Seneca dJ

2 Überprüft 2.1 Agamemnon, Medea, Phaedra, Briefe 2.2 Der rasende Herkules – Hercules furens 2.3 Moralische Briefe an Lucilius – Epistulae morales ad Lucilium 2.4 Trostschrift an Marcia – Ad Marciam de consolatione 2.5 Tuskulanische Gespräche I 2.6 Über den Zorn – De Ira 2.7 Über die Milde – De Clementia 2.8 Über die Standhaftigkeit des Weisen – De constantia sapientis 2.9 Über die Vorsehung – De Providentia 2.10 Verkürbissung – Apocolocyntosis 2.11 Von der Kürze des Lebens – De Brevitate Vitae 2.12 Vom glücklichen Leben – De Vita Beata 2.13 Von den Wohltaten – De beneficiis


“Ein jeder leidet unter dem, was er getan; das Verbrechen kommt wieder auf seinen Urheber zurück.” – Der rasende Herkules (Hercules furens), 735f / Theseus


“Alle Stunden umfasse mit beiden Armen. So wirst du weniger vom Morgen abhängen, wenn auf das Heute du die Hand legst.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), I, I, 2


“Nichts, Lucilius, ist unser wahres Eigentum außer der Zeit. Dies flüchtige und schwer fassbare Gut ist das einzige, dessen Besitz uns die Natur vergönnt hat und doch verdrängt uns der erste beste daraus.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), I, I, 3


(Original lat.: “Omnia, Lucili, aliena sunt, tempus tantum nostrum est; in huius rei unius fugacis ac lubricae possessionem natura nos misit, ex qua expellit quicumque vult.” wörtlich: Alles, Lucilius, ist (uns) fremd nur die Zeit ist unser, … .)


wörtlich: Du sollst so mit deinem Untergebenen leben, wie du möchtest, daß ein Höhergestellter mit dir lebt. lateinheft.de)


“Das eben geschieht den Menschen, die in einem Irrgarten hastig werden: Eben die Eile führt immer tiefer in die Irre.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), V, XLIV, 7


“Die größte Herrschaft ist die Selbstbeherrschung.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), XIX, CXIII, 31


“Die Philosophie ist ein guter Rat: Einen guten Rat gibt niemand mit lauter Stimme.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IV, XXXVIII, 1


“Die Wahrheit steht allen offen. Sie ist noch von keinem in Beschlag genommen. Ein großer Teil von ihr bleibt auch noch künftigen Geschlechtern aufgespart.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IV, XXXIII, 11


“Drei Dinge sind die Beschwernisse der Krankheit: Furcht vor dem Tod, Schmerz des Körpers, Unterbrechung des Vergnügens.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IX, LXXVIII , 6


“Ein richtiger Steuermann fährt mit zerrissenem Segel, und wenn er die Takelage verloren hat, zwingt er dennoch den entmasteten Rumpf des Schiffes an den Kurs.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IV, XXX, 1


“Ein Zwerg wird nicht größer, auch wenn er sich auf einen Berg stellt.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IX, LXXVI, 31


“Glücklich ist nicht derjenige, den die Leute so nennen, der über das große Geld verfügt, sondern der, dessen Hab und Gut geistiger Natur ist; er ist aufrecht, von erhabener Gesinnung, verachtet, was man allgemein bewundert, kennt keinen, mit dem er tauschen möchte, beurteilt einen Menschen nur nach seinem menschlichen Wert.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), V, 45, 9


(Original lat.: “Beatum non eum esse quem vulgus appellat, ad quem pecunia magna confluxit, sed illum cui bonum omne in animo est, erectum et excelsum et mirabilia calcantem, qui neminem videt cum quo se commutatum velit, qui hominem ea sola parte aestimat qua homo est.”)


“Ich bin ein Mensch und meine, dass mir nichts fremd ist, was Menschen betrifft.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), XV, 95, 53


“Ich sage dir, Lucilius: in uns wohnt ein heiliger Geist, ein Beobachter und Wächter alles Guten und Bösen an uns. Dieser behandelt uns so, wie wir ihn behandelt haben. Niemand aber ist ein guter Mensch ohne Gott.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IV, XLI, 2


(Original lat.: “Ita dico, Lucili: sacer intra nos spiritus sedet, malorum bonorumque nostrorum observator et custos; hic prout a nobis tractatus est, ita nos ipse tractat. Bonus vero vir sine deo nemo est.”)


“Ich weiß, daß niemand glücklich oder auch nur erträglich leben kann, ohne Studium der Weisheit.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), II, XVI, 1


“Jählings neigt sich der Genuss zum Schmerz, wenn er nicht Maß gehalten hat.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium)


“Jede Dummheit leidet am Ekel vor sich selbst.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), I, IX, 22


“Jeder ist in dem Grade elend, als er es zu sein glaubt.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IX, LXXVIII, 14


“Jener ist am glücklichsten und ein sorgloser Besitzer seiner selbst, der das Morgen ohne Beunruhigung erwartet.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), I, XII, 9


“Kein Schmerz dauert lang, wenn er groß ist.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IV, XXX, 14


“Manche Zeit wird uns entrissen, manche unvermerkt entzogen, manche fließt fort. Doch am schimpflichsten ist der Verlust, der aus Unachtsamkeit geschieht.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), I, I, 1


(Original lat.: “Quaedam tempora eripiuntur nobis, quaedam subducuntur, quaedam effluunt. Turpissima tamen est iactura quae per neglegentiam fit.”)


