Peter Hohl

Es gibt ein sicheres Mittel, nicht einsam zu sein: Sich um Einsame kümmern.


Für manche Menschen ist es wichtiger, daß sie recht haben, als daß es ihnen gut geht.


Ärger ist wie Säure. Er zerfrißt vor allem das Gefäß, in dem er sich befindet.


Kein General käme auf die Idee, zwischendurch mal seine Verbündeten anzugreifen. Wieso tun das Ehepartner mit solcher Begeisterung?


Wenn mir jemand droht, er sei beleidigt, wenn ich nicht tue, was er will, wähle ich die Beleidigung.


Es gibt vier Möglichkeiten, nicht gefressen zu werden: Stärker, schneller, schlauer sein – oder nicht gut schmecken.


Jeder Arbeitgeber sollte sich fragen, warum Menschen sich in einem Sportverein schinden und dafür noch Beitrag bezahlen.


Meine Mutter ist selber schuld, wenn ich mir die Grippe hole. Jetzt bleibe ich grade im Regen stehen! Achten Sie mal darauf, wie unglaublich viele Menschen sich jeden Tag nach dieser Regel Schaden zufügen, weil sie meinen, damit einen anderen zu bestrafen.


Wer andere egozentrisch nennt, neidet ihnen vielleicht den Platz im Zentrum, der doch eigentlich ihm gebührt?


Ein gewisses Maß an Selbstzweifeln ist immer ein Zeichen erhöhter Intelligenz.


Geld kann wirklich glücklich machen: wenn man es dringend braucht und dann bekommt. Aber wer durch immer mehr Geld immer glücklicher werden will, wird ebenso enttäuscht wie einer, der die Freude des Durstlöschens steigern will, indem er immer weiter trinkt.


Man muß die Wiesen betonieren. Dann sind sie auch so modern wie unsere Parkplätze.


Auch wenn ich genau sagen kann, wo du stehst: Ich sehe dich in Wirklichkeit nicht dort, wo du bist, sondern da, wo ich bin: auf den drei Quadratzentimetern Netzhaut im Hintergrund meiner eigenen Augen.


Viele Probleme rühren daher, daß der Mensch von ungelernten Kräften hergestellt wird.


“Das war ein gutes Gespräch”, sagt immer der, der am meisten geredet hat.


Michelangelo sagte: “Der David steckte von Anfang an in dem Marmorblock. Ich habe nur entfernt, was nicht dazu gehörte”. Entferne bei einem Problem alles Unbrauchbare – und übrig bleibt eine Chance.


Erfahrung ist nur in der Rückschau wahrnehmbar. Wer keine hat, kann ihr Fehlen nicht erkennen.


Ich bin viel zu selbstbewußt, um überheblich zu sein.


Kennen Sie auch einen, der immer genau weiß, was er gewollt hätte?


Ich bin von 11 Menschen umgeben, von denen jeder nur 10% meiner Zeit beansprucht – und sich wundert, daß ich in den restlichen 90% meine Arbeit nicht schaffe.


Kinderbücher werden so gemacht, wie die Verleger vermuten, daß die Buchhändler glauben, daß die Eltern meinen, sie könnten den Kindern gefallen.


Die Erde ist ein geschlossenes System, in dem es kein Wachstum geben kann. Jedes Atom muß irgendwoher kommen und am Ende wieder irgendwohin gehen.


Mein Onkel war Schwerathlet. Er trug eine große Jacke. Alle hatten Respekt vor ihm. Da kaufte sich mein kleiner Vetter genau die gleiche Jacke. Alle lachten über ihn.


Manche Menschen sind so vom Geld fasziniert, daß sie es für den eigentlichen Wert halten. Wo es doch bekanntlich der Gegenwert ist!


Welche Eltern sind erfolgreicher: Die ihren Kindern sagen, was sie sollen – oder die sie erleben lassen, was sie können?


Wir entscheiden emotional und rechtfertigen dann die Entscheidung vor uns selbst mit rationalen Gründen. Wir kaufen das schöne rote Auto, weil es so sparsam ist im Verbrauch.


Die Menschen haben mehr Angst vor dem Unbekannten als vor dem Gefährlichen. Darum mißtrauen sie Ausländern und setzen sich betrunken ans Steuer.


Ja, ich hätte manches, was ich zu spät gemacht habe, schon früher tun können. Aber dann hätte ich das, was ich früher gemacht habe, später tun müssen!


Die Menschen schließen aus dem, was sie sehen, auf das, was sie nicht sehen.


Manchmal hast du nur die Wahl zwischen zwei falschen Entscheidungen.


