Peter Rudl

Die Kunst ist der natürliche Feind der Normalität.


Beharrlichkeit ist oft nur Ausdruck mangelnden Feingeists.


Denken: eine der subtileren Formen der Trauer.


Geduld ist das erste, worauf Genie verzichten kann.


Kunst ist wie eine Blutwäsche fürs Gehirn.


Gelehrig: anderes Wort für geistesschwach.


Wenn der Geist etwas verabscheut, dann ist es Schonung.


Der Feingeist legt sich einfach auch schon mal auf den Bauch um mit dem Löwenzahn der Vergänglichkeit zu spielen, anstatt ihn mit diesem weit verbreiteten kindlichen Stumpfsinn auszureißen und achtlos wegzuschmeißen.


Eines der größten Verdienste der Historie liegt richtig verstanden vielleicht darin, daß sie dem Individuum seine ganze Begrenztheit und Lächerlichkeit so unverhohlen wie elegant aufzuzeigen weiß. Gute Remedur für Größenwahn.


Die Eroberung einer Frau hat immer etwas von einem die Intelligenz beleidigenden Pyrrhussieg.


Kreativität: der natürliche Feind der Langeweile. Nichts fürchtet sie mehr.


Aus dem Bewußtsein entspringt nicht Leere, aber Tod.


Wer den Erfolg über den Charakter stellt oder mit seinem noch so irrwitzigen wie rechthaberischen Glauben, der da zeitgemäß als gnadenloser Utilitarismus daherkommt, gleichsetzt, ist naturgemäß Amerikaner.


Was mich nicht umbringt, macht mich auch nicht härter.


Der herannahende Tod ist nur die Finissage einer lebenslangen Ausstellung eines unbekannten Irren, der auch der Kustos sein könnte, in die sich oft nicht einer verirrt und die danach wieder im Depot verschwindet oder in Flammen aufgeht. Was man auch tut, es bleibt ein entlarvender, ein herostratischer Akt.


Betrachtet man allein das allenthalben beobachtbare Gesetz der Entropie, so muß einem klar werden, daß alles auf maximale Unordnung, Desintegration und Selbstzerstörung angelegt ist. Kontingente Phänomene wie unsere Welt sind mikrokosmisch kleine, kaltblütige Effloreszenzen eines zutiefst bizarren und universell geltenden, freilich atemberaubenden Zerfalls.


Der Geist ist eine Düne, rastlos im wüsten Meer der Vergänglichkeit und des Todes und unfruchtbar wie alles, was trägt und nicht bleibt, nicht bleiben will.


Radikalität: in ihr zeigt sich die Kunst mit am authentischsten als des Geistes Kind.


Den Menschen kann es heutzutage ja gar nicht prollig genug zugehen. Der Geist bleibt da nicht einmal mehr Zaungast. Und das ist gut so. Für ihn.


24. Dezember. Namenstag von Adam und Eva. Steht die Ankunft des Gründers einer Religion, deren Weg mehr Leichen als den jeder anderen pflasterten etwa für eine weitere ungeheure Hybris und Entfernung von Gott ? Eine noch bewußtere Vertreibung aus einem zweitklassigen Paradies, bei der man endlich selbst in die Rollen der engelhaften Expulsoren oder besser rasenden Schergen schlüpfen durfte?


Schonung: gewissermaßen das Allerletzte, was das Leben wünscht.


Nichts ist gleichzeitig so detailverliebt und radikal wie die Kunst, nichts bezeugt sie authentischer als dies Geistes Kind namens Radikalität.


Der Geist ist ein vor Erkenntnis sicheres Paradies voller Schlangennester und Verlorener, und allso gänzlich frei von Engeln.


Nichts wird heutzutage hierzulande so vulgarisiert wie die Freiheit.


Wo doch Geld wie selbstverständlich wichtiger ist als der Ruhm, für den man sich bekanntlich nichts kaufen kann, was hat dann dieses greise Stimulantium aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert heute noch für eine Bedeutung, wenn nicht die einer mehr oder minder erzwungenen Prostitution und Unfreiheit?


Mensch: ein galaktischer Blindgänger.


Qualität erkennt man vor allem daran, daß sie sich nicht abnutzt. Dies weist sich im besonderen in der Kunst.


Es mag zunächst absurd klingen, aber das Gehirn behindert den Geist.


Gehorsam: der Beginn allen Übels. Ein übler Gott, der Wert darauf legte.


Man neigt schon dazu, daß die Menschen dort, wo es gölte zu reparieren es vorziehen zu präparieren, es jedoch sehr wohl als Ersteres verkaufen. Das gilt nicht allein im Materiellen, selbst der Geist wird mitunter mit Medikamenten ausgestopft.


Die Wahrnehmung tingiert wie fingiert schon alles und schließt uns so von der Aletheia, der Wahrheit, unvergeßlich, die mehr von Wahrgebung hat, aus.


Krankheit ist oft die letzte Zuflucht alles Humanen respektive des Verständnisses an ihm.


