verwahrlost haben. Gott pflegt aus nichts alles zu machen.


Alle rechten Predigten gehen dahin, daß wir glauben sollen, allein Christus sei der einzige Heiland und Trost der Welt.


Wo das Evangelium ist, da ist Christus, wo Christus ist, da ist der heilige Geist und sein Reich, das Himmelreich.


Die Geburt Jesu in Bethlehem ist keine einmalige Geschichte, sondern ein Geschenk, das ewig bleibt.


Es heißt, eine rechtschaffene, göttliche, ganze und völlige Liebe, die niemand verherrlicht noch sich stückelt und teilet, sondern frei gehet über alle.


Der heilige Geist schafft einen neuen Mut, daß der Mensch vor Gott fröhlich wird und Liebe zu ihm gewinnt und den Leuten mit fröhlichem Gemüte dient.


Allein der Glaube ist des Gewissens Friede.


Ohne ein fröhliches Gewissen und ein unbeschwertes Herz vor Gott kann niemand selig werden.


Ein jeder handle so, als wollte Gott eine große Tat durch ihn vollbringen.


Wer nirgends ißt, der wird nimmer satt.


Ich lobe eine reine, gute, gemeine Hausspeise.


Es muß ein magerer Braten sein, da nichts von abtropft.


Ein freundlicher Wirt – das beste Gericht.


Man sollte den Gästen einen guten Trunk geben, damit sie fröhlich werden.


Das Saufen ist in unseren Landen eine Art Pest, welche durch Gottes Zorn über uns geschickt ist.


Wie kommt es, daß der erste Trunk aus der Kanne am besten schmeckt?


Der Bauch hat keine Ohren.


Es ist kein Ding so gut, keins so böse, daß es mir nicht zum Guten dienen muß, wenn ich glaube.


Für Heuchelei gibt’s Geld genug, Wahrheit geht betteln.


Gottes Wort ist kein Lese-, sondern ein Lebewort. Man muß es sich so einbilden, daß schier eine zweite Natur daraus wird.


Die Welt schändet immer, was man loben soll, und lobt, was man schänden soll.


Den Frieden kauft man nie teuer, denn er bringt dem, der ihn kauft, großen Nutzen.


Je mehr man von Gottes Wort handelt, um so heller und neuer wird es, und man sagt billigerweise: je länger, je lieber.


Wie du an Gott glaubst, so hast du ihn. Glaubst du, daß er gütig und barmherzig ist, so wirst du ihn so haben.


Wir fassen keinen anderen Gott als den, der in jedem Menschen ist, der vom Himmel kam. Ich fange bei der Krippe an.


Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Dinge hält allein.


Sei mir willkommen, edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet hast und kommst ins Elend her zu mir: Wie soll ich immer danken dir?


Denn es ist besser, mit eigenen Augen zu sehen als mit fremden.


Niemand hat alle Gaben, Ämter und Tugenden. So muß an einem jeglichen Christen etwas sein, was da mangelt. Darum hat es Gott so geordnet, daß einer dem anderen diene.


Die Beleidigung wird nie vergessen, die Wohltat immer.


Du kannst nicht verhindern, daß ein Vogelschwarm über deinen Kopf hinwegfliegt. Aber du kannst verhindern, daß er in deinen Haaren nistet.


Ein Geiziger kann nichts Nützlicheres und Besseres tun, als wenn er stirbt.


Es gehört dazu ein trefflicher Mann, der ein Löwenherz habe, unerschrocken die Wahrheit zu schreiben.


Ist das nicht eine wundersame Hilfe, daß der Sterbende lebt, der Leidende fröhlich ist, der Fallende aufsteht, der Geschändete in Ehren ist?


Achte nur darauf, was Christus für dich und für alle getan hat, damit du auch lernst, was du für andere zu tun schuldig bist


Gottesfurcht ist nichts anderes als Gottesdienst.


Wenn einer seiner Sünden gedenkt, dann gedenkt Gott seiner Barmerzigkeit.


Wer den “stillen Freitag” und den Ostertag nicht hat, der hat keinen guten Tag im Jahr.


Der Glaube ist ein steter und unverwandter Blick auf Christus.


Glaube ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade. Und solche Zuversicht macht fröhlich, mutig und voll Lust zu Gott und allen Geschöpfen.


Wo dein Herz ist, da ist dein Gott. Ein Christenherz auf Rosen geht, wenn’s mitten unterm Kreuze steht.


Wer mit dem Geist der Traurigkeit geplagt wird, der soll aufs höchste sich hüten und vorsehen, daß er nicht allein sei.


Christus trägt uns auf seinem Rücken vor den Vater.


Sanftmut ist der Himmel, Zorn die Hölle, die Mitte zwischen beiden ist diese Welt. Darum, je sanftmütiger du bist, desto näher bist du dem Himmel.


Niemals empfindet man die Hand Gottes kräftiger über sich, als wenn man die Jahre seines vergangenen Lebens betrachtet.


Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.


Mach zur Geborgenheit den Tag, in dem ich hänge. Und drängen Dienst und Zeit, gib Freiheit im Gedränge.


Der Mensch bleibt närrisch bis ins vierzigste Jahr, wenn er dann anfängt, seine Narrheit zu erkennen, ist das Leben schon dahin.


Wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Frieden und Seligkeit.


Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch Werk gewonnen; denn ihr erster Ursprung ist von dem Himmel selbst genommen, weil die lieben Engelein selber Musikanten sein.


Ich kann und will nichts widerrufen, weil weder sicher noch geraten ist, etwas wider das Gewissen zu tun.


Der innerliche Mensch ist mit Gott eins, fröhlich und lustig um Christi willen, der ihm soviel getan hat.


Geld, Güter, Land und Leute haben, ist an sich selbst nicht unrecht, sondern Gottes Gabe und Ordnung.


Gesetz ist, was wir tun sollen; Evangelium aber, was Gott geben will.


Es soll keiner einen für seinen vertrauten Freund halten, er habe denn zuvor ein Scheffel Salz mit ihm gegessen.


Wenn der Glaube und die Zuversicht auf Gott hinweg sind, so folgt gräuliche Furcht im Willen. Und wenn Weisheit und Verstand hinweg sind, so folgt darauf äußerste Torheit.


Mit Gottes Wort darf man nicht scherzen. Kannst du dieses nicht verstehen, so zieh den Hut vor ihm ab. Es leidet keinen Scherz, sondern es ist lauter Ernst und will geehret sein.


Unser Herrgott gönnet uns gern, daß wir essen, trinken und fröhlich sind und alle Kreaturen brauchen, denn darum hat er sie alle geschaffen.


Im gewöhnlichen Leben nennt man Gerechtigkeit die Tugend, die jedem gibt, was sein ist; in der Schrift ist der Glaube an Jesus Christus die Gerechtigkeit.


Nicht viel lesen, sondern gut Ding viel und oft lesen macht fromm und klug.


Mein Rat ist nicht, daß man ohne Unterschied allerlei Bücher zusammenraffe und nur an die Menge denke. Ich wollte die Wahl darunter haben und mit rechtschaffenen Büchern meine Librerei versorgen und gelehrte Leute darüber zu Rate ziehen.


Die Barmherzigkeit Gottes ist wie der Himmel, der stets über uns fest bleibt. Unter diesem Dach sind wir sicher, wo auch immer wir sind.


Auf böse und traurige Gedanken gehört ein gutes, fröhliches Lied und freundliche Gespräche.


Jungen Leuten ist Freude und Ergötzen so vonnöten wie essen und trinken.


Gottes Wort ist die rechte Sonne, die uns den ewigen Tag gibt, zu leben und fröhlich zu sein.


Die ganze Welt ist voller Wunder.


Immer hat Gott den Anfang gemacht durch einen einzelnen Menschen und wunderbare Dinge durch ihn gewirkt.


Wirf dein Anliegen auf den Herrn. Der hat einen breiten Hals und kanns wohl tragen.


In der Kirche soll man nichts mit größerer Sorgfalt betreiben als das heilige Evangelium, da ja die Kirche nichts Köstlicheres und Heilsameres hat.


Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht und jedermann untertan.


Ich fürchte nichts, weil ich nichts habe.


Ohne Glauben kann ein Gebet kein Gebet sein. Denn wie will der beten, der nicht glaubt, daß bei Gott soviel Güte sei, daß er die Betenden erhören wolle?


Siehe, das ist die rechte geistliche, christliche Freiheit, die das Herz frei macht von allen Sünden, Gesetzen und Geboten; welche alle unsere Freiheit übertrifft wie der Himmel die Erde.


Das Studium des Rechts ist schmutzig und gewinnsüchtig, denn sein letzter Zweck ist Geld; man studiert die Rechte nicht zur Ergötzung und um der Kenntnis der Dinge willen.


Wir kommen nie aus den Traurigkeiten heraus, wenn wir uns ständig den Puls fühlen.


Wer Gott in Christus nicht findet, der findet ihn nimmermehr; er suche, wo er wolle.


Worauf du nun, sag ich, dein Herz hängst und verläßt, das ist eigentlich dein Gott.


Das ist eigentlich des Glaubens Natur, daß er seine Kraft in Furcht, im Tode, in Sünden und allem, was einen Menschen furchtsam und verzagt macht, beweist.


Dieweil er Gott ist, so kann und weiß er, wie er’s mit mir aufs Beste machen soll. Dieweil er Vater ist, so will er’s auch tun.


Christus ist ein fester Grund der Seligkeit und ein unüberwindlicher Felsen für alle, die an ihn glauben.


Glaube heißt, daß einer durch ein unmöglich Ding hindurchbrechen soll. Er geht hinein ins Meer, als wenn kein Wasser da wäre, in den Tod, als wenn kein Tod da wäre.


