Verstand

“Alle Erkenntnis setzt Verstand voraus.” – Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht, erstes Buch, § 7, BA 26


“Darum, Meine Freunde und Brüder, schaffet den Blinden vorerst eine rechte Lebensleuchte ins Herz, und lasset durch solche Leuchte dann erst auch der Seele Verstand erleuchten, und es wird dann alle Wissenschaft dem Menschen zu einem wahren Segen werden!” – Jakob Lorber, Großes Evangelium Johannes, Band 3, Kapitel 175, Absatz 05


“Das Herz ist das Organ der Seele, so wie der Geist das Organ des Verstandes ist.” – Théodore Jouffroy, Das grüne Heft


“Das Menschenpack fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Verstande; vor der Dummheit sollten sie sich fürchten, wenn sie begriffen was fürchterlich ist; Aber jener ist unbequem und man muss ihn beiseite schaffen, diese ist nur verderblich, und das kann man abwarten.” – Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre


“Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben.” – René Descartes, Diskurs über die Methode, §1-1


“Der königliche Landgerichtsrat Alois Eschenberger war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande.” – Ludwig Thoma, Der Vertrag


“Der Mann hatte so viel Verstand, dass er fast zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen war.” – Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (451)


“Der Verstand ist ein hervorragendes Instrument, wenn er richtig benutzt wird. Bei falschem Gebrauch kann er allerdings sehr destruktiv werden.” – Eckhart Tolle, “Jetzt! – Die Kraft der Gegenwart”


“Der Umgang mit Büchern bringt die Leute um den Verstand.” – Erasmus von Rotterdam, Der Abt Antronius besucht Magdalia, 61 / Antronius


“Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache.” – Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen, §109


“Die Schrift ist ein toter Buchstabe, den nur die Einbildungskraft und der Verstand des Lesens beleben soll.” – Christian Garve, Über Gesellschaft und Einsamkeit


“Doch scheint es geratener: am Ufer derjenigen Erkenntnisse entlangzusegeln, die uns durch die Mittelmäßigkeit unseres Verstandes vergönnt sind, als sich auf die hohe See derart mystischer Nachforschungen hinauszuwagen, wie es Malebranche getan hat, dessen Meinung von der hier erörterten nicht weit entfernt ist: nämlich daß wir alles in Gott schauen.” – Immanuel Kant, Von der Form der Sinnen- und Verstandeswelt und ihren Gründen, fünfter Abschnitt, § 24


“Du willst mit nüchternem Verstand das Göttliche beweisen? Das heißt, nach einem Fabelland auf Eisenbahnen reisen.” – Otto von Leixner, Aus der Vogelschau


“Ein Unterschied, der dem Verstand nichts gibt, ist kein Unterschied.” – Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen


“Ich bin überzeugt, dass Verstand, und sei er noch so hell erleuchtet, wenig ausrichtet, ist er nicht mit Enthusiasmus gepaart.” – Houston Stewart Chamberlain, Grundlagen des 19. Jahrhunderts


“Ich möchte so leben, dass ich sowohl mit den Händen als auch mit dem Gefühl und dem Verstand arbeite.” – Katherine Mansfield, Tagebücher


“Ich muss eine beträchtliche Menge Verstand haben; manchmal brauche ich eine Woche, um ihn zu ordnen.” – Mark Twain, The Innocents Abroad, chapter VII


“Ich wähle meine Freunde nach ihrem guten Aussehen, meine Bekannten nach ihrem Charakter und meine Feinde nach ihrem Verstand.” – Oscar Wilde, “Das Bildnis des Dorian Gray”, Kapitel 1 / Lord Henry


“In der Tat versetzt uns die Lesung jedes guten Buchs in die Gegenwart eines verständigen Mannes.” – Christian Garve, Über Gesellschaft und Einsamkeit


“Künstlerische Fähigkeiten und scharfer Verstand harmonieren sehr gut miteinander.” – Gottfried von Straßburg, Tristan