Humor ist die Lunge des Geistes, Freiheit sein Herz, der Sinn für Gerechtigkeit seine Nieren, Sensibilität seine Haut, Sinnlichkeit sein Solarplexus und eine nur seiner Natur gerecht werdende Thanatosophie seine Art zu denken. Dies sage ich, weil die Allegorie eines Gehirns oder zentralen Nervensystems hier vollständig versagen müßte .


Die Frauen sind wie übrigens auch die Männer erst emanzipiert, wenn sie sich von dem unwürdigen Diktat der Monogamie mit seinem lotsengauklerischen Hafenidyll endgültig verabschiedet haben.


Liebe ist diese erschütternde Geisteskrankheit, die soweit gehen respektive fallen kann selbst Erniedrigung noch als Gemeinschaft zu empfinden.


Alkohol wahrt die Gnade der Dummheit.


Ein guter Aphorismus legt es auch immer gern darauf an, falsch verstanden zu werden.


Die Liebe ist heutzutage nichts anderes als ein ausgehöhltes Denkmal, das kaum noch Anspruch auf einen Gedenktag erheben kann.


Was sich wieder erholt, wiederholt sich auch.


Idylle: praktisch alles, was nicht von Menschenhand rührt oder durch sie berührt wurde. Aber man soll auch wissen: Idyllen sind meist trügerisch. Der Mensch sollte hier seine Inkompetenzkompetenz nie überschätzen. Denn Mord und Totschlag wird es immer geben. Mit oder ohne ihn, aber immerhin nicht erst recht .


Der Geistesmensch muß ja vielleicht immer in die Wunden schreiben, denn wenn sie sich schlössen, verfaulte der Geist von innen.


Die Sorge ist wie schon ihre verkommene Großmutter, die Angst eine Hure und Despotin, die erst einmal vom Sockel geholt sein will. Meist sind es gerade ihre schwülstigen und überladenen Refugien, wo die Palastrevolutionen des Geistes ihren ersten Ausgang nehmen.


Sorglosigkeit will hart erkämpft sein.


Wer der Ameisen Opfer stumme Schreie vernimmt, der weiß wo da Grenzen sind, die grenzenlose Nacht des Todes, geduldig in alle Seligkeit spinnt.


Der Tod ist nicht quantifizierbar. Eine Tatsache, die ihn den Menschen besonders unheimlich macht.


Diese kreuzdumme Frage “Glaubst Du an mich?” hörte sich doch selbst bei Göttern töricht an. Stammt sie gar aus Menschenmund, wird die Geschmacklosigkeit allerdings unerträglich.


Die wirksamste Drohung ist die, welche gar nicht als solche wahrgenommen wird und dem Betroffenen erst in seinen Alpträumen zu dämmern beginnt.


Das Leben ist ein Augiasstall des Werdens. Der Geist ist der Strom, der durch ihn zu leiten ist.


Gott ist das Fremde.


Der Geist malt nicht. Er mahlt und grundiert. Wird er fertig, gibt er den Tod.


Nicht auf die Höhe, auf die Tiefe kommt es an. Kein Berg läßt sich vom Gipfel sprengen.


Liebe und Geist. Alles Hirnstuhl. Die eine zu weich, der andere zu hart.


Wer den Tod aus dem Leben drängt, nimmt dem Leben die Seele.


Ein Leben ohne Tod! Wäre das nicht ein Hundeleben? Und Götter ohne Tod, nicht arme Hirnhunde?


Jede Soteriologie atmet Heilsleere.


Liebe: eine Art Psychorrhöe. Durchfall der Seele.


Jeder Abschied will zu dir selbst, bringt dich weiter.


Geduld lernt, was erdulden muß. Doch lehrt sie, was erdulden läßt.


Wo Geduld träge und lethargisch wird, nennt sie sich doch gern noch Toleranz.


Zur Liebe bedarf’s der Verfremdung.


Der Tod ist wie das Meer. Wenn man erst hinkommt, meint man immer schon einmal dort gewesen zu sein, könnte aber auch träumen.


Auslöschung und nicht Liebe oder sonst eine anthropogene ” Stiftung ” ist der Endzweck des Universums und sein großes Amen.


Humor ist, wenn man sich trotzdem liebt.


Haß versetzt Berge , Liebe Hecken.


Architekten sind die wahren Nihilisten der Kunst.


Allerdings gilt: was lange währt, wird langsam schlecht. Und immer erst wenn alles längst zu spät ist, wird man dessen vollauf gewahr. Indem Gestank aufzieht.


Gott bettet sich auf einem Gangrän namens Mensch. Doch dies Lager ähnelt keinem Krankenbett. Es ist auch kein Wochenbett. Es ist sein Sterbebett.


Charakterlosigkeit: keine Schuld ertragen.


Selbst im Hirn des geläutertsten weiblichen Wesens gibt es einen gebärwütigen Winkel.


Frauen machen Dreck. Und nennen’s irgendwann Leben.


Kunst ist, wenn der Schmerz nachläßt. Sie vollendet sich, wo er vergessen wird.


Die Angst ist, wenn überhaupt, die Endstufe der Moral. Keine Moral überlebt das.


Angst ist der eingeschlafene Fuß des Geistes.


Liebe betrügt mehr Menschen als alles andere auf dieser Welt. Aber worum? Ist es denn wirklich der Rede wert?


Gott ist die Abwesenheit von Menschen.