Der Umweltschutz hat große Fortschritte gemacht. Viele sehen jetzt schon, was ihre Nachbarn falsch machen.


So, so, Ihre Kinder wissen alles besser? Wußten Sie, daß es Fälle gibt, in denen das stimmt?


Ist eigentlich jemand tolerant, der keine Intoleranz duldet?


Selbst Gott hat, wie man heute weiß, seine Kinder nicht großgezogen, sondern einfach wachsen lassen.


Flugzeuge beweisen: Gegenwind erhöht den Auftrieb!


So lange ich hinter dem Glück herrenne, wird es mich nicht einholen.


Ich tue, was für mich gut ist, selbst wenn es für einen anderen auch gut ist.


Kinder würden Kasper wählen.


Wenn einer ohne Manuskript eine brillante Rede hält, gibt es immer wieder Leute, die glauben, man müsse sich lediglich nicht vorbereiten, um ein brillanter Redner zu sein.


Wirklich abhängig sind wir heute von den perfekten Dienstleistern. Dienen ist nicht mehr Unterwerfung. Dienen ist Macht.


Du kannst einem Menschen, dem das Wort Spiralnebel fremd ist, nicht erklären, daß die Milchstraße einer ist.


Was spräche eigentlich dagegen, daß Lehrer das anstreichen, was richtig ist?


Prinzipien sind Diener. Sie dienen dazu, in immer gleichen Situation nicht immer wieder abwägen und entscheiden zu müssen. Aber wenn Diener herrschsüchtig werden, muß man sie rausschmeißen.


Recht haben ist nicht das, wofür die Menschen einen lieben.


Zu meinen wertvollsten Besitztümern gehören ein paar bissige Wahrheiten, die ich nicht ausgesprochen und ein paar verärgerte Briefe, die ich nicht abgeschickt habe.


Alles durch Mutation und Selektion entstanden? Da könnte man doch auch einem Steinzeitmenschen einen Haufen Sand geben und ihm sagen, er soll solange herumprobieren, bis daraus ein Pentium-Prozessor geworden ist? Aber siehe da: Schon nach 20.000 Jahren hatte er es geschafft!


In Wirklichkeit brauchte es keine Vertreibung: Der Augenblick der Erkenntnis war das Ende des Paradieses.


Unterschätze niemals Feinde, weil sie klein und zahnlos sind. Nicht Löwen und Krokodile töten die meisten Menschen, sondern Viren und Bakterien.


Wir haben Zeit für alles, was wir wirklich wollen. Es sei denn, wir tun zu viel Dinge, die wir vermeintlich müssen.


Wir alle sind in unserer Haut gefangen und schauen durch zwei kleine Löcher in die Welt. Das engt die Sicht enorm ein.


Intoleranz schreibt Geschichte. Toleranz hilft, sie zu ertragen.


Ist ein Wegweiser unglaubwürdig, nur weil er selbst nicht in die Richtung geht, in die er zeigt?


Lieber ein Optimist, der sich mal irrt, als ein Pessimist, der dauernd recht hat.


Die wenigsten Menschen verstehen sich darauf, Ursachen zu beeinflussen. Die meisten vergeuden ihre Zeit mit dem aussichtslosen Versuch, Wirkungen zu verändern.


Wenn du redest, um deine eigene Wichtigkeit zu beweisen, werden die meisten Menschen eine kleine Weile aus Höflichkeit zuhören. Wenn jemand unhöflich zu dir ist, hast du vielleicht die kleine Weile schon aufgebraucht?


Glück ist nicht die Abwesenheit von Schwierigkeiten, sondern ihre Bewältigung. Die Abwesenheit von Schwierigkeiten nennt man Langeweile.


Das Paradies ging verloren, als zum erstenmal jemand die Welt ansah – und meinte, daraus ließe sich etwas machen.


Je kaputter eine Partnerschaft, umso mehr fällt jedem ein, was der andere zur Verbesserung der Situation tun könnte.


Wenn sich Eltern über ihre Kinder beklagen, dann frage ich sie manchmal, ob sie das auf Vererbung oder auf Erziehung zurückführen.


Die Welt beurteilt dich nach dem, was du ihr gegeben hast. Aber sie behandelt dich nach dem, was sie noch von dir erwartet. Also gib ihr nicht alles auf einmal.


Wo man Sonnenbrand hat, tut auch ein freundschaftlicher Klaps weh.


Viele handeln, weil etwas geschehen ist. Wenige handeln, weil etwas geschehen soll.


Wir alle finden Spontaneität außerordentlich positiv… wenn jemand spontan unsere Meinung artikuliert.


