Staat

“Das Ende vom Liede ist: Irgendwo wird die menschliche Ungleichheit wieder zu Ehren kommen. Was aber Staat und Staatsbegriff inzwischen durchmachen werden, wissen die Götter.” – Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen III,4


“Denn jeder Staat muß freie Menschen als mechanisches Räderwerk behandeln; und das soll er nicht; also soll er aufhören.” – Georg Wilhelm Friedrich Hegel, “TWA 1, 234f”


“Der Adel ist ein köstlicher Schmuck der bürgerlichen Gesellschaft. Er ist das korinthische Kapitell wohl geordneter und gebildeter Staaten.” – Edmund Burke, Betrachtungen über die Französische Revolution


“Der neue deutsche Staat trägt etwas von der Idee des Gottesstaates in sich … Folgt den Befehlen!” – Ludwig Wolker, Mit Gott und dem Führer. Die Politik der Päpste zur Zeit des Nationalsozialismus, S. 54


“Der Staat darf nicht lenken; er soll Bedingungen schaffen, aber nicht Individualitäten formen.” – Woodrow Wilson, Der Staat


“Der Staat ist die Wirklichkeit der sittlichen Idee.” – Georg Wilhelm Friedrich Hegel, “Grundlinien der Philosophie des Rechts”


“Der Staat trägt einen Januskopf: Er hilft den Schwachen und erdrückt sie auch.” – Johann Wolfgang von Goethe, Brief an Charlotte von Stein


“Die Armee ist die klarste, die greifbarste und am engsten an die Ursprünge gebundene Manifestation, die es vom Staate gibt.” – Georges Sorel, Réflexions sur la violence, III, 4


“Die Ausweitung des Wohlfahrtsstaates untergräbt die Eigeninitiative und das Verantwortungsgefühl. Seit jeder Einzelne in der Gesellschaft Gegenstand permanenter öffentlicher Sorge geworden ist, dringt der Staat immer tiefer in die Privatsphäre vor.” – Norbert Bolz, „Die Helden der Familie“, S. 52


“Die Frauenbewegung als solches existiert überhaupt nicht. Es gibt nur den Staatsfeminismus auf der einen Seite, Gleichstellungsbeauftragte, Frauenministerien und Frauenquoten, nach dem Motto „Papa Staat kümmert sich um die Frauen“. Und auf der anderen Seite gibt es die autonome Frauenszene.” – Katharina Rutschky, Marburger Express 1/97, zitiert in: pappa.com


“Die Freiheit besteht darin, den Staat aus einem der Gesellschaft übergeordneten in ein ihr durchaus untergeordnetes Organ zu verwandeln” – Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19, 27


“Die Industrie muss gefördert werden, aber die blühende Industrie müsste dann ihrerseits auch den Staat unterstützen.” – Voltaire, Der Mann mit den vierzig Talern


“Eine gute Unterhaltung erträgt so wenig einen Diktator wie ein freies Staatswesen.” – Philip Stanhope Earl of Chesterfield, Briefe über die anstrengende Kunst, ein Gentleman zu werden


“Eure Kinder zu bilden bemüht ihr Eltern euch vergeblich, wenn ihr nicht auch den Staat bildet, der sie empfängt.” – Eberhard Puntsch, Halbe Sache


“Für die Sicherheit und Fortbildung des Staates ist das Übergewicht derer, die den Besitz vertreten, das nützlichere.” – Otto von Bismarck, Gedanken und Erinnerungen


“Ich sah der Menschen Angstgehetz; // ich hört der Sklaven Frongekeuch. // Da rief ich laut: Brecht das Gesetz! // Zersprengt den Staat! Habt Mut zu euch!” – Erich Mühsam, Freiheit in Ketten


“In einem Staat, das heißt in einer Gesellschaft, in der es Gesetze gibt, kann Freiheit nur darin bestehen, das tun zu können, was man wollen darf. Freiheit ist das Recht, alles zu tun, was die Gesetze erlauben.” – Charles de Montesquieu, Vom Geist der Gesetze, XI, 3


“In einem Staat, der seine Bürger willkürlich einsperrt, ist es eine Ehre für einen Mann, im Gefängnis zu sitzen.” – Henry David Thoreau, Civil Disobedience


“Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines andern Staats gewalttätig einmischen.” – Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden, erster Abschnitt, BA 11


“Nachahmung ist bei jeder menschlichen Tätigkeit bedenklich und hemmend; in Staatseinrichtungen aber ist sie – es kann nicht anders sein – höchst gefährlich.” – Leopold von Ranke, Frankreich und Deutschland


“Nie wird es einen freien und wirklich aufgeklärten Staat geben, solange sich der Staat nicht bequemt, das Individuum als größere und unabhängige Macht anzuerkennen, von welcher all seine Macht und Gewalt sich ableitet, und solange er den Einzelmenschen nicht ensprechtend behandelt.” – Henry David Thoreau, Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat


“Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: »Ich, der Staat, bin das Volk.«” – Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, 1. Teil; Vom neuen Götzen


“Staat = politische Gesellschaft + Zivilgesellschaft, das heißt Hegemonie, gepanzert mit Zwang.” – Antonio Gramsci, Gefängnishefte, H. 6, §88, 783


“Stehen Frauen an der Spitze der Regierung, so ist der Staat in Gefahr, denn sie handeln nicht nach den Anforderungen der Allgemeinheit, sondern nach zufälliger Neigung und Meinung.” – Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, § 166, S. 320


“»Woran erkenn’ ich den besten Staat?« - // »Woran du die beste Frau kennst – // daran, mein Freund, dass man von beiden nicht spricht.«” – Friedrich Schiller, Votivtafeln


“Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andre. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts andres sein kann als die revolutionäre Diktatur des Proletariats.” – Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19, 28


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