Peter Rabl

Alle sind mit Schmeicheleien korrumpierbar.


Es hat längst noch nicht ausgehöchtelt.


Es hat sich der Markt der drei Qualitätszeitungen das erste Mal ganz eindeutig segmentiert: Wir haben die "Presse" als das Zentralorgan der Koalition, wir haben den "Standard" als Zentralorgan der Opposition und wir haben den "Kurier" als das Blatt in der wohlabwägenden, nicht parteinehmenden Mitte, das beschreibt und kommentiert.


Fokussierung (Lieblingswort von Peter Rabl).


Franz Vranitzky hat mit seinem – auch persönlichen – Erfolg nun die Hauptverantwortung für Österreichs Zukunft aufgeladen bekommen. Jetzt muß er erstens die ÖVP in eine neue Koalition bringen, und dann muß er vorführen, wie eine solide Sanierung der Staats- Finanzen ohne tiefe Reformschnitte in den Wohlfahrtsstaat aussehen soll.


Geheimcode Binder/Rabl: 2810 (Einstiegsgehalt für Rabl bei NÖN im Jahre 1970).


In Wahrheit haben Sie, entschuldigen Sie, wenn ich das so offen sage, aber Sie lesen ja auch Zeitungen und lesen die Zitate diverser Politiker vom Bundeskanzler abwärts, haben Sie doch bei vielen Spitzenpolitikern keine Autorität. – Antwort von Bundespräsident Dr. Kurt Waldheim: Das is a Blödsinn, dagegen stell' ich mich sofort. Ich glaube, wir können das abbrechen, wenn Sie wollen, weil ich solche Fragestellungen schon nicht akzeptiere, das laß' ich mir als der Bundespräsident nicht zumuten.


Jörg Haider – und das ist die beste Nachricht dieses Wahltages – wurde von den Wählern erstmals gebremst. Niemand weiß, ob er nicht deutlicher verloren hätte, wenn sein unsägliches Lob für die Überzeugung alter Nazis nicht erst knapp vor der Wahl bekanntgeworden wäre oder der ORF nicht die Ausstrahlung des Dokumentes verweigert hätte.


Manchmal liest man einen Satz, den man gerne selbst geschrieben hätte. "Der urösterreichische, mit Politik verwechselte Irrglaube, daß das Gegenteil von etwas Falschem schon das Richtige sein werde", das war so ein treffender Satz, um den ich Karl Markus Gauß und die "Presse" beneide.


Spannende Herausforderung.


Wer sich nicht einmal nach Haiders flammendem Bekenntnis zu alten Nazis zur Koalitionsabsage durchringen kann, den bestraft der Wähler.


Wir sind froh, stolz, dankbar und fühlen uns bestätigt, werden weitermachen und uns noch verbessern. Der Trudelprozeß ist beendet, jetzt geht es wieder aufwärts.


Wolfgang Schüssel hat sein Ziel vollkommen verfehlt. Weder ist er die Nummer 1 geworden, und er hat auch praktisch keine Chance auf die Kanzlerschaft, noch haben die Wähler seinen Kurs der harten Sanierung der Staatsfinanzen unterstützt. Die ÖVP ist nicht stärker als vor der Wahl, aber dafür ist das Klima mit der SP zutiefst gestört.


Wozu haben wir jetzt eigentlich gewählt? Diese Wahl hat eine Gewinner, einen großen und mehrere kleine Verlierer, aber sie brachte keinerlei Entscheidung in der politischen Hauptfrage nach dem künftigen Kurs der Budget- und Sozialpolitik.


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