Max Frisch

Alltag ist nur durch Wunder erträglich.


Das Bewußtsein unserer Sterblichkeit ist ein köstliches Geschenk, nicht die Sterblichkeit allein, die wir mit den Molchen teilen, sondern unser Bewußtsein davon. Das macht unser Dasein erst menschlich.


Das Bewußtsein unserer Sterblichkeit macht unser Dasein erst menschlich.


Die beste Tarnung ist die Wahrheit. Die glaubt keiner!


Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand.


Die meisten verwechseln Dabeisein mit Erleben.


Die Würde des Menschen besteht in der Wahl.


Die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur.


Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich.


Erfolg verändert den Menschen nicht. Er entlarvt ihn.


Es gibt auch eine Satanie im weiblichen Verzeihen.


Es sind die kleinen Rechthabereien, die eine große Liebe zerstören können.


Feindbilder sind sicher nicht die Ursache für einen Krieg, aber sie erleichtern das Marschieren.


Fragwürdig wie alles, was wir treiben, ist auch die Selbstkritik. Ihre Wonne besteht darin, daß ich mich scheinbar über meine Mängel erhebe, indem ich sie ausspreche und ihnen dadurch das Entsetzliche nehme, das zur Veränderung zwingen würde.


Heimat sind die Menschen, die wir verstehen und die uns verstehen.


Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.


Man sollte die Wahrheit dem anderen wie einen Mantel hinhalten, daß er hineinschlüpfen kann – nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen.


Nur der Nüchterne ahnt das Heilige.


Ohne Utopie leben nur die Tiere.


Seitdem junge Männer Motorräder besitzen, ist der Inzest ausgestorben.


Technology . . . the knack of so arranging the world than we need not experience it.


Technology . . . the knack of so arranging the world that we don't have to experience it.


Toleranz ist immer ein Zeichen dafür, daß sich eine Herrschaft als gesichert betrachtet.


Verhältnis von Lebensalter und Unwissen: Welche mathematische Kurve ergibt das? Trotz Zuwachs an Wissen schnellt die Kurve mit dem Lebensalter: das Unwissen wird unendlich.


Viele herrliche Einfälle verscheiden auf dem Transport zum Schreibtisch.


Unsere Meinung, dass wir das andere kennen, ist das Ende der Liebe, jedesmal, aber Ursache und Wirkung liegen vielleicht anders, als wir anzunehmen versucht sind – nicht weil wir das andere kennen, geht unsere Liebe zu Ende, sondern umgekehrt: weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch fertig für uns.


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