“Lass dich die Macht der Gewohnheit auf vielbetretene Wege nicht drängen, // Trau nicht dem irrenden Blick und dem vom Echo verrauschten Ohre, // Auch nicht der Zunge: allein der Verstand sei Prüfer und Richter.” – Parmenides von Elea, gemäß Diogenes Laertius: Leben und Meinungen berühmter Philosophen IX, 22


“Man höret niemand fast mehr plaudern und erzählen als Leute, denen Witz, Verstand und Klugheit fehlen.” – Barthold Heinrich Brockes, Versuch vom Menschen


“Mehrheit? Was ist die Mehrheit? Verstand ist stehts bei wen’gen nur gewesen.” – Friedrich Schiller, Demetrius(I), Der Reichstag zu Krakau


“Mit größerer Majestät hat noch nie ein Verstand stillgestanden.” – Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft C (25)


“Neben den Drogen, die heute viele Tausende und vielleicht Millionen vergiften, wird unser Verstand obendrein durch die rund um den Globus verbreitete Emission pseudokosmischen Unsinns befallen.” – Stanislaw Lem, Riskante Konzepte


“Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.” – René Descartes


“Nichts ist im Verstand, was nicht zuvor in der Wahrnehmung wäre.” – Thomas von Aquin, Quaestiones disputatae de veritate 2,3,19


“Niemand ist zufrieden mit seinem Stande, // Jeder mit seinem Verstande.” – Barthold Heinrich Brockes, Versuch vom Menschen


“Öffentliche Meinungen über Themen, die dem Verstand schwer zugänglich sind, sind oft richtig, aber selten oder nie die ganze Wahrheit.” – John Stuart Mill, Die Freiheit


“Philosophen verderben die Sprache, Poeten die Logik, und mit dem Menschenverstand kommt man durchs Leben nicht mehr.” – Friedrich Schiller, “Böse Zeiten”


“Rein verstandlich betrachtet erscheint das Leben nicht anders als eine sinnvolle Sinnlosigkeit.” – Paul Bertololy, Aphorismen


“Verdrießlicher sind keine Narren als Narren, die Verstand besitzen.” – Barthold Heinrich Brockes, Versuch vom Menschen


“Verstellung ist eine Anstrengung des Verstandes und keineswegs ein Laster der Natur.” – Luc de Vauvenargues, Nachgelassene Maximen


“»Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand«, ist ein alter Scherz, den man wohl in unsern Zeiten nicht gar für Ernst wird behaupten wollen.” – Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, Vorrede


“Wo Zorn nimmt überhand, // Da steigt ein Nebel auf, // Der den Verstand verblend’ // Und wehrt ihm seinen Lauf.” – Friedrich von Logau, Zorn


“Zwei Dinge sind gleicherweise für den Verstand unerklärlich und kein Gegenstand, über den man nachdenken soll: die Weisheit Gottes und der Wahnwitz der Menschen.” – Alexander Pope, Aphorismen


“Man hat den Verstand der Menschen auf den Markt gebracht, und jeder hat wieder seinen eigenen gekauft.” – Aus der Türkei


“Und wenn du auch die Kraft hast, einen Berg zu versetzen, so brauchst du noch einen Verstand, der so groß und so ruhig ist wie ein Ozean.” – Aus China


“Ein Mensch ohne Verstand ist, wer Handschlag gibt, wer Bürgschaft leistet gegenüber seinem Nächsten.” – Sprüche 17,18


“Wer sein Ackerland bebaut, wird sich satt essen können an Brot; wer aber nichtigen Dingen nachjagt, ist ohne Verstand.” – Sprüche 12,11


“Wer Zucht fahren lässt, verachtet sich selbst; wer aber auf Zurechtweisung hört, erwirbt Verstand.” – Sprüche 15,32


“In den Prophetengeschichten liegt eine Lehre für Menschen, die sich des Verstandes bedienen.” – Sure 12, 111 (al-Azhar) Onlinetext


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