Weizenbaum Joseph

Ich glaube, eine Gesellschaft, die fähig wäre,eine deutliche und klare Entscheidung in Richtung Verzicht zu treffen, hätte die Fallen vermieden, in die wir getappt sind. Solch eine Gesellschaft könnte sich auch modernste Technik leisten. Aber zu solch einer Entscheidung waren wir nie fähig.


Mich beeindruckt die Gläubigkeit, mit der sich die Menschen von jeder neuen Entwicklung die Rettung der Welt erhoffen. Gestern war es Systems Dynamik, heute sind es die Expertensysteme – und immer wieder verspricht man sich von der neuen Technik die Lösung aller Probleme. Das beweist mir, daß die Menschen zur Technik kein vernünftiges Verhältnis haben.


Ich nehme an, daß ich auch einen Ferrari oder Maserati schätzen würde – aber ich würde so ein Auto keinem 14jährigen Jungen geben. Und das hat nichts damit zu tun, daß die Technik böse ist oder das Auto gefährlich: Der Junge ist einfach nicht reif genug, so ein mächtiges Instrument vernünftig zu benutzen. Dasselbe gilt für unsere Gesellschaft. Und die Frage ist für mich nur, ob wir sieben Jahre alt sind oder schon vierzehn.


Eine Gesellschaft, die sich auf eine Technik einläßt, braucht eine starke innere Kraft, um von den Zielen nicht verführt, nicht zu gierig zu werden.


Daß die Menschheit in diesem höchst instabilen und gefährlichen Zustand lebt und abhängig ist von einer Technik, die sie kaum noch durchschaut, ist keine zwangsläufige Folge der technischen und wissenschaftlichen Entwicklung – es ist eine Folge des moralischen und politischen Entwicklungsstandes der Gesellschaft.


Eine Gesellschaft, die es vorzieht, Milliarden Dollar für einen Flug zum Mars auszugeben, statt Hunger und Armut in der Welt zu bekämpfen, hat eine Wahl getroffen.


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