Udo Lattek

1983 hat Diego Maradona mich als Trainer in Barcelona rausschmeißen lassen. Jetzt am Samstag werfen wir ihn raus. So einfach ist Fußball . . .".


Alle Systeme und jede Taktik hängen zuallererst von der Bereitschaft der Spieler ab, sich zu helfen und zu ergänzen.


Als Trainer ist man eigentlich nur ein Tanzbär der Stars.


Aus dem Bauch heraus handeln kannst du aber nur, wenn du viel weißt, gut vorbereitet bist und alle Facetten durchgearbeitet hast. Die Mischung aus einem gesicherten Wissen und dem richtigen Gefühl hat es bei mir ausgemacht.


Das ist die große Gefahr. Wenn man ein Spiel gewonnen hat, sind grundlegende Tugenden wie Disziplin, Fleiß und Kampfkraft schnell vergessen.


Das Wort Eigenverantwortung war für mich immer wichtig, und deswegen finde ich die Überversorgungen vieler Profis von heute nicht in Ordnung.


Deutschland ist Mittelmaß. Wir sind zwar Vizeweltmeister, aber niemals die zweitbeste Mannschaft der Welt.


Die 7 vor der 0 tut schon ein bißchen weh. Ich habe kein Problem mit dem Alter, aber wenn mich jemand fragt, wie alt wirst du denn eigentlich, und ich sage 70, dann heißt es: Oh, schon 70?.


Die sich intensiv mit Fußball beschäftigt haben, hängen das Wort Taktik nicht zu hoch.


Diego ist fast jeden Tag mit einem neuen Auto zum Training gekommen. In Deutschland würden sie sagen: "Der Fettsack soll erst einmal treffen". Aber Diego hat das Leben halt genossen. In vollen Zügen – und oft darüber hinaus. In Spanien wussten sie jedoch zu schätzen, was sie an ihm hatten. Sie waren stolz!


Diego ist in Argentinien so kultig wie in Deutschland der Franz, der Lothar und ich zusammen. Aber Samstag ist er vor allem eines: Ausgeschieden!


Du mußt Spaß daran haben, mit Menschen umzugehen.


Ich bin als Bauernjunge und Einzelkind in der Landwirtschaft groß geworden und war tagsüber fast immer allein. Einen richtigen Freundeskreis bekam ich erst, als ich anfing, Fußball zu spielen und Leichtathletik zu treiben.


Ich bin manchmal in Spielersitzungen gegangen und wußte noch gar nicht, wer am Samstag spielen sollte. Dann habe ich mir die Gesichter angeschaut und gesagt: "Du spielst", wenn einer mich gerade angeguckt hat, und: "Du spielst nicht", wenn einer sich verkrochen hat.


Ich habe manchem weh tun müssen und war manchmal auch ungerecht, aber ich kann allen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, immer noch in die Augen sehen. Ich teile immer noch gern aus, kann aber auch ebenso gut einstecken.


Ich habe versucht, den Spielern im Spiel sehr viel Freiraum zu geben. Ich habe den Rahmen gesetzt und den Spielern gesagt: "Paßt mal auf, Jungs, der Rahmen ist nur dazu da, daß wir eine gemeinsame Auffassung von den Dingen haben".


Ich habe viel mit Medizinbällen arbeiten lassen, also das gemacht, wofür sich heutzutage manche in der Bundesliga feiern lassen. Diego hat mir, wenn auch flachsend, gedroht: "Noch mal so was, dann lege ich Dich um". Dann habe ich zwei Tage gewartet . . . und die Dinger wieder ausgepackt. Diego hat gespurt. Er wollte halt nur seine Muckis spielen lassen.


Ich kann mich nicht zu Hause hinsetzen und darauf warten, bis schönes Wetter ist, damit ich Golf spielen kann. Ich bin auf der Sonnenseite des Lebens, bin finanziell absolut unabhängig und kann das tun, was mir Spaß macht. Mindestens bis zur WM 2006 will ich dem Fußball erhalten bleiben.


Ich schätze die Arbeit von Otto Rehhagel, aber seine Außendarstellung gefällt mir nicht. Ich muß nicht ständig zeigen wollen, was ich für ein toller Kerl bin. Entweder ich bin es, oder ich bin es nicht.


Oliver Kahn ist Torwart und kein Weltverbesserer. Er empfindet sich als Erfinder des Weltfußballs.


Otto Rehhagel hat seine Komplexe, ich habe studiert. Ich bin auch ein Bauernjunge. Was ist, verdammt noch mal, schlecht daran, wenn man wie er Anstreicher gelernt hat?.


Wäre ich Lehrer geblieben, hätte ich meinen Beruf verfehlt. In der Schule bist du von zu vielen Leuten umgeben, die vom Leistungsprinzip nicht so viel halten. Wenn ich vierzig Jungs in der Klasse hatte – früher gab's das noch -, waren vielleicht fünf dabei, die sich wirklich reingehängt haben, und zehn, die einigermaßen mitgemacht haben. Der Rest waren die, die gesagt haben, na gut, uns bleibt nichts anderes übrig, aber gerne tun wir es nicht. Das wäre auf Dauer nicht meine Welt gewesen.


Was der Trainer in der Taktikstunde gesagt hat und was die Spieler dann auf dem Platz machen, unterscheidet sich oft erheblich.


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