Die am eifrigsten Raupen bekämpfen, klagen manchmal am lautesten, daß es keine Schmetterlinge mehr gibt.


Niemand hat in der Vergangenheit irgendwelche Handlungsmöglichkeiten. Warum verschwenden so viele Menschen ihre Zeit damit, von sich und anderen zu verlangen, daß sie etwas anders hätten machen sollen?


“Wohlschmeckend” ist der Beweis, daß nicht alle guten Eigenschaften von Vorteil sind, sagte die Suppenschildkröte.


Wenn der kleine Mann zu Fuß zur Arbeit geht, spart er zwei Mark für die Straßenbahn. Die Besserverdienenden sparen 30 Mark fürs Taxi! Mein Gott, was ist die Welt so ungerecht!


Der Grottenolm zweifelt nicht daran, daß er die ganze bekannte Welt bereist hat.


Es gibt zwei sichere Möglichkeiten, unglücklich zu sein: Weniger zu leisten oder mehr von sich zu verlangen als man kann.


Mir graut vor Leuten, die glauben, es gebe nur eine Wahrheit, und sie seien im Besitz derselben.


“Ich habe keine Zeit”, ist immer gelogen. Jeder hat pro Tag genau 24 Stunden, und er setzt sie für das ein, was ihm wichtig ist. Wer “keine Zeit” sagt, meint “keine Lust”.


Auch ein Eunuch weiß, wie es geht.


“Das werd ich mir merken”, sagen manche Menschen, wenn sie Negatives erleben. Sie horten in ihrer Seele einen Haufen Mist und verstehen nicht, warum es in ihrem Leben so stinkt.


Kennen Sie auch einen, der mit seiner Bescheidenheit angibt?


Der Mißgünstige wird früher oder später versuchen, dem Fisch den Köder wegzuschnappen.


Alles geht bevorzugt dahin, wo es geliebt wird. Glück und Unglück, Geld und Schulden, Wohlbefinden und Krankheit.


Zuviel Fernsehen ist fürs Hirn wie zuviel Brei für die Zähne. Was nicht beansprucht wird, fällt irgendwann aus.


Über einen tiefen Graben kann man nur springen. Wer den Weg zuerst mit einem kleinen Schritt testen will, wird naß.


Vier Reiche haben acht Arme. Acht Arme haben 16 Beine. Also haben Arme mehr Beine als Reiche Arme. Oder?


Was sind wir fortgeschritten! Die Römer saßen noch in der ersten Reihe und schauten zu, wie Leute sich umbrachten.


Wir machen hektisch 10 Versuche gleichzeitig – und fragen uns, welcher denn nun der Irrtum war.


Eine Wespe stößt immer wieder gegen die Fensterscheibe. Ihr ist völlig unverständlich, warum sie das Ziel, das doch so dicht vor ihr liegt, nicht erreicht. Weil sie nicht weiß, was Glas ist, begreift sie nicht, warum nicht immer der direkte Weg zum Ziel führt.


Bevor du ein Übel beseitigst, vergewissere dich sorgfältig, daß es sich nicht um das kleinere handelt.


Jeder Mensch hat das Recht, sich so zu verhalten wie er sich verhält. Aber jeder andere hat das Recht, darauf so zu reagieren wie er reagiert.


In meiner Haut bin ich der Wichtigste und Wertvollste. Leider wohnt da sonst keiner, der das auch findet.


Betonungen Ich will tun, was ich will. Das kann ganz unterschiedliches bedeuten. Ich will tun, was ich will, sagt das bockige Kind. Ich will tun was ich will, sagt der Teenager 10 Jahre später. Ich will tun, was ich will, spricht er in der Sturm- und Drangphase. Ich will tun, was ich will, findet er schließlich sein Erfolgsrezept.


Natürlich bist du völlig im Recht, wenn du dich schlecht fühlst. Du hättest aber auch das Recht, dich gut zu fühlen. Und du allein bestimmst, welches Recht du in Anspruch nimmst.


Finde etwas wirklich Gutes an einem Menschen und sag es ihm. Du wirst für ihn in hohem Maße glaubwürdig sein.


Wer fachlich sehr gut ist, kann sich schlechtes Benehmen leisten. Manche verstehen nicht, warum sich keiner für sehr gut hält, obwohl sie sich doch so schlecht benehmen.


Wer weit nach oben bauen will, muß erst einmal tief nach unten graben. Einer, der gewohnt ist, Baracken auf Betonplatten zu stellen, wird das für die falsche Richtung halten.


Was man nicht ernst nimmt, macht bald auch keinen Spaß mehr.


