Theresia Kiesl

Auf dem Weg vom Aufwärmplatz ins Stadion war ich ziemlich aufgeladen. Ich habe mich dadurch abgelenkt, daß ich zu beten begonnen habe. Ich habe ein "Vaterunser" gebetet. Das hat mir geholfen. Ich war zuvor nur einmal in meinem Leben so nervös: Bei meiner Hochzeit.


Die Niederlage von Stockholm (5. Platz bei der Hallen-EM im Winter, Anm. d. Red.) hat mir zu dieser Medaille verholfen. Du sollst nie mit einer Medaille rechnen, die du noch nicht in der Tasche hast.


Du mußt deinen eigenen Weg gehen, du mußt eine Einzelkämpferin sein, und du mußt dir selbst das Umfeld schaffen, das am besten paßt.


Ein unbeschreibliches Gefühl. Ich hab´ dem Herrgott gedankt.


Erstens ist Geld für mich nicht alles, und zweitens hat jeder seinen Preis. Ich bin eben ein Läuferin. Ich wäre für alle anderen Sportarten untalentiert. (Auf die Frage, ob Kiesl ein wenig neidig auf andere gutverdienende Sportler wie Fußballer oder Thomas Muster schaue).


Es ist der schönste Tag in meinem Leben. Ehrlich, ich war nervöser als bei meiner Hochzeit.


Es ist schwer, Druck auszuhalten, den man sich selbst auferlegt. Ich hätte nie gesagt, ich hole eine Medaille.


Ich danke dem Herrgott, daß ich das erleben darf.


Ich habe gewußt, wenn das Rennen gleichmäßig schnell ist, habe ich meine Chance.


Ich habe mir gesagt, du kannst nur laufen. Wenn jemand von hinten kommt, hast du das zu akzeptieren.


Ich habe nach dem Vorlauf und dem Semifinale gewußt, daß ich eine Chance habe. Im Finale selbst hatte ich taktisch immer alles im Griff. Zum Schluß bin ich einfach nur mehr gelaufen. Wie ich das durchgehalten habe, weiß ich aber auch nicht mehr.


Ich habe rund 130.000 Schilling an Eigenkapital in die Vorbereitung auf die Spiele hineingebuttert. Reich werde ich jetzt sicher auch nicht, aber mein Manager Robert Wagner hat mir immerhin knapp vor dem Finale geflüstert, daß ich ab sofort bei Nike International unter Vertrag bin. Da kommt schon ein wenig herein. Außerdem gab´s schon Anrufe von Meetingdirektoren, die mich unbedingt haben wollen.


Ich hab´ noch immer nicht begriffen, was ich da eigentlich erreicht habe. Manchmal denk ich, daß ich träume.


Ich kann nicht beschreiben, was in mir vorging, als ich ins Stadion spaziert bin und die österreichische Fahne hochgezogen wurde. Es gehen einem in diesen Minuten so viele Dinge durch den Kopf. Meine Kinder, mein Mann – aber natürlich auch der Gedanke daran, daß es auch einmal weniger schöne Zeiten für mich gegeben hat.


In der Zeit, in der du denkst, bist du in deinem Lauf auch schon weg vom Fenster.


Mir wird auch ohne Sport nie fad. Fragen Sie eine Mutter mit zwei kleinen Kindern.


Wenn etwas nicht hinhaut, ist zuerst das Geld schuld und dann irgendein Funktionär. Kaum einer sucht den Fehler zunächst bei sich selbst.


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