“Mehr scheint mir eine Stimme abzulenken als ein Geräusch: Jene wirkt auf den Geist ein.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), VI, LVI, 4


“Nicht arm ist der, der wenig hat, sondern der, der nach mehr verlangt.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), I, III, 6


“Nicht den Tod fürchten wir, sondern die Vorstellung des Todes.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IV, XXX


“Nicht der Hunger unseres Leibes kommt uns teuer zu stehen, sondern der Ehrgeiz.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), VI, LX, 3


“Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), XVII, 106, 12


“Nicht weil es schwierig ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwierig.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), XVII/XVIII, CIV, 26


“Prüfe, ob du lieber dich oder etwas von dem Deinigen aufgeben willst.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), II, XIX, 4


“Schimpflich ist es, nicht zu gehen, sondern sich treiben zu lassen und mitten im Wirbel der Dinge verblüfft zu fragen: Wie bin ich bloß hierher gekommen?” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IV, XXXVII, 5


(Original lat.: “Turpe est non ire sed ferri, et subito in medio turbine rerum stupentem quaerere, ‘huc ego quemadmodum veni?’.”)


“Unsere Gesellschaft gleicht einem Gewölbe, das zusammenstürzen müsste, wenn sich nicht die einzelnen Steine gegenseitig stützen würden.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), XV, XCV, 53


(Original lat.: “Societas nostra lapidum fornicationi simillima est, quae, casura nisi in vicem obstarent, hoc ipso sustinetur.”)


“Was die Wahrnehmung zeigt, das glaubt der Geist.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), XIX, 117, 13


“Wenn man nicht weiß, welchen Hafen man ansteuert, ist kein Wind günstig.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), VIII, LXXI, 3


“Wer aufgrund seines Reichtums und seiner Ehrenstellung einen höheren Rang einnimmt, ist nicht groß. Warum erscheint er aber als groß? Weil man ihn mit dem Sockel misst.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IX, LXXVI, 31


(Original lat.: “Nemo istorum quos divitiae honoresque in altiore fastigio ponunt magnus est. Quare ergo magnus videtur? cum basi illum sua metiris.”)


“Wer volle Einsicht besitzt, beherrscht sich selbst, wer sich selbst beherrscht, bleibt sich gleich, wer sich gleich bleibt, ist ungestört, wer ungestört ist, ist frei von Betrübnis, wer frei von Betrübnis ist, ist glücklich: also ist der Einsichtige glücklich und die Einsicht genügt zum glücklichen Leben.” – Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), XI-XIII, LXXXV, 2


(Original lat.: “Qui prudens est et temperans est; qui temperans est, et constans; qui constans est inperturbatus est; qui inperturbatus est sine tristitia est; qui sine tristitia est beatus est; ergo prudens beatus est, et prudentia ad beatam vitam satis est.”)


“Der Tod löscht alle Schmerzen aus. Er ist ihr Ende, und über ihn geht unser Leiden nicht hinaus. Er führt uns wieder in den gleichen Ruhezustand zurück, in dem wir uns vor der Geburt befunden haben.” – Trostschrift an Marcia (Ad Marciam de consolatione), XIX, 5


(Original lat.: “Mors dolorum omnium exsolutio est et finis ultra quem mala nostra non exeunt, quae nos in illam tranquillitatem in qua antequam nasceremur iacuimus reponit.”)


“Je heller das Feuer scheint, desto leichter ist es gelöscht.” – Trostschrift an Marcia (Ad Marciam de consolatione), XXIII, 4


“Nie hat es einen großen Geist ohne eine Beimischung von Wahnsinn gegeben.” – De tranquillitate animi, 10; nach Aristoteles bei Cicero, Tuskulanische Gespräche I, XXXIII, 80


“Es nützt nichts, alles zu sehen, alles zu hören. (…) Du willst nicht jähzornig sein? Dann sei nicht neugierig.” – Über den Zorn (De Ira), III, XI, 1


“Großzügig ist nicht der, der freigiebig mit fremdem Gut umgeht, sondern der von sich selber nimmt, was er anderen gibt.” – Über die Milde (De Clementia) I,XX,3


(Original lat.: “Nam quemadmodum non est magni animi, qui de alieno liberalis est, sed ille, qui, quod alteri donat, sibi detrahit.”)


“Alle Verbrechen sind auch vor dem Erfolg der Tat, soweit genug Schuld besteht, ausgeführt.” – Über die Standhaftigkeit des Weisen (De constantia sapientis), VII, 4


“Stets glücklich zu sein und ohne Schmerz durch das Leben zu gehen heißt, nur eine Seite der Natur zu kennen.” – Über die Vorsehung (De Providentia), IV, 1


(Original lat.: “Semper vero esse felicem et sine morsu animi transire vitam ignorare est rerum naturae alteram partem.”)


“Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.” – De Brevitate Vitae (Von der Kürze des Lebens) 1, 3


“Leben muss man ein Leben lang lernen, und, darüber wirst du dich vielleicht am meisten wundern: ein Leben lang muss man sterben lernen.” – De Brevitate Vitae 7, 3


“Nun aber bringt doch den allergrößten Verlust an Lebenszeit das Hinausschieben mit sich. Man lässt gerade den bestehenden Tag verstreichen und bestiehlt die Gegenwart, weil man sich auf das Späterkommende vertröstet. Das größte Hindernis des Lebens ist die Erwartung, die sich auf den nächsten Tag richtet und das Heute verliert.” – De Brevitate Vitae IX, 1


(Original lat.: “Maxima porro vitae iactura dilatio est: illa primum quemque extrahit diem, illa eripit praesentia dum ulteriora promittit. Maximum vivendi impedimentum est exspectatio, quae pendet ex crastino, perdit hodiernum.”)


“Nichts bringt uns in größere Übel als wenn wir uns nach dem Gerede der Leute richten die für das beste halten was »allgemein angenommen« ist, nicht nach Vernunftgründen, sondern nach Beispielen leben.” – Vom glücklichen Leben (De Vita Beata), I, 3


“Niemand irrt nur für sich allein. Er ist auch Grund und Urheber fremder Irrtümer.” – Vom glücklichen Leben (De Vita Beata), I, 4


“Es gibt wohl manches, das man annehmen muss, ohne zu Dank verpflichtet zu sein.” – Von den Wohltaten (De beneficiis), 1, 15


(Original lat.: “Omnia, Lucili, aliena sunt, tempus tantum nostrum est; in huius rei unius fugacis ac lubricae possessionem natura nos misit, ex qua expellit quicumque vult.” wörtlich: Alles, Lucilius, ist (uns) fremd nur die Zeit ist unser, … .)


(“Haec tamen praecepti mei summa est: sic cum inferiore vivas quemadmodum tecum superiorem velis vivere.” wörtlich: Du sollst so mit deinem Untergebenen leben, wie du möchtest, daß ein Höhergestellter mit dir lebt. lateinheft.de)


Falsch zitiert bei Albertanus von Brescia, de Amore et Dilectione Dei, III, cap. VII: “Audaces fortuna iuvat, piger sibi ipsi obstat”


(Original lat.: “Magnus gubernator et scisso navigat velo et, si exarmavit, tamen reliquias navigii aptat ad cursum.”)


(Original lat.: “Beatum non eum esse quem vulgus appellat, ad quem pecunia magna confluxit, sed illum cui bonum omne in animo est, erectum et excelsum et mirabilia calcantem, qui neminem videt cum quo se commutatum velit, qui hominem ea sola parte aestimat qua homo est.”)


Nachzitierung von Terenz; dort: “Homo sum, humani nil a me alienum puto”; das Zitat geht angeblich zurück auf Menandros


(Original lat.: “Ita dico, Lucili: sacer intra nos spiritus sedet, malorum bonorumque nostrorum observator et custos; hic prout a nobis tractatus est, ita nos ipse tractat. Bonus vero vir sine deo nemo est.”)


(Original lat.: “Quaedam tempora eripiuntur nobis, quaedam subducuntur, quaedam effluunt. Turpissima tamen est iactura quae per neglegentiam fit.”)


(Original lat.: “Turpe est non ire sed ferri, et subito in medio turbine rerum stupentem quaerere, ‘huc ego quemadmodum veni?’.”)


(Original lat.: “Societas nostra lapidum fornicationi simillima est, quae, casura nisi in vicem obstarent, hoc ipso sustinetur.”)


(Original lat.: “Nemo istorum quos divitiae honoresque in altiore fastigio ponunt magnus est. Quare ergo magnus videtur? cum basi illum sua metiris.”)


(Original lat.: “Qui prudens est et temperans est; qui temperans est, et constans; qui constans est inperturbatus est; qui inperturbatus est sine tristitia est; qui sine tristitia est beatus est; ergo prudens beatus est, et prudentia ad beatam vitam satis est.”)


(Original lat.: “Mors dolorum omnium exsolutio est et finis ultra quem mala nostra non exeunt, quae nos in illam tranquillitatem in qua antequam nasceremur iacuimus reponit.”)


(Original lat.: “Maximum remedium irae mora est.” de Ira II) (Original lat.: “Maximum remedium irae dilatio est.” de Ira III)


(Original lat.: “Nam quemadmodum non est magni animi, qui de alieno liberalis est, sed ille, qui, quod alteri donat, sibi detrahit.”)


(Original lat.: “Semper vero esse felicem et sine morsu animi transire vitam ignorare est rerum naturae alteram partem.”)


(Original lat.: “Maxima porro vitae iactura dilatio est: illa primum quemque extrahit diem, illa eripit praesentia dum ulteriora promittit. Maximum vivendi impedimentum est exspectatio, quae pendet ex crastino, perdit hodiernum.”)


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