Meine Oma hatte den Keller voller Einmachgläser. Sie wäre nie auf die Idee gekommen, in der ersten Woche ein Glas, in der zweiten Woche zwei Gläser, in der dritten Woche drei Gläser heraufzuholen und das als Wachstum zu bezeichnen.


Nur das Ich stirbt. Je mehr du im Wir lebst und empfindest, desto näher seid ihr der Unsterblichkeit.


Ich bin kein Altruist. Wenn ich für andere etwas tue, dann aus reinem Eigennutz. Weil es mich glücklich macht, wenn andere sich freuen. Weil ich mir dabei gut und wertvoll vorkomme. Weil ich denke, dass alles, was man Gutes in die Welt setzt, irgendwann auch wieder positiv zurückwirkt. So trägt die gute Tat den Lohn in sich, und niemand ist mir etwas schuldig. Ich bin Egoist. Das unterscheidet mich von den Altruisten, die sich dauernd über den Undank der Welt beklagen.


Nichts ist so wichtig, daß sich dafür eine Beeinträchtigung meines Wohlbefindens lohnen würde.


Niemand kann das Leben behalten. Länger oder kürzer leben, heißt lediglich Zeit gewinnen oder verlieren. Wenn ich sehe, wie manche Menschen ihre Zeit wegwerfen, frage ich mich, warum sie so am Leben hängen.


Im Augenblick meines Todes werde ich aufhören zu denken und zu fühlen. Angst macht den Tod weder angenehmer, noch schiebt sie ihn hinaus. Ich bin fest entschlossen, mich bis zum letzten Augenblick gut zu fühlen und Erfreuliches zu denken.


Manche Menschen, so scheint es, leben vor allem für den Inhalt ihrer Grabreden.


Wie unangenehm sind Menschen, die dich mit ungebetenen Wohltaten überschütten und dann nicht müde werden, Dankbarkeit zu fordern!


Reichtum, der durch Geiz entsteht, ist keine Bereicherung. Auch der reiche Geizige lebt ärmlich.


Wir leben in einer Welt, in der man Wohltätern nicht dankt, sondern prüft, ob sie beim Schenken einen Formfehler gemacht haben, damit man sie auf Schadenersatz verklagen kann.


Manche Menschen kommen in ein dunkles Zimmer und beginnen emsig zu arbeiten. Sie ergründen die Ursachen der Dunkelheit, finden Schuldige und erstellen ein mittelfristiges Konzept zur schrittweisen Reduzierung der Finsternis. Und dann kommt einer und macht einfach das Licht an.


Wenn jemand sagt “ich will geliebt werden” – ist das nicht ein wenig so, als würde ein Blinder fordern “ich will gesehen werden”?


“Liebe deine Feinde” ist tatsächlich die einzige Alternative zu “Töte deine Feinde”. Denn alle Gemeinheiten, die dazwischen liegen, werden sie dir früher oder später heimzahlen.


Seid froh, wenn’s schwierig ist. Die leichten Sachen machen alle, da ist die Konkurrenz riesig.


Gibt es wirklich keinen Ausweg – oder traust du dich nur nicht, ihn zu gehen?


Über unser Wohlbefinden entscheiden nicht die objektiven Umstände, sondern was wir darüber denken. Wäre es anders, müßten alle, die nicht blind und nicht querschnittsgelähmt sind, den ganzen Tag jubeln. Sollten wir nicht ebensoviel Aufmerksamkeit auf unsere Gedanken verwenden wie auf unsere Lebensumstände?


Ein Test hat ergeben, daß ich intelligenter bin als 99,9% aller Menschen. Klingt großartig. Aber es bedeutet: Mindestens 6 Millionen sind intelligenter als ich.


Wer weiß denn, ob nicht der dreiblättrige Klee das Glück bringt?


Wer es einmal geschafft hat, seine Sehnsucht Vorfreude zu nennen, der kann nie wieder richtig unglücklich sein.


Manche Menschen definieren Fettnäpfchen ganz sachlich als ‘Gefäße für Ester des Glyzerins mit 1 bis 3 Molekülen Fettsäure’. Und tappen prompt hinein.


Wie ungerecht, daß man Tausende von Krankheiten haben kann, aber nicht einmal zwei Gesundheiten.


Der einzige, der mich wohlfühlen kann, bin ich selbst. Wieso mache ich andere dafür verantwortlich?


Nur wo das Geld regiert, ist der Kunde König. Wo Waren knapp sind, ist der Lieferant ein Fürst.