Geist: Gnosis ohne Mensch.


Die Besten kommen ihrem Schöpfer stets zuvor.


Der Geist ist der Zwang einer starken Seele.


Kein Aufgeben verzeiht das Leben. Der Tod allein kann es entschuldigen.


Wer aufgibt, läßt den Tod ungerührt, aber beleidigt das Leben.


Aufgeben kannst du noch, wenn du tot bist.


Um aufzugeben muß man entweder sehr weise oder sehr verkommen sein.


Wer loszulassen vermag, siegt noch, wo er aufgibt.


Jede höhere Aufgabe lehrt loszulassen.


Loszulassen heißt noch lange nicht aufzugeben. Aufzugeben noch lange nicht loszulassen, ja liegt doch darin eben gerade oft erst der Kardinalfehler, der nur notwendig zur Aufgabe führt.


Dem Geist verbietet es sich aufzugeben . Deswegen spielt der Tod mit ihm am liebsten.


Siege lohnen nicht. Und doch belohnen sie das Männchen machende Ego. Es darf sich kurz größer fühlen als es ist.


Wo der Zweck heilt, stirbt der Geist.


Der Zweck ist der Zeck. Sprich der gemeine Holzbock ebensolcher Mittel.


Zwang ist oft die Freiheit, die man sich nimmt. Wahre Freiheit verleiht sich selbst.


Das Gambit der Gefühle. Welcher Geist, der sich so nennen darf, fiele wohl darauf noch herein?


Der Geist adoriert nicht. So kommt er nie in die Verlegenheit, das heute zu hegen, was er gestern verwarf.


Sachzwänge: Tapeten, mit denen arme Menschen ihre Ruinen kaschieren, nicht sanieren.


Wo das Sollen so beginnt, hört das Wollen wo auf?


Zeit hat keine Zukunft. Entropie hat Zeit. Die Große Nacht der Ewigkeit


Nichts ist gleichgültiger als die Ewigkeit.


Die Zeit leidet schon jetzt am Trauma der Ewigkeit.


Die zunehmende Atomisierung der Gesellschaft in der Moderne und Postmoderne ist der zuverlässigste Beleg für ihren Zerfall, und macht für ihr Ende zuversichtlich.


Die Zukunft läßt immer mehr zu als offen.


Die Liebe ist des Geistes Konkursverwalter.


Nicht der Schlaf sondern die Realität gebiert die wahren Ungeheuer. Denn die Wahrheit ist ungeheuerlich.


Dem Leib eignet ein vitaler Machthunger, er will besitzen. Die Tendenz des Geistes ist dagegen die eines morbiden Nachthungers, er will verlieren.


Gott hat die Menschen nicht gemacht. Wer anderes behauptet, beleidigt Gott.


Gott hat dem Menschen noch Geist verliehen, um ihm zu zeigen was er ist und woher er kommt. Jedenfalls nicht von ihm.


Liebe und Haß sind fürs Gesindel. Selbst Bewunderung und Respekt, wo’s nicht zur Verachtung, meinethalben auch Demut reicht.


Unter der Kutte der Demut findet sich seltener feiner Geist als vielmehr der saure Gestank kränklicher Selbstverachtung und Resignation.


Alle Hoffnung ist bloß graue Fallegorie.


Der Tod ist eine schmutzige Brigade, die mit so etwas wie Seele, weiß Gott nichts anfangen kann. Sie lieber vergewaltigt.


Wo der Geist verschlammt, bleibt nur Angst und Liebe.


Wo der Wahnsinn nicht enden will, scheint der Mensch langsam zu sich zu kommen. Nur, er nennt’s nicht mehr Mensch. Zerschlägt schon wieder den Spiegel. Unbelehrbare Ausgeburt wessen? Und laßt endlich Gott aus dem entgleisten Spiel .


Tatenlos scheint Gott den Menschen sich austoben lassen zu wollen. Worum könnte es ihm noch gehen ? Dies allein schiene der noch einzig halbwegs tragfähige Gegenstand einer höheren Philosophie des Absurden.


Gegenwart: diese wabernde Aberpostmoderne. Krank, wen sie nicht krank macht.


Man muß nicht beschränkt sein, um zu lieben. Aber es hilft.


Der verschwenderische Umgang mit der Liebe sagt viel über ihren Wert.


Jeder Mensch besitzt seine dunkle Seite. Doch wer sie nie zu zeigen wagt, vielleicht unfähig dazu ist und mitunter selbst nicht einmal etwas von ihr weiß oder wissen will, wirkt bar aller Atmosphäre. Gleicht mehr einem verlorenen Trabanten, einem toten Mond. Kreist ohne zu kreißen. Mit der bestürzenden Monotonie der Gezeiten.


Das Leben ist zu epiphänomenal, um darüber angesichts eines klaren Nachthimmels sul serio zu sprechen.


Ungefährliche Gedanken haben ihre Freiheit verloren.


Diskretion ist etwas für Fragen, nichts für Antworten.


Gib jedem Tag die Chance, der erste, auch letzte zu sein.


Gib jedem Tag die Chance, Anfang und Ende zu umarmen.


Gib jedem Tod die Chance, Erster zu sein.