Es sollte uns fürwahr nichts fröhlicher sein in der Schrift als dies, daß Christus geboren ist von der Jungfrau Maria.


Wer was weiß, der schweig! Wem wohl ist, der bleib! Wer was hat, der behalt! Unglück kommt ohne das bald!


Den Menschen dienen, den dankbaren sowohl wie auch denen, die uns nicht danken – das ist ein Mann.


Ich weiß drei böse Hunde: Undankbarkeit, Stolz, Neid. Wen die drei Hunde beißen, der ist sehr übel gebissen.


Des Menschen Herz ist wie Quecksilber, jetzt da, bald anderswo, heute so, morgen anders gesinnt.


Wenn wir alt werden, so beginnen wir zu disputieren, wollen klug sein und doch sind wir die größten Narren.


Strafe haßt man, aber die Sünde liebt man.


Der Mensch ist zur Arbeit geboren, wie der Vogel zum Fliegen.


Für die Toten Wein, für die Lebenden Wasser, das ist eine Vorschrift für Fische.


Es ist Gottes Lust und Ehre, daß er viel geben will.


Wenn die Schwermut dich überfällt, so sprich mit Freunden über Dinge, an denen du Freude hast


Alles, was in der Welt erreicht wurde, wurde aus Hoffnung getan.


Lustige Abendgesellschaften machen traurige Morgen…


Reichtum ist das geringste Ding auf Erden und die allerkleinste Gabe, die Gott einem Menschen geben kann. Darum gibt unser Herrgott gemeiniglich Reichtum den groben Eseln, denen er sonst nichts gönnt.


Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten.


Einem einsamen Mensch folgt immer eins aus dem anderen und denkt alles zum ärgsten.


Ein Schulmeister muß singen können.


Anfechtungen sind Umarmungen Gottes.


Wir sind Bettler, das ist wahr.


Von Arbeit stirbt kein Mensch, aber vom Müßiggehen kommen die Leute um Leib und Leben, denn der Mensch ist zum Arbeiten geboren wie der Vogel zum Fliegen.


Es ist uns oft genug begegnet, daß wir vierzehn Tage, drei, ja vier Wochen lang ein einziges Wort gesucht und erfragt haben, und haben’s doch bisweilen nicht gefunden. Im Buch Hiob hatten wir, M. Philippus, Aurogallus und ich, solche Arbeit, daß wir in vier Tagen zuweilen kaum drei Zeilen fertigbringen konnten. Mein Lieber, nun, da es verdeutscht und fertig ist, kann’s ein jeder lesen und kritisieren. Es läuft einer jetzt mit den Augen über drei, vier Blätter hin und stößt nicht ein einziges Mal an, wird aber nicht gewahr, welche Wacken und Klötze da gelegen sind, wo er jetzt drüber hingeht wie über ein gehobeltes Brett, wo wir haben schwitzen und uns ängstigen müssen.


Ich arbeite nie besser als durch Zorn inspiriert. Wenn ich zornig bin, kann ich besser schreiben, beten, predigen, da mein Geist schneller arbeitet, mein Verstand geschärft ist und alle weltlichen Sorgen und Versuchungen dahingefahren sind.


Ob jemand Christ sey oder nicht, das Fleisch wütet, brennet und samet. Fleusset es nicht ynn das Fleisch, so fleusset es ynns Hemdt….


Gute Werke sind des Glaubens Siegel und Prob; denn gleich wie die Briefe müssen ein Siegel haben, damit sie bekräftigt werden, also muß der Glaube auch gute Werke haben.


Die Welt ist wie ein betrunkener Bauer: Hebt man ihn auf einer Seite in den Sattel, so fällt er auf der anderen wieder herab.


Kinder sind das lieblichste Pfand in der Ehe; sie binden und erhalten das Band der Liebe.


Das ist ein gemarterter Mann, dessen Weib nichts weiß von der Küche. Es ist das erste Übel, woraus sehr viele folgen.


Geld kann den Hunger nicht stillen, sondern ist im Gegenteil der Grund für Hunger. Denn wo reiche Leute sind, da ist alles teuer.


Einer muß des andern Schanddeckel sein.


Eine arme Dienstmagd hat Freude im Herzen und kann sagen: ich koche jetzt, ich mache das Bett, ich kehre das Haus; wer hat’s mich geheißen? Gott hat es getan. Ei, so muß es wahr sein, daß Gott einen Gefallen daran habe. Wie kann ich denn seliger sein? Ist es doch ebensoviel, als wenn ich Gott im Himmel kochen sollte.


Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen.


Schweig, leid, meid und vertrag dein Not alleine Gotte klag, an Gott je nicht verzag, – dein Glück kommt alle Tag.


Man kann Gott nicht allein mit Arbeit dienen, sondern auch mit Feiern und Ruhen.


Je mehr Kinder, je mehr Glücks.


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