Ich habe versucht, ein Auto auf einen Berg zu bringen. “Geh auf den Berg”, habe ich befohlen. Aber es rührte sich nicht vom Fleck. Also schieben! Aber als ich eine Sekunde aufhörte, rollte es zurück. Dann habe ich geschaut, ob es einen Motor hat – und einen passenden Schlüssel gesucht und einen zündenden Funken erzeugt. Nun fuhr es ganz mühelos von selbst.


Auch umgekehrt stimmt’s manchmal: Wer das sinkende Schiff verläßt, ist eine Ratte.


Wer keinen neuen Anfang wagt, dem bleibt nur das alte Ende.


Auch ein Wandel der Sprichwörter kann ein Zeitalter kennzeichnen. Früher sagte man “Eile mit Weile”. Heute heißt es “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben”.


Es ist ganz gleichgültig, ob der Rest Bier im Ausguß verdirbt oder in meinem Magen. Ich würde es niemals austrinken, nur weil es bezahlt ist.


Unser Wissen ist eine Insel im Meer des Unbekannten. Besitzer kleiner Inseln neigen zu der Meinung, hinter dem bißchen Strand könne doch nicht viel Meer sein.


Alles ist möglich. Wenn man es ohne Rücksicht auf den Aufwand erreichen will.


Bevor ein Zug abfährt, schnarrt ein Lautsprecher: “Zurückbleiben”. Wenn ich mich recht erinnere, rief früher der Schaffner: “Bitte einsteigen.” Ob die bei der Bahn den Unterschied schon bemerkt haben?


Viele Wahrheiten Der Himmel ist blau. Das ist die Wahrheit. Der Himmel ist nicht blau. Die Luftmoleküle streuen lediglich den Blau-Anteil des Sonnenlichts stärker als die übrigen Spektralfarben. Das ist die Wahrheit. Es gibt in der Außenwelt überhaupt kein Blau. Es gibt elektromagnetische Wellen der Wellenlänge 470 Nanometer, die unser Hirn dazu bringen, sich Blau vorzustellen. Auch das ist die Wahrheit. Und wenn ich all das weiß und an einem schönen Tag den Blick hebe, dann ist der Himmel immer noch blau.


Wenn alle Aktien steigen, triffst du viele Leute, die glauben, sie seien begnadete Börsenexperten.


Neulich traf ich einen, der hatte ganz gegensätzliche Fähigkeiten: Die eine Hälfte seiner Zeit verbrachte er damit, die Vergangenheit zu bereuen – in der anderen Hälfte sorgte er sich um die Zukunft.


Unglücklicherweise muß man klug sein, um Dummheit zu erkennen. Darum bemerkt sie so selten jemand bei sich selbst.


Vielleicht hat der Wurm in meinem Komposthaufen eine Ahnung von dem höheren Wesen, das seine Welt erschaffen hat. Aber er wird an der Weisheit meiner Ratschlüsse zweifeln, wenn ich seine Welt auf meine Beete verteile.


Manche Menschen sind so damit beschäftigt, ihr Soll zu erfüllen, daß sie keine Zeit mehr für ihr Will haben.


Der vielleicht folgenschwerste Irrtum der Menschheit ist der Glaube, daß etwas aus der Welt verschwindet, wenn man es nur ausreichend verdünnt.


Es gibt wirklich Menschen, die setzen sich in einem völlig freien Eisenbahnwaggon auf ihren reservierten Platz, weil sie für die Reservierung bezahlt haben, und zürnen dem Reisebüro, weil sie Rückwärtsfahren nicht vertragen.


Wenn ich nur noch einen Monat zu leben hätte – wieviel Zeit würde ich dann für Konventionen verwenden? Für den Umgang mit Arroganz und Dummheit? Für vermeintliche Verpflichtungen? Moment mal! Wer gibt mir eigentlich eine Garantie dafür, daß ich noch länger lebe als einen Monat?


Der Journalist liest in der druckfrischen Zeitung zuerst seinen eigenen Artikel; der Sportler sucht den Bericht über seine Mannschaft. Nicht, was wir nicht wissen, interessiert uns am meisten, sondern was uns betrifft.


Auch schlechte Nachrichten können wertvoll sein – wenn man sie früher hat als die anderen.


Wer einfache Lösungen verlangt, muß auf Gerechtigkeit verzichten. Wer Gerechtigkeit verlangt, muß in Kauf nehmen, daß es kompliziert wird.


Ich habe mit großer Wahrscheinlichkeit nur dieses eine Leben. Warum sollte ich es damit verbringen, anderen Leuten deren einziges Leben schwer zu machen?


Das Chaos hat auch etwas Gutes: Jeder schreibt wie er will. Und alle verstehen, was er meint.


Wir könnten viel mehr erreichen, wenn wir die Leute nicht immer auch noch erziehen wollten.