Leben ist Scheidung.


Warum sollte nicht auch Gott irrsinnig geworden sein? Die beste Erklärung für alles, was um uns herum passiert.


Basieren und passieren ist oftmals dasselbe.


Menschen konfrontieren sich ständig mit Problemen, die es ohne sie gar nicht gäbe.


Mit etwas rechnen und eins und eins zusammenzuzählen sind oft sehr unterschiedliche Dinge.


Irren ist männlich. Aber so mann es kultivieren will, bedarf’s einmal mehr der Frau.


Neid macht mich eher traurig. Es ist ein so armselig Ding, eine so afterselige Erstrengung, einfach so zu menscherbärmlich, einfach so zu traurig Mensch.


Neid ist fälschlichst verstandener Ehrgeiz.


Die Welt scheint eine Fieberphantasie Gottes. Sie muß vergehen. Egal, ob er stirbt oder genest.


Phantasie: lustvolles Perineum. Nicht zwischen Genital und After, sondern zwischen Seele und Geist.


Friedhöfe: verkommende Gärten der Vernunft.


Dummheit und Geist. Beide deckt derselbe Rasen, frißt dasselbe Gebein.


Der Geist muß nichts fürchten. Außer dem Nichts der Ewigkeit.


Nicht still im Verborgenen sollst du dein Grab dir graben, sondern es offen schaufeln. Dich nicht dümmer stellen, als du bist.


Geist wird lebenslänglich verhängt. Ist seine längste Nacht und letzte Sonne. Erkaltet schnell.


Wo der Geist warm wird, wird er schal, wird er brackig. Wird er ungenießbar.


Die Seele ist eine unverdiente Illusion des Menschen. Der Geist seine gerechte Mühsal.


Betrachte den Tod unverwandt und du wirst ein verwandtes Antlitz erblicken.


Die Blut- und Hodenideologie ihrer Machthaber treibt eine zunehmend entartende Menschheit schon seit Millennien in ihren Untergang. Es ist deren perverse Lust am Mißbrauch, die die Menschheitsdämmerung immer wieder hinauszögern läßt.


So ein Mensch entartet, schlägt er bloß nach seiner Art.


Der Mensch ist auf Entartung angelegt.


Wer vom Leben nichts erwartet, dem gibt es mehr.


Liebe: dieser verfilzte Abergott.


Statistik ist für Statisten.


Nach AIDS wird auch einmal über das Leben als ältester durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragenen Krankheit zu reden sein. Es macht ihre Opfer erst hilflos, bis die Krankheit mit ihrer Bewußtwerdung blitzartig ausbricht, und ihren immer tödlichen Verlauf endgültig und unwiderruflich aufnimmt. Das sogenannte Gesundheitswesen mit seiner ganzen würdelosen Apparatemedizin und auf abscheulichen Verbrechen an Tieren basierenden Pharmakologie ist nur eine gigantische Gelddruckmaschine, um die Krankheit unnötig zu verlängern und einen aberwitzigen Profit daraus zu schlagen.


Man sollte das Leben nicht zu schwer nehmen, sonst zieht es sich unweigerlich. Es ist Leichtigkeit, mit der es verfliegt.


Denken, das den Namen verdient, setzt niemals Sitzfleisch an.


Die Wahrheit hat kein Sitzfleisch.


Fellatio war noch immer die beste Verhütung des Mannes.


Die sogenannte Liebe ist in der heutigen Zeit im wesentlichen nur noch eine Frage der Logistik und Verfügbarkeit der sie betreffenden Sub- wie auch Objekte.


Manch niedriger Seele muß man erst Oberwasser geben, damit sie sich weist.


Der Mund einer Frau ist immer noch das sicherste Kondom.


Das Leben bemüht sich sonderlicherweise um die besonders, die mit ihm fertig sind.


Egal, ob sie nun äußerst hoch oder äußerst gering ausfällt. Egoismus zeugt von extremer Vitalität.


Man muß Gott auch immer einmal gegen den Strich bürsten, um ihm zu entsprechen.


Warum sollte Gott nicht gerade die verachten, die ihn bedenkenlos lieben?


Hinter jeder Angst verschwindet eine Wahrheit.


Superlativ: eine Gedankenlosigkeit.


Was unter dem Deckmantel der Liebe daherkommt, ähnelt nicht selten einer Geiselnahme. Verrat, Haß, Erniedrigung und andere Seelenrrhöen sind ihr Lösegeld.


Jeder Form von Glauben und Wissenschaft eignet ja recht eigentlich eine hohe Affinität zum Obszönen.


Wer weiter denkt, muß gegen das Leben denken.


Die hohle Fama von der sogenannten Menschenwürde gehört schon längst durch einen weit gescheiteren und ernstzunehmenderen Diskurs über die Menschenbürde ersetzt.


Der Mensch kann den Planeten in die Luft jagen und wird sich Gott dadurch nicht interessanter machen. Der wahnt und wahrt in anderen Dimensionen.


Diese unsere Pseudodenker und Dichter von heute . Zuviel Chitin, zu wenig Hirn.


Es gibt auch ein Gedächtnis der Zukunft. Manche nennen es Kunst, manche Seele, die wenigsten Nichts, und zu viele Hoffnung.


