Tausendundeine Nacht

Das Wunderbarste von all dem, was im Menschen ist, ist sein Herz; denn es ordnet sein ganzes Wesen. (»Geschichte des Königs Omar«)


Geld in der Fremde ist Heimat. (»Harun er Raschids Erlebnis mit dem jungen Mann«)


Des Freundes Nähe ist der Freuden Krone. (»Geschichte Kamar es-Samans«)


Eile ist des Teufels Sach, sie bringt uns Reue und Ungemach. (29. Nacht, »Geschichte des Schneiders«)


Freigebigkeit wird deinen Reichtum nicht aufzehren, wenn er dir wohl will; und Geiz wird dein Gut nicht halten, wenn es dir den Rücken kehrt. (33. Nacht, »Ali Nur ed-Din und Enis el-Dschelis«)


Preis meinem Herrn, der diesem gibt und jenem versagt. Fischen muß der eine, der andre ißt den Fisch. (35. Nacht, »Ali Nur ed-Din«)


Prosa sind nur Worte, Verse aber eine Perlenschnur. (35. Nacht, »Ali Nur ed-Din«)


Die rechte Wissenschaft ist die Meditation, der rechte Gottesdienst die Erfüllung der Gebote, der rechte Glaube die Bescheidenheit, der echte Adel ist die Demut, die echte Ehre das Wissen. (61. Nacht, ›Geschichte des Königs Omar‹)


Des Freundes Herz ist wie Glas – einmal zersprungen, läßt es sich nicht mehr ganz machen. (79. Nacht, »Geschichte des Königs Omar«)


Wer aus seinen kleinen Leiden viel Wesens macht, den schlägt Gott mit seinen großen. (79. Nacht, »Geschichte des Königs Omar«)


Wer gut von dir denkt, dessen Vorstellung von dir mach wahr. (79. Nacht, »Geschichte des Königs Omar«)


Wer sich gegen Unrecht nicht wehrt, der ist nicht sicher vor dem Schwert. (79. Nacht, »Geschichte des Königs Omar«)


Der Sanftmütige wird nur im Zorn erkannt. (79. Nacht, »Geschichte des Königs Omar«)


Alles irdische Glück, das nicht näher zu Gott führt, ist ein Unglück; denn ein Weniges von den Freuden der irdischen Welt führt um ein Großes von der kommenden ab, und viel von der irdischen Welt läßt dich auch das Wenige von der kommenden vergessen. (82. Nacht, »Geschichte des Königs Omar«)


Gott herrschet! Wer sich vermißt, sein Ziel allein zu erreichen, den stößt er zurück mit Macht, daß die Seele im Höllenpfuhl sei! (142. Nacht, »Geschichte des Königs Omar«)


Die Welt ist die Wohnung dessen, der keine Wohnung hat; wer keinen Verstand hat, der läßt sich durch sie betrügen und baut auf sie im Vertrauen auf sein Gut, seine Kinder, sein Volk und seine Familie. (148. Nacht, »Wasservogel und Schildkröte«)


Preis unserm Herrn für das, was er denkt und lenkt! Preis unserm Herrn für das, was er beschert und verwehrt! (148. Nacht, »Wasservogel und Schildkröte«)


Kläre keinen auf über das, wonach du nicht gefragt bist; antworte nicht, wenn du nicht aufgefordert bist, laß das, was dich nicht angeht, kümmere dich nur um deine Sachen, und verschwende deinen Rat nicht an die Bösen, die ihn dir doch nur mit Bösem lohnen. (149. Nacht, »Fuchs und Wolf«)


Der Schlag des Lehrers tut zuerst sehr weh, hernach aber ist er süßer als geklärter Honig. (149. Nacht, »Fuchs und Wolf«)


Vorsicht ist die halbe Geschicklichkeit. (149. Nacht, »Fuchs und Wolf«)


Wer also lange leben möchte, der nehme sein Morgenmahl frühe und sein Nachtmahl nicht späte ein.


Mache dich müde, denn darin liegt des Lebens Süße. (»Die Geschichte der Wesire Nur und Schems ed-Din«Die Geschichte der Wesire Nur und Schems ed-Din«)


Kenntnisse bedeuten nichts ohne Macht. (»Geschichte von den drei Äpfeln«)


Des Weisen Zunge wohnt in seinem Herzen, des Toren Herz in seiner Zunge.


Ein Quentchen Wein auf einen Zentner Gram verwandelt ihn aufs schnellste in Vergnügen. (»Geschichte vom Schuhflicker Maruf«)


Wer Verzeihung wünscht von dem, der über ihm steht, der erlasse die Schuld dem, der unter ihm steht.


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