Victor Marie Hugo

In der Politik gibt es nichts Absolutes, ausgenommen die innere Moralität der Dinge; diese Moralität aber ist die Sache des Gewissens, nicht der Meinung. Der Mensch kann seine Meinung ändern, ohne dadurch seine Ehre zu verletzen, wenn nur sein Gewissen dasselbe bleibt.


Das Schicksal, welches die Alten blind nannten, sieht recht gut und handekt nach Gründen. Die Ereignisse folgen sich, entwickeln sich in der Geschichte mit einer überraschenden Folgerichtigkeit und die menschliche Vernunft muß sich ihres kurzen Maßstabes begeben vor diesen gewaltigen Syllogismen des Schicksals.


Denken ist die Arbeit des Intellekts, Träumen sein Vergnügen.


Die Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber es unmöglich ist, zu schweigen.


Ein Feind, den man zu Grabe trägt, ist nicht schwer.


Ein Kompliment ist ein Kuß durch einen Schleier.


Ein Traum ist unerläßlich, wenn man die Zukunft gestalten will.


Es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr; trotz seiner selbst.


Es gibt unglückliche Menschen. Christoph Columbus kann seiner Entdeckung nicht seinen Namen geben, Guillotin bringt den seinen nicht mehr von ihr los.


Es ist leicht, gut, aber sehr schwierig, gerecht zu sein.


Es ist möglich, Welten durch ein einziges Komma zu trennen.


Genau zu wissen, wieviel von der Zukunft in die Gegenwart eingehen kann, ist das Geheimnis einer guten Regierung.


Grobe Fehler werden oft, wie dicke Seile, aus einer Vielzahl dünner Fäden gemacht.


Keine Armee kann sich einer Idee widersetzen, deren Zeit gekommen ist.


Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein.


Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.


Nichts trägt im gleichen Maß wie ein Traum dazu bei, die Zukunft zu gestalten. Heute Utopia, morgen Fleisch und Blut.


Unglück macht Menschen, Wohlstand macht Ungeheuer


Der Sieg genügt nicht, man muß auch überzeugen können.


Die Zukunft hat viele Namen: Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte, für die Tapferen ist sie die Chance.


Das höchste Glück des Lebens besteht in der Überzeugung, geliebt zu werden.


Das Lachen ist die Sonne, die aus dem menschlichen Antlitz den Winter vertreibt.


Der Geist wird reich durch das, was er empfängt, das Herz durch das, was es gibt.


Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen.


Zu glauben ist schwer. Nichts zu glauben ist unmöglich.


Das Gewissen des Menschen ist das Denken Gottes.


Wer den Armen gibt, leiht Gott.


Verstehen heißt mit dem Herzen hellsehen.


Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat.


Die Küche ist eine Welt, deren Sonne der Kochherd ist.


Zigarren verwandeln Gedanken in Träume.


Träumen ist reine Glückseligkeit. Auf die Erfüllung warten ist das wirkliche Leben.


Die Mittelmäßigkeit ist auf seiten dessen, der sie am wenigsten beeinträchtigt und ihr am meisten gleicht.


Zum Glück gehört auch ein bißchen Überfluß. Knapp bemessenes Glück ist selten von langer Dauer.


Wir können uns von der Sünde ebensowenig frei machen wie von dem Gesetz der Schwere.


Die Religion ist doch nichts als der Schatten, den das Universum auf die menschliche Intelligenz wirft.


Gott hat sich zum Mann gemacht, gut. Der Teufel machte sich zur Frau.


Popularität ist das Kleingeld des Ruhms.


Wehe dem, der vor den blutenden Wunden der Freiheit unparteiisch bliebe!


Die Tür des Arztes soll niemals verschlossen, die des Geistlichen immer offen sein.


Amnestie: das schönste Wort der menschlichen Sprache


Romantik, das ist der Liberalismus in der Literatur.


Der Hund ist die Tugend, die sich nicht zum Menschen machen konnte.


Sieger zu sein ist wenig; doch groß zu bleiben alles.


Alle Zivilisation fängt mit der Theokratie an und hört mit der Demokratie auf.


Den Menschen fehlt nicht die Kraft. Es fehlt ihnen der Wille.


Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt.


Ein Lebewesen lieben heißt, es durchsichtig zu machen.


Das erste Anzeichen wirklicher Liebe ist bei einem jungen Mann Schüchternheit, bei einem jungen Mädchen Kühnheit


Hat reich beschenkt dich dein Los, Halt offen dem Guten dein Herz! Sei einfach, gütig, bedacht! Erschuf dich die Allmacht zu groß, Mach kleiner dich selber zum Dank. Und wisse, daß Gott sich dem Erhebt, der selbst sich beugt. Sei Diener dem, der dir dient! Erkennst du je seinen Wert? Denk, daß ihm Rechte verliehen, Wie dir gegeben die Pflicht. Geringe und Schwächlinge schone, Sei ihnen ein Mensch, Wie du ihn wünschest dir selbst.


Ein Dichter ist eine Welt, eingeschlossen in einen Menschen.


Jemanden lieben heißt, ihn durchsichtig zu machen.


Im Innersten beinahe aller Menschen regt sich ein gewisses Gefühl des Neides, das den Ausdruck für ein Verdienst zurückdrängt. So läßt oft der gewöhnlichste Mensch dem ausgezeichneten Werke eine ziemlich laue Anerkennung widerfahren, damit man ihn nicht für unfähig halte, ein ähnliches zu liefern.


In politischen Dingen kann der Knoten, den ein Mann geschürzt hat, nicht leicht wieder gelöst werden, als durch einen anderen Mann.


Es gibt ein Meiden, das einer Suche gleicht.


In meinem Alter ist es selten, daß man keine fix Idee hat. Eine solche gleicht einem Fixstern; je schwärzer die Nacht, umso leuchtender der Stern. So ist es auch mit der Idee. Meine Idee scheint mir mit umso größerem Glanze, je wolkiger die Zeit, in der wir leben. Ich will Ihnen diese fixe Idee nennen: es ist der Frieden… Mein Traum wäre gewesen: Keinen Krieg mehr, keinen Haß mehr, die Völker einzig hingegeben der Arbeit der Technik, dem Wohlstand, dem Fortschritt. An diesem Traum – welches auch die vergangenen und künftigen Prüfungen sein mögen – werde ich festhalten, und ich werde versuchen, ihn zu verwirklichen, ohne je zu ermüden, bis zu meinem letzten Atemzuge.


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