Der Tod ist ein milder Gott, beweist sich lebenslang.


Nichts henkt schneller als die menschliche Zunge.


Unter dem Mond der Zeit ist das Leben eine Springprozession in den Schoß des Meeres Tod. Jeder Rückzug bringt es ihm näher. Die Zeit beugt sich dem Gesetz vieler Sonnen.


Nichts, das man tötet, ist jemals tot.


Blut bedeutet in der russischen Sprache zugleich schön. Und sie hat recht.


Ich weiß nicht, wohin ich gehe. Aber ich gehe ohne Hoffnung.


Ordnung ist vor allem ein Anzeichen gefährlicher Feinnervigkeit.


Glück ist der Preis der Intelligenz.


Diese Art Grienens, die bereits Horn ansetzt. Ob das Greeenhorn dahinter glaubt, daß es ihn schützt?


Wo der Geist irre geht, geht er ins Schwarze.


Auf die Freiheit ist kein Verlaß. Sie verläßt eher.


Die Tragik war schon immer eine Göttern vorbehaltene Sphäre. Den lächerlichen Menschen, in seinen selbstüberheblichen, pseudotragischen Windungen, kann man dabei im Lichte der Vernunft nur mit milder Ironie oder seitens des Bauchhirns nur mit saurem Aufstoßen betrachten.


Je mehr Licht man in die Dinge des Lebens bringt, um so mehr lichten sie sich.


Geist herrscht, wo die Liebe keines natürlichen Todes stirbt.


Liebe läßt sich beherrschen. Selbst läßt sich beherrschen. Menschen lassen sich beherrschen. Nicht so der Geist.


Gott ist in der abendländischen, weitestgehend christianisierten Kultur all die Zeit viel zu eng mit der Liebe verquickt worden. Ein Unding und eine wachsweiche Verfremdung – wie bei jedem geistigen Geschöpf oder Schöpfer.


Die Einsamkeit. Das sind die Anderen.


Ekel: etwas, das einen immer wieder und vor allem in bezug auf Menschen davon abhält vollends gleichgültig zu werden.


Ein Teufel auf Erden fiele sicherlich niemandem weiter auf und glitte in Anbetracht der schier übermächtigen menschlichen Konkurrenz sehr bald in eine tiefe Identitätskrise.


Der Mensch steht nicht einmal für eine Sinnkrise Gottes. Dafür steht das All.


Lärm trifft den Nerv einer feinsinnigen Natur. Einen Geistesmenschen kann er sogar um den Verstand bringen.


Irgendwann kommt dann der Tag, wo einem klar ist, daß einem nicht mehr viel Zeit bleibt. Meist fällt einem dann auch nicht mehr viel dazu ein. Bis zu diesem Tag also gilt es sein sogenanntes Lebenswerk in trockene Tücher, in sein Todesgewand, in seine Totenmaske gebracht zu haben – und er sollte einen weder unverrichteter noch unversuchter Dinge überraschen.


Was ich von meinem Tod erwarte? Perverses Gelächter primitiven Gesindels, das mich schon zu oft in meinem Leben belästigt und um den Schlaf gebracht hat. L’enfer alors.


Ehe: was für ein Lebensende!


Jede Bitte macht den Bitter bitterer und erschwert ihre Entsprechung mehr und mehr, weshalb man aller Bitte am besten dankt, indem man ihr zuvorkommt.


Ein in Zwiespälten eingeklemmter Geist vermag es schwerlich über den Rand seines Abgrunds zu blicken.


Die Nachsicht mit der Dummheit hat schon immer mehr Verbrechen und Katastrophen heraufbeschworen als die Dummheit selbst.


Vorsicht! Nichts wird mehr mißbraucht als die Nachsicht.


Gutmütigkeit: solange ausgenutzt werden bis man seinen guten Mut verloren hat. Geht meist nahtlos in Kleinmütigkeit über.


Man kann die Härte eines Menschen an der Bereitschaft zu vergessen messen.


Liebe: eines der verderblichsten Güter der Einbildungskraft.


Mit deinen Lastern – keine Hast. Maße dir nicht an sie abrupt abzustellen. Was könntest du schon an ihre Stelle setzen?


Der Tod mag nicht angehimmelt werden. Seine Verachtung unterhält ihn mehr.


Nichts ist anonymer als Gott.


Wissenschaft: verkaufte Leere.


Hoffnung: verkaufte Ehre. Prostituiert sich gern in altvornehmen Bordellen, mit so pompösen Namen wie “Rechter Glaube” oder “Große Liebe”. In der Gosse geht sie schnell unter.


Der Fanatismus ist das tödliche Metronom, ohne das die Wiegenlieder des Terrors nie erklängen.


Tradiertes wird durch Traktieren immer noch vertrackter.


Mensch: kopfgestörter Raubaffe.


Sie/Er war ein Mensch. Punktum. Keine nachgeschobenen Relativkonstruktionen. Der vielleicht schönste und unmöglichste Nachruf, der sich denken läßt.


Weisheit bedeutet unterm Strich nicht mehr als Herr seiner Enttäuschungen zu sein.


Sucht sucht nicht mehr.