Niemand kann eine glänzende Rede halten, wenn keiner zuhört. Niemand kann großzügig sein ohne jemanden, der seine Geschenke annimmt.


“Man müßte mal …” hat fast nie etwas bewirkt. Darum versuche ich es jetzt entweder mit “Könntest du bitte …” oder mit “Ich werde …”


Aus Angst tue ich nur etwas, solange die Angst andauert. Freude wirkt dagegen auch, wenn ich mich an sie erinnere oder auf sie hoffe.


Manche Menschen glauben ernsthaft, in dieser Welt existiere nur das, was sie mit ihren knapp 2 kg Gehirn erfassen und nachweisen können. Sie halten sich interessanterweise für besonders gescheit.


Wer eine Ahnung von Psychologie hat, merkt wenigstens im nachhinein, wenn er jemanden falsch behandelt hat. Ohne diese Kenntnis führt der Mensch seine Erfolglosigkeit gern auf die Fehler der anderen zurück.


Du mußt auch durch Tiefen gehen können, wenn du Tiefe gewinnen willst.


Früher habe ich sehr sorgfältig die Straße gefegt, damit sie aussieht wie vor einer Minute gereinigt. Aber schon am nächsten Tag sah sie aus wie gestern gefegt. Jetzt mache ich das gleich so, wie es am nächsten Tag aussehen würde. Und gönne mir in der gewonnenen Zeit irgend etwas Erfreuliches.


Dafür daß gut gearbeitet wird, ist in einer erfolgreichen Firma derjenige verantwortlich, der die Arbeit macht. Sein Vorgesetzter hat dafür zu sorgen, daß er das gern tut.


Manchmal fragt man sich: Soll man Kinder zu anständigen Menschen erziehen – oder sie lieber auf das Leben vorbereiten?


Früh krümmt sich, was ein Würmchen werden will.


Wenn jemand meine Tante auf den Tod anspricht, pflegt sie zu antworten: “Sterben? Das mach ich erst ganz am Schluß.”


Vergeude nicht die Zeit, die du hast, um der Zeit nachzutrauern, die du nicht hast.


Verräterische Sprache: Welch kurzer Weg von der Verneinung zur Vernichtung!


Ich habe Menschen kennengelernt, deren Lebensziel es ist, nichts bereuen zu müssen. Sie lassen keine Zuneigung zu, weil sie enttäuscht werden könnten. Sie tanzen nicht, weil sie nicht schwitzen wollen. Und sie sagen nichts, weil es verkehrt sein könnte. Sie erreichen ihr Ziel: Es gibt in ihrem Leben nichts – also auch nichts, was sie bereuen müßten.


Für mich gibt es einen Riesenunterschied zwischen Fehlern, die schon gemacht sind, und solchen, die man noch vermeiden kann.


Reich bin ich, wenn ich mir mehr leisten könnte als ich haben will. Reich ist also auch, wer weniger haben will als er sich leisten könnte. Oder?


Wer tolerant ist, hält sich selbst für besser (“Herr, ich danke dir, daß ich nicht bin wie dieser da. Aber in meiner großen Güte dulde ich ihn neben mir”). Tolerare heißt nur “erdulden” oder “ertragen”. Wie wäre es stattdessen mit Akzeptanz oder sogar Respekt vor dem Andersartigen?


Auf der Skala unseres Wohlbefindens pendelt sich der Nullpunkt nach einer Weile immer da ein, wo wir gerade sind. Darum brauchen die einen ständig mehr von allem, während für andere ein schmerzfreier Tag das höchste Glück ist.


Früher habe ich auf eine Fee gewartet, die mir einen Wunsch erfüllt. Heute weiß ich: Ich muß nur genau genug wissen, was ich mir wünsche, um es ganz ohne Fee zu erreichen.


Besuch Der Blumentopf am Fenster fehlt. Er ist wohl eingegangen. Aber die Marionette hängt noch immer verquer in ihren Fäden. Ein paar Bücher, die ich nicht kenne. Aber dein Lächeln ist das alte. Ein neuer Teppich, auf dem du gehst wie früher. Du kaufst noch immer blaue Zahnbürsten, holst zu weit aus, wenn du dein Ei aufklopfst, und sprichst das “e” so komisch aus wie eh und je. Beim Zahnarzt warst du wohl: Ja, wenn du lachst, sieht man die neue Plombe. Aber sonst: Sogar der Abfalleimer ist derselbe. Und wenn ich’s recht bedenke, dann lieb ich dich noch wie am ersten Tag.


Wegbeschreibung Der schnellste Weg aus einer schwierigen Situation ist meistens: Direkt nach vorn.


