Peter Turrini

Bei meinem Aussehen hätte ich nie eine Frau ins Bett bekommen – deshalb wurde ich Dichter.


Der in Österreich übliche touristische Mechanismus von Anpassung und Verachtung gilt nur für zahlende Fremde. Wer ein Fremder ist, den trifft nur die Verachtung. Die Fremden, die uns nichts bezahlen können, die uns aber etwas geben können, wohnen gleich um die Ecke.


Der liebe Gott schert sich in Gestalt seiner Ebenbilder nicht einmal um die eigenen Gebote.


Ein gutes Theaterstück soll ein Riß, eine Irritation, ein Schmerz sein.


Es ist schwer, die Wahrheit zu sagen, wenn man gelernt hat, mit Freundlichkeit zu überleben.


Für viele in der Steiermark wäre es Selbstverwirklichung, wenn sie elektrisches Licht statt Petroleumlampen hätten.


Haider ist ein wankender Held. Die Strafe für den, der permanent den Sieg verkündet hat, wird in die Komik führen, und das beruhigt mich.


Il est difficile de dire la vérité quand on est habitué à survivre par la gentillesse.


In the shape of his own image – man – the Good Lord does not give a damn about his own commandments.


It is hard to tell the truth if one has learned to use friendliness as a tool for survival.


Keine meiner Übertreibungen war so maßlos wie die Wirklichkeit.


Le bon Dieu a créé les hommes à son image et ils ne se soucient guère de ses propres commandements.


Man kann nur etwas über die Welt erfahren, wenn man wenig Zeitung liest.


Man wird nur noch gehört, wenn man ganz wenig und ganz selten etwas sagt.


Mit Gedichten habe ich immer noch die besten Aufrisse gemacht.


Peter Turrini: Er hat mich in den ORF eingeladen und hat das Gespräch damit eröffnet – ich gebe es in der typischen Form eines Dramatikers, nämlich zugespitzt, wieder – er sagte zu mir: "Wieso glauben Sie Kommunist, dass Sie in meinen ORF kommen?" Und ich antwortete: "Wieso glauben Sie Reaktionär, dass der ORF Ihnen gehört?" Seine Antwort darauf war, dass er sagte: "Entweder Sie sind ein jugendlicher Dummkopf oder ein kommendes Talent." Dass aus mir ein kommendes Talent wurde, verdanke ich auch sehr dem Gerd Bacher, denn er hat dann die "Alpensaga" mit durchgesetzt. (Reminiszenzen des damals 30-Jährigen an Gerd Bacher und die Gespräche über die später mehrfach preisgekrönte "Alpensaga" von Wilhelm Pevny und Peter Turrini).


Peter Turrini: Ich habe den Gerd Bacher immer als ein Geschenk für meinen Geist empfunden, vor allem, weil ich höchst selten seiner Meinung war. (Künstlerische "Bilanz-Worte" des österreichischen Erfolgsschriftstellers, der mit den Werken "Rozznjogd", "Sauschlachten" und die preisgekrönte "Alpensaga" bekannt wurde).


Theater ist eine Auseinandersetzung mit der Gegenwart, und die wechselt ihr Antlitz ständig.


Was ich geschrieben habe, hat mich an andere Menschen gekettet.


Wenn man den Begriff "Sport" aus den entsprechenden Seiten der Zeitungen herausnähme, würden Frontberichte übrig bleiben.


Wenn wir es nur besser wissen, aber nicht besser machen, dann sind auch wir schuldig.


Wir sind die informierteste und gleichzeitig ahnungsloseste Gesellschaft, die je existiert hat.


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