Wo der Geist nicht mehr sucht, wird er schnell zur Seuche.


Wer vergibt, vergibt sich nichts. Es ist nur der Beigeschmack schaler Vergeblichkeit um alles Vergeben.


Geben lassen ist seliger denn geben.


Nehmen ist seliger denn lieben.


Kein Witz: im Schnitt ist Nehmen seliger denn Geben.


Die sogenannte “Seele” bietet nur Einstiegsreize. Nie Durchhaltegriffe.


Trost kann immer nur Selbsttrost sein.


Geist kann nur Geist trösten.


Es gibt keine traurige Kunst. Es gibt nur hilflose, schlechte, geistlose Kunst. Schauderhaft, schaurig – ja. Aber traurig ist etwas anderes.


Subjekt: die übliche Theaterschminke des Werdens. Verschmiert schnell.


Den Geist hungert nach Stille. Im lärmenden Getriebe um ihn herum, geht er rasch verloren. Das macht dieses Getriebe gefährlich.


Wen es interessiert wie weltfremde Menschen denken, der nehme sich die Geduld einem Philanthropen zuzuhören.


Der Tod ist nicht das letzte Tabu. Aber er erledigt sie alle.


Unterm Strich ist alles hienieden nur eine Frage der Säfte und ihrer Verderblichkeit. Die unser Auge schonenden Kryptodermien sollten einem nicht den sezierenden Blick für das Abgehäutete, die zusammenfallende, stinkende Blase jedes sich überall bereits vorbereitenden Verwesungsprozeßes verstellen. Die Natur ist im übrigen – dies sei aller Hygienehysterie ins Stammbuch geschrieben – noch mit jeder Sterilität fertig geworden. Das Leben und der Tod unterscheiden sich nur durch die Dauer ihres Gestanks.


Blindheit ist das übliche Schmerzensgeld für Halbdenker und Pseudokünstler.


Die Vernunft ist ein stolzer Gockel auf seinem Misthaufen der Vergeblichkeiten. Nichts beleidigt, ja verwundet sie mehr als das um sie tobende Chaos mit seinen Wunde(r)n. Faute de mieux schaut sie hoffärtig darüber hinweg oder steckt den Kopf erhaben in den Mist.


Es gibt wohl nichts, was die Schabe Mensch nicht zu ihrer Schäbigkeit herabzuziehen vermöchte.


Einem schäbigen Charakter erscheint nichts vollends schäbig. Nichts, dem er nicht noch etwas für sich Nützliches abgewinnen könnte. Darin ähnelt er übrigens auffallend dem Optimisten.


Nie findet sich bei ansonsten umsichtigen und besonnenen Menschen ein ärgerer Tunnelblick als im Zustand einer beschönigend so genannten Liebe oder besser Geilheit.


Die meisten Philosophen verstehen es nicht einmal luzid zu träumen. Was könnten sie dann von der Wahrheit verstehen?


Einem Denker par excellence ist ein Denker par existence unbedingt vorzuziehen.


Widersprüche rechtfertigen nur Idioten. Denker leben sie.


Der Tod verdient keine Fragezeichen. Er ist was er ist. Das Ende der Zeichen.


Fragment: ist der Fluch eines jeden Gedanken. Sein zersplitternder Charakter. Schrapnellartig. Eine die Patina des Unmöglichen ansetzende Grabinschrift.


Das Nichts ist nur ein theoretisches Problem. Praktisch ist es immer und überall. Greifbar nah – an und in einem. Am besten dient man ihm mit Arbeit. In und aus sich. Läßt es an sich heran.


Für mich ist das Denken eine Lebensform von negativer Maximalität. Die Liebe ist ihr absoluter Gegenpol. Wer liebt, denkt nicht, und umgekehrt. Eine Koinzidenz gliche da eher der zufälligen Begegnung verlaufener Wimperntusche mit einem Seziermesser. Auf einem gynäkologischen Stuhl.


Die sogenannte Anständigkeit ist bloß eine inhaltslose Wortblase und Tertiärtugend. Freilich ist sie gefährlich genug, solche, die sich für anständig halten vor nichts gegen die sogenannten “Unanständigen” zurückschrecken zu lassen. Stiemende Selbstjustiz ist da an der Tagesordnung. Schreibtischtätertum. Man ist, was man tut .Et vice versa. Manche Leute schauen dann in der Tat derart anständig aus, daß einen tiefwürgender Brechreiz überkommen muß.


Schamgefühl: ist die Filzlaus großer Seelen.


Wenn eins dagegen spricht, daß der Mensch ein Affe ist, so allein die Tatsache, daß es sich hier zweifellos um ein Raubtier handelt, was man der Unterordnung der Simiae nun wirklich nicht nachsagen kann.


Liebe, deren Radius keine Selbstaufopferung faßt, ist bloß nackte Anmaßung.


Wer sich für die Liebe entscheidet, hat sie nicht verstanden.


Die Liebe ist vor allem ein Wähnen. Zu tief wurde sie durch Beliebigkeitsvereinnahmungen in den Dreck gezogen und blieb so doch bis heute in aller Munde.


Vergleicht man die Begriffe mit den Entitäten, landet man zwangsläufig beim Sogenannten. Immer und überall.