Ätsch! Wenn dich jemand böse anschaut, laß ihn! Er strapaziert seine eigenen Gesichtsmuskeln.


Durchschlagender Vorwurf Wie kannst du behaupten, daß ich keine Kritik vertrage? Das ist eine unverschämte Unterstellung!


Aussichtsloser Kampf Man kann einen Mangel nicht bekämpfen, sondern nur durch Fülle ersetzen. Arbeitslosigkeit oder Armut bekämpfen zu wollen, das ist so aussichtslos wie der Versuch, ein Loch abzuschneiden.


Zeitvertreib Zeit ist bekanntlich der Stoff, aus dem das Leben besteht. Zeit-Vertreib?


Begrenzte Optionen Anders als ich bin, gibt es mich nicht. Ihr könnt mich so haben, wie ich bin – oder gar nicht.


Tiefenwirkung Ein Fragezeichen setzt das Hirn meines Gesprächspartners in Gang. Ein Ausrufezeichen nur seine Ohren. Oder?


Führung Wie viel Menschen doch leisten, wenn sie sich gut fühlen. Und wie wenig, wenn es ihnen schlecht geht. Und wie selten Vorgesetzte davon schon mal was gehört haben!


Ursachenforschung Ein wenig erforschtes Phänomen ist die Schrankfeuchte. Sie führt auf geheimnisvolle Weise dazu, daß Kleidungsstücke, die längere Zeit unbenutzt im Schrank hängen, plötzlich zu klein sind.


Typisches Merkmal Doofe kommen sich immer ganz toll vor. Daran kann man sie leicht erkennen.


Übersicht Immer wieder frappierend, wie übersichtlich eine Treppe ist, wenn man sie von oben betrachtet.


Wertewandel Was hat die Welt sich verändert! Die Diener sind mächtige Dienstleister geworden, und die Großgrundbesitzer betteln um Subventionen.


Äußerlichkeiten Wenn ich Krawatte trage, signalisiere ich meiner Umwelt: Ich möchte behandelt werden wie jemand, der eine Krawatte trägt.


Rückwirkung Wer alte Menschen geringschätzig behandelt, verpestet den Brunnen, aus dem er irgendwann trinken muß.


Ganz klar Man muß die Dinge tun, damit sie geschehen.


Windbeutel Manche Menschen sind wie Heizlüfter. Sie rotieren laut und energisch. Aber heraus kommt nur heiße Luft.


Und die Arbeit? Es gibt Firmen, die nicht wissen, daß Menschen, unter denen ständig der Boden schwankt, ihre Hände zum Festhalten brauchen.


Mode Manche Sachen sehen richtig albern aus, wenn sie nicht mehr modern sind. Haben sie eigentlich anders ausgesehen, als sie in Mode waren?


Überraschender Rat Güte gedeiht nur auf einem intakten Selbstwertgefühl. Selbstzweifel flüchten sich in die Überheblichkeit. Darum bemitleidet die Überheblichen und beneidet die Gütigen!


Grenzen der Weiterentwicklung Du kannst nichts lernen, wovon du glaubst, du könntest es schon.


Weg zum Frieden Es mag uns ärgern; aber Friede entsteht nicht dadurch, daß die Friedlichen friedlich sind. Friede herrscht nur, wenn die Friedlichen stärker sind als die Aggressoren, die Demokraten stärker als die Diktatoren und die Toleranten stärker als die Fanatiker.


Neues Sprichwort Die klügsten Bauern verkaufen die meisten Kartoffeln.


Kurze Spanne “Nächste Woche”, sagen wir leichthin. Wenn wir das 52 mal gesagt haben, seufzen wir: “Mein Gott, wie die Zeit vergeht”. Und wenn wir 80 mal geseufzt haben…


Mehr davon Erstaunlich, wie viel in einer Suppentasse ist, wenn man einen kleineren Löffel nimmt.


Paradox Es gibt wirklich Menschen mit dem Lebensmotto: Lieber gar nichts als zu wenig.


Kontraste Nur wo es kalt ist, kann man die Wärme lieben. Gäbe es keinen Krieg, dann hätten wir kein Wort für Frieden.


Fehlerfrei um jeden Preis? Hätte sich die erste lebende Zelle immer fehlerfrei vermehrt, die Welt wäre heute noch ausschließlich von Einzellern bevölkert!


Lob des Umwegs Auf den bequemsten Straßen herrscht das größte Gedränge.


Rechte wahrnehmen Während die einen sich an erfolgreicher Arbeit erfreuen, müssen die anderen ihren verregneten Urlaub absolvieren. Man läßt doch keinen Anspruch verfallen!


