Norbert Blüm

Abtreibung hört sich an wie ein Stück Holz, das auf dem Rhein abgetrieben wird. Man muß es Tötung nennen.


Alle wollen den Gürtel enger schnallen, aber jeder fummelt am Gürtel des Nachbarn herum.


Arbeitslosigkeit ist kein Schicksal, sie ist gemacht. Und deshalb kann ihr auch ein Ende gemacht werden.


Armut wird auf Dauer nicht durch Almosen überwunden, sondern nur, wenn sich die Armen durch Arbeit aus der Armut herausarbeiten können.


Auch auf den Malediven holt den Zivilisationsflüchtling verschmutzte Luft, vergiftetes Wasser ein.


Berufliche Bildung an der Universität bezahlt der Steuerzahler. Berufliche Bildung der Arbeitnehmer – die bezahlen sie selber. Es läßt sich schon einmal die Frage stellen, ob das gerecht ist.


Beschäftigt die Söhne und Töchter, dann schafft ihr Sicherheit für Oma und Opa.


Christen müssen ein Risiko eingehen. Saubere Hände können auch durch Nichtstun kommen.


Das Angebot schafft sich seine Nachfrage. Ganz salopp gesagt: Wo ein Krankenhaus ist, liegt auch ein Kranker drin.


Das Leben hat immer mehr Fälle, als der Gesetzgeber sich vorstellen kann.


Das Neue ist immer risikoreich. Denn für das Neue gibt es keine Erfahrungen.


Das Recht auf Arbeit wird nicht dadurch verbessert, daß wir es in den Grundrechtskatalog aufnehmen; ich halte es für ein angeborenes Naturrecht. Es kommt mehr auf die Verwirklichung durch die Gesetze an.


Das Regime der Manager und Funktionäre ist an die Stelle der alten Kapitalisten getreten, und das Bündnis beider ist fast so unangreifbar wie der Adel vergangener Zeiten.


Das System muß finanzierbar bleiben.


Der Betreuungsstaat hindert den Einzelnen, seine eigenen Kräfte so zu entfalten, wie es ihm möglich wäre. Diese Chance, Eigenes zu leisten, gehört zur Würde des Menschen.


Der Erfindungsreichtum der Mammutbetriebe steht in proportional umgekehrten Verhältnis zu deren Größe. Es gibt mehr Gemeinsamkeit vom Mittelstand und Arbeitnehmern als zwischen Großkonzernen und kleiner Konditorei.


Der Fortschritt ist kein Überschallflugzeug, er kommt zu Fuß daher.


Der Geschlechterkampf ist so einfallslos wie der Klassenkampf.


Der Mensch ist wichtiger als die Sache.


Der soziale Friede ist jede Anstrengung wert.


Der Staat ist in Gefahr, den Bürgern goldene Käfige zu bauen, in denen sie für ihre Individualität keine Entfaltungsmöglichkeiten mehr sehen.


Der Tod muß ins Leben zurückgeholt werden.


Der Versorgungsstaat ist nicht der Sozialstaat.


Der Weg führt nicht zurück in den Schrebergarten. Der Weg führt vorwärts in eine neue Industriegesellschaft.


Der, der alles nur für Geld tut, wird schließlich für Geld alles tun.


Dies ist keine vollständige liste der zitate von Norbert-Blüm. Zitate anderer autoren sind ebenfalls verfügbar.