Wo die Seele mit ihren vielen Gesichtern ein ums andere Mal zu fliegen meint und doch nur fällt, führt immer noch eine grazile Brücke über den tiefen Abgrund deiner Einsamkeit. Geheimnisvolle Verbindung zwischen und zu dir selbst. Ihr Name ist Geist.


Schone keinen Weg. Oder er verschwindet.


Sei schonungslos mit anderen, und schon bekommst du sie los. Sei schonungslos mit dir selbst, und schon bekommst du dich ganz.


Wer sich nicht schont, kommt sich näher und näher. Nur komm dir nicht zu nah, oder du wirst dich verlieren.


Keine Antwort ist auch eine Frage.


Ein Mensch, der sich fortpflanzt, disqualifiziert sich selbst.


Fortpflanzung: Selbstkarikatur der Dummheit.


Wenn man sieht, was für kaputte, rohe, an Geist und Seele deformierte, respektive einfach nur dumme Menschen sich hemmungslos fortpflanzen, während sich feinere Geister naturgemäß in Zurückhaltung üben, nimmt es nicht wunder, daß es mit der Gesellschaft immer weiter bergab geht.


Das absolute Nichts ist ein Loch, dem der Kopf fehlt.


Wahrscheinlich wurde der Mensch nur als eine von vielen fleißigen Hilfsameisen im Universum entwickelt, um einer bis auf die wenigen kleinen Fehlfunktionen lebensverseuchter Planeten nahezu perfekt auf absolute Auslöschung programmierten Entropie als holokaustischer Prozeßbeschleuniger zur Hand zu gehen und die lebensüberladene Erde mit ihrer hauchdünnen, verletzlichen Atmosphäre schnellstens von ihrer wahnwitzigen Bio-Utopie zu erlösen.


Solange es den Menschen gibt, wird Ibsens großes Thema der Lebenslügen wohl nie an Aktualität verlieren. Er hat sie offensichtlich ebenso nötig wie das Wasser und die Luft zum Atmen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob jemals – eingeschlossen aller Heiligen, Propheten und Erlöser – ein Mensch lebte, der mit Recht von sich sagen konnte: “ich kam immer ohne aus”.


Das Häßlichste am Sommer sind die Menschen, die er aus ihren Häusern treibt.


Die Hölle ist eine nicht weniger überholte Illusion mittelalterlichen Formats als der Himmel – nur aktueller.


Satanismus: am Nihilismus zerbrochene Dummheit. Trifft leider auch auf zu viele Religionen zu.


Alle Kunst ist gescheiterte Kunst. Es geht dabei freilich nicht um das Wo und Was, sondern allein um das Wie des Scheiterns.


Wer den Tod ganz begreift, hat alle Tabus hinter sich gelassen. Nichts Lebendiges, insbesondere nichts Menschlich-Bestialisches ist ihm mehr fremd. Der quackende Schoß der Verwesung wiegt ihn sanft ein – zurück zu den Säften.


Gott ist für die Menschen, die an ihn glauben nicht verantwortlich. Er hat sie sich nicht ausgesucht.


An die Schuld glauben immer nur die Opfer.


Eine große Schuld braucht eine große Seele. Die kleinen zermalmt sie.


Eine Illusion, und insbesondere die Lebenslüge ist für die Menschen, die sich an sie klammern am allerwenigsten verantwortlich.


Regeln sind für Verlierer.


Gerade in den schwersten Schicksalsstunden bietet die vertraute Weite der Meere des Geistes Schutz, meide man die Küsten und Buchten. Doch wie viele, selbst wahrhaft große Denker hat man hier nicht schon verzweiflungsblind ihr Element verlassen und jämmerlich zugrundegehen sehen? Hilflos gestrandeten Walen gleich, die ihr eigenes Gewicht furchtbar langsam zerquetscht.


Geist ist die Kurzschrift Gottes.


Die Masse der Tage sieht ja durch einen hindurch wie eine Katze. Sie könnte sieben Leben haben. Man kann sie aber auch einfach totschlagen. Und erfährt doch nichts. Der Kettenhund des Geistes freilich jagt sie in die Bäume. Und läßt sie nicht in den Himmel wachsen. Doch mit den Tagen wird die Katze vorwitziger, durchschaut die Kette. Dann lasse ihn ganz von derselben, lehne dich zurück – und lerne. Die Katze wird euch immer im Auge behalten. Dich all ihre Leben lehren, – wann immer es gewünscht wird .


Nicht erst neuerdings nimmt die Zahl der Plastikmenschen und Knetmassegeister permanent zu. Leute, die nicht mehr brechen können. Spürbar abgestumpfte Allzweckformen. Leute, die Klebrigkeiten absondern. Kautschukartiges, das harzt. Menschgewordene Vomitiva, die mich mit ihrer allzeit zuverlässigen Bruchunempfindlichkeit zum Brechen reizen.


Behandele einen Menschen wie einen Stein. Ansonsten halte dich an das schöne indianische Sprichwort, das da lautet: “Behandele einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen.”


Leben überkommt auf Dauer nur das Geistige.


Jedes Dilemma neigt zur Proliferation, zur Polytrophierung.