Mehr Bandbreite Harmonie muß nicht auf Gleichartigkeit beruhen. Harmonie durch Ergänzung erschließt viel mehr Möglichkeiten. Allerdings muß man dafür den Glauben aufgeben, Andersartigkeit sei dringend änderungs- oder zumindest kritikbedürftig.


Weltkrisenherde Wäre es nicht klüger, dem Haß die Lebensgrundlage zu entziehen – und nicht den Hassenden?


Selbstpreisung Viele versuchen, andere Menschen für sich zu gewinnen, indem sie über ihre eigenen Vorzüge reden. Ob sie auch versuchen, jemanden zu verführen, indem sie sich selbst streicheln?


Streß Nicht die Menge der Arbeit verursacht den alltäglichen Streß, sondern der Mensch, der dich ihretwegen kritisiert und unter Druck setzt. Zugegeben: Manchmal bist du selbst dieser Mensch.


Ohne Ergebnis Weil es als tapfer gilt, sich gegen den Strom zu stellen, habe ich es ausprobiert: Aber der Strom floß ungerührt an mir vorbei und ich war nichts weiter als naß.


Wie Arbeitsplätze entstehen Natürlich werden Unternehmen ihre Gewinne nicht dazu verwenden, Arbeitsplätze zu schaffen! Die Reihenfolge ist umgekehrt: Sie werden Arbeitsplätze schaffen, wenn sie sich davon Gewinn versprechen. So einfach könnte das sein.


Herz und Verstand Manchmal wäre einem etwas Verständ-nis lieber als die ganze Herz-lichkeit.


Feministinnen Gebt mir einen Rat: Wie kann ich mich mit Menschen identifizieren, die ihre Identität ausgerechnet auf die eine Eigenschaft reduzieren, die ich nicht habe?


Kehrseite Wer mag schon Kröten und Spinnen? Aber ohne sie gäbe es auf der Welt ziemlich viele Fliegen.


Subjektiv Glück kommt nicht vorgefertigt von außen auf uns zu. Es entsteht allein dadurch, daß wir etwas als Glück ansehen. Oder noch einfacher: Glück ist das, was wir für Glück halten.


Erfolgsdialog Meine Antwort auf “das geht nicht” lautet: “Und mit wem muß ich verhandeln, damit es geht?”


Auf Gegenseitigkeit Der schnellste Weg, meine Sympathie zu gewinnen, ist, mich sympathisch zu finden.


Vielseitig Es ist völlig normal, in einem Augenblick darüber nachzudenken, was hinter den Grenzen des Kosmos kommt, und im nächsten Moment zu prüfen, welche Bank die günstigsten Zinsen anbietet.


Freie Wahl Man könnte sich den ganzen Tag ärgern. Aber man ist nicht dazu verpflichtet.


Glaube Es spielt keine Rolle, ob das, woran du glaubst, zutrifft. Entscheidend ist, ob es dir hilft.


Abgelenkt Andere demütigen macht einsam. Wie soll jemand nett zu dir sein, der gerade damit beschäftigt ist, sein beschädigtes Selbstwertgefühl zu reparieren?


Kleingeister Die Köpfe mancher Menschen sind so klein, daß nur sie selbst darin Platz haben.


Wunschgemäß… Neulich hatte ich Zahnschmerzen. Ich habe mir gedacht: Wäre eine Fee gekommen und hätte gesagt “Du darfst wählen: Zahnschmerzen oder Bein ab” – ich hätte die Zahnschmerzen gewählt. Na gut, und die habe ich jetzt – sogar ganz ohne Fee.


Delegieren lernen Wenn ich erfolgreich delegieren will, muß ich zuallererst lernen, daß Dinge auch dann gut gemacht sein können, wenn sie nicht so gemacht werden, wie ich sie gemacht hätte.


Heuchelei Wenn wir den Entwicklungsländern wirklich helfen wollten, müßten wir aufhören, ihnen unsere abgelegten Kleider zu schicken – und stattdessen neue Kleider bei ihnen kaufen.


Gott und die Menschen Ich glaube an Gott. Aber ich glaube nicht an all die Menschen, die mir angeblich von ihm ausrichten sollen, was ich tun darf.


Feen-Lohn Auch Feen arbeiten nicht ehrenamtlich. Ihre Provision ist das, was wir von ihren Geschenken weitergeben.


Lockwirkung Das Glück legt sich am liebsten in gemachte Betten. Also mach ihm eins!


Dies ist keine vollständige liste der zitate von ©-Peter-Hohl. Zitate anderer autoren sind ebenfalls verfügbar.