Mißtraue dem Plausiblen. Es denkt aus der Enge.


Mindestens die Hälfte des Lebens geht für Dinge dahin, die wir uns im nachhinein kaum erklären können. Leider wissen wir nie, in welcher der Hälften wir uns gerade befinden.


Gewissen: warnende Stimme. Aus Mangel an unbeobachteter Gewißheit.


Gott: der Pawlowsche Grund.


Lüge lockt den Geist damit, ihn weiterzubringen. Aber sie bricht der Seele das Genick. Und siehe – er bringt es weit. Aber er gleicht immer mehr einer Maschine . Armselig – aber genial?


Es gibt keine Gerechtigkeit. Der Wunsch nach ihr ist – albern. Eine menschliche Unfertigkeit. Ein tantalisches Unspektakel.


So wie Uma die Gattin Shivas war, so gehen bis heute Wissen und Zerstörung eine immerwährende Ehe ein.


Wissen zerstört.


Auf der anderen Seite des Lichts? Ist es dunkel.


Auf der anderen Seite des Lichts herrscht unhaltsame Nacht. Vielleicht ist es die Aufgabe des Geistes dessen Spiegel zu sein.


Stirb, um zu überleben, nicht umgekehrt.


Würde meidet ” würde “.


Der Tod ist die erste und letzte Realität. Das Leben ein einziger Realitätsverlust.


Die Hoffnung liegt tief im Schoß des Todes begraben . Sein saurer Samen gebiert Ungeheuer, wovon sie nichts ahnt noch sich träumen läßt, während sie langsam erstickt.


Der Tod ist die Verwirklichung der Sinnlosigkeit.


Leben und Tod sind nichts anderes als eine verdammte Möbiusschleife , aus der der Geist allein auszubrechen vermag.


Der Tod ist die eine Totale.


Wer ohne Sinn zu leben gelernt, stirbt wie er lebte. Eins und ohne Verzweiflung.


Man muß (mitunter) tot sein, um aufzuwachen.


Seele? Ein Arbeitsbegriff.


Geist ist eins und Trennung. Es gibt keinen verbundenen, keinen verbindenden Geist.


Das Gefühl geliebt zu werden erbaut nur den Schwachen. Den Geistesmenschen beengt es höchstenfalls.


Liebe ist Unwirklichkeit.


Gesetzt den Fall, daß ich mich liebte, was ginge es mich an?


Natur ist die tiefste Bedingung. Die höchste ist bedingungslos, ist Geist.


Alle Liebe ist nur Flucht vor dem Tod, vor der Wahrheit.


Es kommt nicht darauf an, ob einer eines oder beide Augen zudrückt, es kommt darauf an, ob er blind ist.


Kein Verzeihen ist klein genug für Menschen.


Kunst ist die Körpersprache des Geistes.


Gott ist das Unumwundene.


Die geläufigste Form der Rückbindung des Geistesmenschen an die Soziokultur ist der Ekel.


Ein Philosoph ist ein Mensch, der keine Menschen braucht, um Mensch zu sein.


Probleme zählen zu den dümmsten Anthropomorphismen des Menschen. Seine kränksten Phantasien aber tragen Namen wie Gott, Seele, Ich und Du.


Auch jemanden gewähren zu lassen, kann ein Zeichen von Verachtung sein, man denke etwa nur an den Menschen unter der Verachtung Gottes.


Der Tod? Das Schweigen Gottes.


Leben: die letzte Versuchung Gottes.


Alle Kommunikation ist notwendig banal durch ihre Unmöglichkeit.


Liebe ist keine Lösung.


Das Einfache ist nie klar.


Am Eingang der Hölle steht immer ein Mensch.


In Vollendung meint unabschließbar.


Es gibt eine Art Hilfsbereitschaft, die einfach nur widerlich berührt, weil sie nichts so sehr wie der Eitelkeit des Helfenden dient.


Jede Wunde stirbt an Erfahrung.


Hesse war das Ende der geistigen Kultur. Cioran, Winkler , Kane und andere ein notwendiger Neuanfang.


Gelassenheit ist der stete Begleiter aller tieferen Philosophie.


Denken, das sich erregen läßt, ist keines.


Der Mensch drängt und Gott schenkt. Bella merda.


Liebe: in der Regel der Gipfel der Phantasielosigkeit.


Wo der Geist redet, schweigen die Papageien.


Nichts ist erschütternder als die Schönheit.


Gunst verdirbt den Charakter.


Zeugung ist geistige Selbstverstümmelung.


Kehret den Anfängen!


Erst der Wunsch, dann das Begnügen.


Vollkommenheit gibt es nur als Torso.


Die Zeit ist eine subjektive Brechung und hat keine absolute Größe.


Liebe lebt von Defiziten.


Absolut ist nur die Absurdität.


Nach dem Tod ist vor dem Tod.


Glück ist für die Begrenzten. Nicht für Gott.


Aus Siegen lernt man nicht.


Die Absurdität ist die Absolution des Lebens.


Du glaubst zu leben, und Du wirst gelebt.


Denn dem Unglück, geliebt zu werden, gleicht keine andere Schuld auf Erden.


Der Teufel träumt nicht.


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